Alles, was Sie über Telemedizin wissen müssen

Telemedizin: Das solten Sie wissen

Weg frei für die Telemedizin!

Immer häufiger begegnet uns der Begriff Telemedizin. Dabei ist wahrscheinlich den meisten klar, dass diese moderne Art der Kommunikation zwischen Arzt und Patient den herkömmlichen Arztbesuch ersetzen soll. Doch wie funktioniert die Telemedizin tatsächlich und was ist dabei heute schon möglich? Wir haben uns dabei auch einmal die Vor- und Nachteile ein wenig genauer angeschaut und für Sie alles Wissenswerte zusammengetragen.

Was bedeutet der Begriff Telemedizin eigentlich?

In der Telemedizin soll die Diagnostik mit anschließender Therapie sowie die Kommunikation zwischen Arzt und Patient mit technischen Hilfsmitteln überbrückt werden. Das bedeutet, dass ein Video-Anruf beim Arzt genügen könnte, um eine Erkrankung festzustellen und dementsprechend Therapien zu aktivieren oder ein Rezept auszustellen und zuzusenden.

Hinweis: Noch darf der Arzt keine Erstdiagnose per Video-Chat stellen. Das bedeutet, dass man derzeit immer noch vorher in der Arztpraxis vorstellig werden muss. Kontaktiert man den Arzt dennoch, muss man zunächst die Kosten selbst tragen und bekommt zudem keine verlässliche Diagnose, sondern nur eine medizinische Beratung.

Klingt das noch ein wenig zu sehr nach Zukunftsmusik? Keineswegs, denn durch die Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen dürfen Ärzte in Deutschland seit vorigem Jahr genauso agieren. Ebenso beinhaltet die Telemedizin, dass Assistenten des Arztes den Hausbesuch übernehmen und alle relevanten Daten und Untersuchungsergebnisse an ihn übermittelt, sodass er praktisch zeitgleich seine Diagnose stellen und die Behandlungsmethode wählen kann.

Es geht also immer um die Vernetzung aller Möglichkeiten, bei denen Kommunikationstechnologien eine ganz entscheidende Rolle spielen. Der Arzt muss sich also bei dieser Fernbehandlung nicht mehr am gleichen Ort befinden, wie der Patient. Zudem geht es nicht immer nur um die Kommunikation zwischen Arzt und Patient.

Auch Facharzt oder Klinik stehen mit dem Arzt in Kontakt, um nur einige Beispiele zu nennen. Hierbei geht es dann um den reinen Informationsaustausch.

Die Telemedizin hat klar definierte Ziele:

  • Verbesserung der medizinischen Versorgung in allen Gebieten und Regionen
  • Schaffung effizienter und benutzerfreundlicher Gesundheitsdienste
  • verbesserter Gesundheitsstand bei den Bürgern durch Bereitstellung aller wichtigen Informationen

 Gerade in entlegenen Gebieten oder auch in Regionen mit einem Fachärztemangel kann die Telemedizin ein besonders hilfreicher Ansatz sein, um die medizinische Versorgung aller Menschen sicherzustellen.

Wie funktioniert die Arztsprechstunde per Videochat?

In der Regel wird die telemedizinische Sprechstunde via Internet und am PC oder dem Smartphone abgehalten. Das bedeutet, dass der Computer über eine Kamera und ein Mikrofon verfügen sollte. Hat man noch keinen virtuellen Termin mit dem Arzt in der Praxis vereinbart, funktioniert die Arztsprechstunde per Videochat wie folgt:

  1. Zunächst muss man sich einen Account anlegen, bei dem bereits die ersten grundlegenden und persönlichen Daten hinterlegt werden.
  2. Aus einer Liste von Ärzten den passenden auswählen und bei ihm einen Termin buchen.
  3. Der Erstkontakt wird mit 25 EURO für 15 Minuten Sprechzeit berechnet, die vor der endgültigen Buchung per Kreditkarte zu entrichten sind.
  4. Kurz vor dem Termin mit den persönlichen Zugangsdaten einloggen und dann kann die Sprechstunde mit dem Arzt beginnen.

Geht es bei der telemedizinischen Betreuung am PC oder am Smartphone um eine Nachuntersuchung, erhält man bereits in der Arztpraxis einen Termin und eine TAN-Nummer, um sich für die virtuelle Sprechstunde einzuloggen. Diese Sprechstunde am PC wird dann von der Krankenkasse bezahlt.

