Bettwanzen – Wie Sie sich schützen

Bettwanzen sind auf dem Vormarsch! So schützen Sie sich!

bettwanzen-1Schon der Ausdruck Bettwanzen erzeugt bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl. Keiner will sie in seiner Nähe haben, und doch ist es traurige Gewissheit: Bettwanzen sind auf dem Vormarsch und nahezu überall anzutreffen. Doch Sie können sich vor diesen ungebetenen Gästen schützen und so vor allem im Bett wieder für einträgliche Ruhe und zufriedene Nachtstunden sorgen.

Woran erkennt man, dass Bettwanzen ihr Unwesen treiben?

Die allseits ungeliebten Bettwanzen, oder auch Hauswanze genannt, gehören zu den Parasiten, die sich hauptsächlich vom Blut der Menschen ernähren. Sie sind nicht mit Hausstaubmilben zu verwechseln, denn diese ernähren sich von kleinsten Hautpartikeln, die wir beispielsweise in der Nacht bei unseren Schlafbewegungen verlieren.

Die kleinen behaarten Wanzen haben eine rotbraune Färbung und werden gerade einmal 3,8 bis 5,5 Millimeter groß. Doch ihr nahezu unstillbarer Hunger nach Blut wirkt sich nahezu unmittelbar auf unsere Gesundheit aus. Abgesehen vom allgemein aufkommenden Ekelfaktor erkennt man an den folgenden Merkmalen, ob sich Bettwanzen im Bett tummeln:

• Bettwanzen beißen, was sich in der Regel an einer Reihe sichtbarer Bissspuren zeigt, die wie eine Straße verlaufen oder aber auf einem Fleck angesiedelt sind
• diese Spuren werden oftmals erst nach einigen Tagen sichtbar
• manche Menschen reagieren mit einem starken Juckreiz an den betroffenen Stellen, während andere nichts weiter merken
• die Bettwanzenbisse werden bei geringem Befall oftmals auch mit einem Mückenstich oder einem Biss von einem anderen Insekt verwechselt
• unerklärliche Blutspuren auf der Bettwäsche
• Kotspuren auf dem Laken, die sich als kleine schwarze bis dunkelrote Flecken zeigen oder auch als schwarze Pünktchen auf der Matratze zu sehen sind
• komischer Geruch, der von vielen Menschen als eklig süß wahrgenommen wird
• tote Bettwanzen, die unter Umständen hauchdünn wie Papier sein können
• Bettwanzeneier, die gerade einmal einen Millimeter groß und farblich eher transparent bis weiß-creme-farbig sind

Was kann man gegen dieses Ungeziefer tun?

Im Grunde galten die Bettwanzen lange Zeit als ausgerottet. Doch seit den 1990er Jahren sind sie wieder verstärkt auf dem Vormarsch. Das liegt nicht zuletzt daran, dass diese kleinen Plagegeister mittlerweile resistent gegen Insektizide oder andere chemische Bekämpfungsmittel sind.

Wenn der Verdacht besteht, dass ein ernsthaftes Bettwanzen-Problem besteht, heißt es: Gründlich reinigen und nichts auslassen. Als Sofortmaßnahme reicht es dabei nicht, wild mit Insektenspray oder Pestiziden zu arbeiten. Das bringt nur bedingt eine Verbesserung.

Effektiver hingegen ist ein gründliches Absaugen von allem, wo sich Bettwanzen aufhalten könnten. Des Weiteren sollte die Bettwäsche gewechselt und bei mindestens 60° Grad gewaschen werden. Ebenso sollte man mit Dekorationen oder Plüschtieren aus Textil verfahren.

TIPP: Sind Textilien mit im Spiel, die eine so hohe Waschtemperatur nicht vertragen, sollten diese für 48 Stunden ins Gefrierfach gelegt werden. Sollte alles staubwischen und saubermachen nicht wirklich eine Verbesserung mit sich bringen, ist es ratsam, einen Experten damit zu beauftragen, die Wanzenpopulation zu beseitigen. Wenngleich auch dieser Möbelstücke von den Wänden abrücken muss, um auch wirklich alle Verstecke ausfindig machen zu können.

