Brett im Bett bei Rückenschmerzen

Brett im Bett bei Rückenschmerzen? Mythos oder Fakt?

Brett-im-Bett-1Sicherlich gehören Rückenschmerzen nicht wirklich zu den Dingen im Leben, die es uns ermöglichen, einen erholsamen Schlaf zu genießen. Doch wer einmal damit zu tun hatte und selbst auf einer hochwertigen Matratze nicht wirklich zum Schlafen gekommen ist, wird sich schnell an die alten Empfehlungen und Volksweisheiten erinnern, dass man sich ein Brett ins Bett legen sollte. Doch ist ein Brett im Bett bei Rückenschmerzen wirklich die ideale Lösung? Oder handelt es sich dabei eher um einen Mythos aus längst vergangenen Tagen, in denen man noch nicht sonderlich viel von der Schlafmedizin und gesunden Liegepositionen wusste?

Woher stammt die Volksweisheit Brett im Bett bei Rückenschmerzen?

Im Grunde handelt es sich wohl weniger um eine Weisheit, als vielmehr um einen Notbehelf aus längst vergangenen Tagen. Denn dieser Ausspruch hat seinen Ursprung in den Zeiten, als es nur Federkernmatratzen gab, die auf einem eher nachgiebigen Lattenrost aus Metall lagen. Diese Metallroste gaben nämlich im Laufe der Zeit nach und hingen durch, so dass man wohl eher wie in einer Hängematte geschlafen hat, anstatt auf einer stützenden Liegefläche.

Die Matratzen selbst aber, die bei einem so überstrapazierten Metallrost mit durchhingen, neigten stark zu einer Kuhlenbildung. Durchaus nachvollziehbar also, dass man bei einer solchen Bettausstattung am Morgen mit größeren Rückenschmerzen aufstand, als man abends zu Bett ging.

Um hier ein wenig Linderung für malträtierte Rücken zu schaffen, wurde kurzerhand ein Brett unter die Matratze geschoben. Doch heute wissen wir, dass nicht das Brett dafür verantwortlich war, dass die Rückenschmerzen etwas nachließen. Sondern einzig die Tatsache, dass die Matratze auf diese Weise wieder etwas mehr von unten gestützt wurde und so eine bequemere Liegeposition ermöglichte.

Was passiert, wenn die Unterlage so hart wie ein Brett ist?

In erster Linie ist eine brettharte Unterlage zum Schlafen gänzlich ungeeignet. Denn wenn der Körper nicht bis zu einem gewissen Punkt in die Matratze einsinken kann, muss die Rückenmuskulatur entlang der Wirbelsäule diese Stützfunktion übernehmen. Dadurch kann sie sich natürlich nicht richtig entspannen und das Resultat liegt auf der Hand: Der Rücken schmerzt bereits beim Aufstehen.

Doch eine zu harte Unterlage hat noch ganz andere Folgen:

• Der Bereich um die Taille liegt bei solch einer brettharten Liegefläche nicht auf, somit kann hier die Rückenmuskulatur niemals entspannen.
• Da der Schulterbereich in der Seitenlage nicht einsinken kann, wird sie nach innen verdreht, was zusätzliche Verspannungen bis zur Nackensteifheit mit sich bringt.
• Auch das Becken kann bei einer brettharten Unterlage nicht einsinken, weswegen man unbewusst in eine leichte Bauchlage rutscht und die Lendenwirbelsäule dadurch stark verdreht wird.
• Die Durchblutung wird massiv gestört. Denn die Körperbereiche, die auf der harten Unterlage aufliegen, werden regelrecht auf die harte Liegefläche gepresst, was dazu führt, dass Arme und Beine „einschlafen“ und zu kribbeln beginnen.

Es wird also recht schnell deutlich, dass mit einem Brett im Bett die Rückenschmerzen nicht verschwinden, sondern im Gegenteil noch schlimmer werden.

Wie sollte die Liegefläche bei Rückenschmerzen beschaffen sein?

Prinzipiell sollte eine Liegefläche, also eine Matratze, immer den persönlichen Bedürfnissen und Ansprüchen angepasst sein. Niemals umgekehrt! Wer also unter starken Rückenschmerzen leidet, sollte sich eine Qualitätsmatratze auswählen, die weich genug ist, um bestimmte Körperregionen einsinken zu lassen.