Hinweis: Die Gespräche per Videochat werden nicht aufgezeichnet oder abgespeichert. Vielmehr ist es mit einem Skype-Gespräch zu vergleichen.

Welche Vor- und Nachteile kann die Telemedizin bringen?

Der technische Fortschritt, der nun auch die medizinische Versorgung erreicht hat und diese auf eine völlig neues Level hebt, hat ziemlich viele Vorteile, doch auch einige Nachteile, über die man sich natürlich ebenso bewusst sein sollte.

Vorteile:

  • beschwerliche und weite Wege zum Facharzt entfallen weitestgehend
  • die Wartezeit auf einen Facharzttermin ist deutlich kürzer
  • überfüllte Wartezimmer müssen nicht mehr persönlich aufgesucht werden

 

Nachteile:

  • Erstdiagnosen können nicht per Videochat erstellt werden (noch nicht)
  • Rezepte gibt es auch nur als sogenannte Folgerezepte
  • nicht jeder Mensch kann mit einem Computer umgehen oder hat eine standfeste Internetleitung
  • bei den finanziellen Zahlungen der Krankenkassen ist noch keine hinreichende Vereinbarung getroffen
  • es gibt noch zu wenig Ärzte, die eine Online-Sprechstunde anbieten

Für welche Anwendungsgebiete soll die Telemedizin eingesetzt werden?

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Telemedizin nicht für alle medizinischen Bereiche eingesetzt werden kann. Denn beispielsweise für eine Blutabnahme oder gar eine Operation ist der persönliche Kontakt nach wie vor unabdingbar.

Doch es gibt schon viele Anwendungsgebiete, bei denen man die Telemedizin sinnvoll einsetzen kann. Dazu gehören unter anderem:

  • der direkte und unmittelbare Austausch zwischen Haus- und Facharzt bezüglich von Laborwerten sowie klinischen, radiologischen und histologischen Befunden
  • interdisziplinäre Konsultation zwischen Kliniken
  • Erstdiagnose und Einleitung der Behandlung bei einfachen, aber akuten Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten
  • visuelle Nachuntersuchungen im Heilungsprozess, beispielsweise die Kontrolle einer Operationswunde oder nach einer Behandlung durch den Hautarzt
  • Fernbehandlung bei Patienten, die ihre Werte übermitteln sowie die visuelle Verlaufskontrolle einer Erkrankung
  • Nachkontrolle oder abschließende Kontrolle
  • Patientenschulung bei chronischen Erkrankungen

Wo stößt die Telemedizin an ihre Grenzen?

Es steht natürlich außer Frage, dass auch die fortschrittliche Telemedizin an ihre Grenzen stoßen kann. Denn was auf der einen Seite sehr vorteilhaft ist, kann auf der anderen Seite auch nachteilig sein. Zum einen fehlt der persönliche Kontakt zum Arzt.

Das bedeutet unter anderem auch, dass nicht jede Diagnose zweifelsfrei per Videochat gestellt werden kann.   Ebenso ist eine spezielle Schulung des Arztes nötig, der zudem auch in eine geeignete Software investieren muss.

Darüber hinaus hat ein Arzt in einem akuten Fall nur einen begrenzten Spielraum für seine Handlungsfähigkeit.

Fazit

Der Weg ist frei für die Telemedizin, die grundsätzlich löbliche Ziele hat und zudem mehr Vorteile mit sich bringt. Denn überfüllte Wartezimmer, lange Wartezeiten für einen Facharzttermin und sogar die Ansteckungsgefahr in den Wartezimmern lassen sich so deutlich minimieren.

Doch der Fortschritt auf diesem Gebiet bringt auch Nachteile mit sich. Immerhin gilt hier in Deutschland noch das Fernbehandlungsverbot, weswegen Erstdiagnosen noch nicht per Videochat erstellt werden können. Darüber hinaus muss der Patient vor einer virtuellen Arztsprechstunde wenigstens in den letzten zwei Monaten einmal in der herkömmlichen Arztpraxis vorstellig gewesen sein.

Doch die Verknüpfung vieler Einzelmaßnahmen im Bereich der Telemedizin bringt vor allem den Menschen in ländlichen Regionen klare Vorteile. Allerdings fehlt es noch an entsprechend geschulten Medizinern und mit der breiten Akzeptanz ist es auch noch nicht so weit her.

Foto: © agenturfotografin #198176999 adobe.stock.com

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