Zu den bevorzugten Verstecken der nachtaktiven Parasiten gehören unter anderem:

• Bettgestell
• Bettbezüge
• Matratzen
• Bettwaren
• Teppiche
• Fußleisten und Teppichränder
• Möbel
• Polstersessel und Sofa
• Kleidung und Schuhe
• Steckdosen und elektronische Geräte
• Tür- und Bilderrahmen
• Rauchmelder und Uhren
• Poster und Tapeten
• Plüschtiere

HINWEIS: Oftmals schleppt man Bettwanzen auch ungesehen von der letzten Urlaubsreise mit nach Hause. Deswegen sollten immer auch Koffer und Rucksäcke kontrolliert und umfassend gereinigt werden.

TIPP: Um eine Einschleppung von Bettwanzen aus dem Urlaub vorzubeugen, ist es ratsam, die leeren Gepäckstücke nach der Reise zunächst auf dem Balkon, im Keller oder auf der Terrasse aufzubewahren. So gelangen die kleinen lästigen Blutsauger nicht in die Wohnung. Auch beim Kauf gebrauchter und alter Möbelstücke sollte man vor der Nutzung alle Ritzen und Schubkästen genau unter die Lupe nehmen. Lässt sich hier ein eklig süßer Geruch wahrnehmen, ist ein Bettwanzenbefall durchaus denkbar.

Gehen von den Bettwanzen gesundheitliche Risiken aus?

So unschön und unangenehm es ist, von Bettwanzen malträtiert worden zu sein, halten sich die gesundheitlichen Risiken dennoch in Grenzen. Genau genommen handelt es sich auch eher um Stiche denn Bisse, mit welchen die kleinen Blutsauger auf der Suche nach Nahrung über den menschlichen Körper herfallen.

Zu finden sich die Bettwanzenstiche meist an unbedeckten Körperpartien, wie zum Beispiel im Nacken, an den Händen, Beinen und Armen. Auf der Suche nach einem passenden Blutgefäß sticht die Bettwanze gewöhnlich drei Mal. Meist in einer Reihe oder auch direkt nebeneinander. In der Regel kommen die Bettwanzen nur dann aus ihrem dunklen und warmen Versteck, wenn sie auf Nahrungssuche sind. Das passiert meist aller 5 bis 7 Tage.

Auch wenn von den Bettwanzenstichen keine massiven Gesundheitsrisiken ausgehen, sind sie für den Betroffenen immer sehr unangenehm. Dabei können sich die Hautreaktionen auch voneinander unterscheiden, denn nicht jeder Mensch reagiert in gleichem Maße sensibel auf diese Parasitenstiche.

So können folgende Reaktionen auftreten, nachdem man von Bettwanzen gestochen wurde:

• rote Punkte auf der Haut
• leichte Schwellungen
• leichter bis starker Juckreiz

HINWEIS: Im Übrigen haben Forscher der Universität in Sheffield herausgefunden, dass besonders stark behaarte Hautregionen weniger oft und häufig sehr viel später von Bettwanzen heimgesucht werden.

TIPP: Aufgrund von Studienresultaten der State University of New Jersey und der Purdure University in Indiana ist es ratsam, schwarze Bettlaken zu vermeiden, denn diese dunkle Fläche scheint Bettwanzen verstärkt anzulocken.

Fazit

bettwanzen-2Immer häufiger werden auch hierzulande Bettwanzen ausfindig gemacht, die zu juckenden Hautausschlägen führen können. Häufig werden diese Plagegeister aus Urlaubsländern mit heimgebracht. Es wird aber immer schwieriger, diese kleinen Blutsauger zu bekämpfen. Denn mittlerweile sind sie resistent gegen Insektizide und andere chemische Substanzen.

So unangenehm und eklig ein Befall mit diesen Parasiten auch ist: Gesundheitsgefährdend ist das in aller Regel nicht. Denn im Normalfall spüren besonders sensible Menschen maximal einen Juckreiz, der hin und wieder auch anschwellen kann. Andere Menschen hingegen erkennen nur an den rötlichen Stichen, dass sie mit Bettwanzen das Nachtlager geteilt haben.

Wichtig bei einem Bettwanzenbefall ist die gründliche Reinigung. Dabei geht es nicht nur um die Bettwäsche oder die Matratze. Denn die kleinen blutrünstigen Parasiten ziehen sich nach ihrer Nahrungsaufnahme am lebenden Objekt gern in dunkle, trockene und warme Ritzen zurück. So halten sie sich auch gern in winzigsten Rissen hinter der Tapete, unter der Teppichleiste oder gar in Möbeln auf. Oftmals mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen, kann man aber über den eklig süßen Geruch schnell herausfinden, wo sie ihren Schlupfwinkel haben.

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