Dennoch sollte es aber die Matratze ermöglichen, dass die Muskulatur und auch die Gelenke im Schlaf ausreichend gestützt werden. Auf diese Weise kann sich die Rückenmuskulatur über Nacht soweit entspannen, dass das Aufstehen nicht gleich wieder zur Qual wird.

Wichtig: Je älter der Schläfer ist, desto weicher sollte die Matratze sein!

Selbst wenn man jahrelang auf einer eher härteren Liegefläche gut geschlafen hat, kann diese im Alter ein Problem darstellen. Denn die Muskulatur verändert sich im Laufe der Lebensjahre, daher kommt mit zunehmenden Alter oftmals eine erhöhte Druckempfindlichkeit dazu, die mit einer härteren Liegefläche nur gesundheitliche Probleme verursachen kann.

Zudem bringt es das Alter mit sich, dass auch Gelenke nicht mehr so vorbehaltslos alles mitmachen. Deswegen sollte eine weichere Matratze mit Stützfunktion gewählt werden.

TIPP: Wählen Sie immer eine Matratze, die Ihren Ansprüchen und Bedürfnissen entspricht. Dabei spielen neben dem Alter auch das Körpergewicht, mögliche Erkrankungen, Körperbau und auch die individuellen Schlafgewohnheiten eine große Rolle.

Für eine optimale Bettausstattung ist nicht nur die Matratze wichtig!

Nicht nur dann, wenn es zu regelmäßigen Rückenschmerzen kommt, sollte über eine optimale Bettausstattung nachgedacht werden. Um jede Nacht zu einem gesunden und erholsamen Schlaf zu finden, braucht es neben der angepassten und funktional hochwertigen Matratze auch einen geeigneten Lattenrost. Dieser sollte aber nicht nur der Liegefläche selbst den nötigen Halt geben, sondern auch die Funktionalität der Matratze vorteilhaft unterstützen.

Fazit

Brett-im-Bett-2Das Brett im Bett hilft nicht wirklich gegen Rückenschmerzen. Es handelt sich also um einen Mythos, der in grauen Vorzeiten eher ein Notbehelf war, da die Bettausstattungen in dieser Zeit nicht wirklich optimal waren.

Ein Brett im Bett führt vielmehr zu noch mehr Rückenschmerzen und weiteren Verspannungen. Darüber hinaus können auch schmerzhafte Durchblutungsstörungen die Folge sein. Von daher ist von einem Experiment mit Brett im Bett eher abzuraten.

Idealerweise sorgt man besser für eine den eigenen Bedürfnissen angepasste Matratze, die den Körper tief genug einsinken lässt, um über Nacht die Muskulatur und die Gelenke optimal zu stützen. Denn nur auf diese Weise kann die Rückenmuskulatur tatsächlich weit genug entspannen, um das Aufstehen am nächsten Morgen zu erleichtern.

Darüber hinaus ist in diesem Zusammenhang auch immer der passende Lattenrost wichtig. Denn er unterstützt die vorteilhaften Eigenschaften einer guten Matratze, was sich schlussendlich auch in einem entspannten Schlaf widerspiegelt.

Wichtig ist bei der Auswahl, die Matratze entsprechend dem Alter, des Körpergewichtes, der Schlafgewohnheiten sowie möglicher körperlicher Einschränkungen auszuwählen.

Darüber hinaus sollte aber gerade bei Rückenschmerzen niemals außer Acht gelassen werden, dass allein die Matratze die Schmerzen im Rücken nicht wegzaubern kann. Hier sollte tatsächlich zusammen mit dem Orthopäden und einem guten Physiotherapeuten auf Ursachenforschung gegangen werden.

Mittels einem speziellen Rückenschulprogramm, auf die Erkrankung abgestimmte Sportarten und Behandlungen beim Physiotherapeuten können Rückenschmerzen nachhaltig bekämpft werden. Wenn dann aber noch die Matratze diese Aktionen unterstützt, wird der Schlaf wieder zu dem, was er sein soll: Entspannend und erholsam auf der ganzen Linie!

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