Das Schlafhormon Melatonin - was Sie wissen sollten

Melatonin: Was hat es mit dem Schlafhormon auf sich?

Melatonin-1Einen guten und gesunden Schlaf sehnt wohl jeder herbei. Umso störender sind dann kurze oder auch längere Phasen, in denen man nur schwer einschläft oder immer wieder wach wird. Am nächsten Tag fühlt man sich dann weder richtig ausgeruht noch besonders leistungsfähig. Eine wichtige Voraussetzung für den guten und erholsamen Schlaf ist das Melatonin, welches unser Körper in aller Regel ausreichend selbst produziert. Doch was genau ist das Melatonin und was bewirkt es?

Wissenswertes über das Melatonin

Bei Melatonin handelt es sich um das sogenannte Schlafhormon, welches unser Körper über eine kleine Drüse, der Zirbeldrüse produziert. Die wichtigste Funktion dieses Hormons ist die Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus. Somit beeinflusst dieses Hormon den Schlaf- und auch den Wachrhythmus eines Menschen, ist also maßgeblich daran beteiligt, ob man gut oder weniger gut schlafen kann.

Melatonin ist ein wichtiger Botenstoff in unserem Organismus, der zwar auch vom Darm und der Netzhaut in geringen Mengen produziert wird, aber allein in der von der Zirbeldrüse im Gehirn ausgeschütteten Menge wirklich den Schlaf beeinflussen kann. Als Zwischenprodukt des menschlichen Stoffwechsels entstanden, wirkt das Schlafhormon bei vielen Prozessen des komplexen Organismus mit, doch vor allem beim Schlaf-Wach-Rhythmus ist die Wirkungsweise normalerweise von der Natur optimiert.

Die Zirbeldrüse im Gehirn, welche man in Fachkreisen Epiphyse nennt, beginnt mit der Melatonin-Produktion dann, wenn über die Augen und die Netzhaut das Signal kommt: Es ist dunkel. Dabei wandelt die kleine Drüse Tryptophan in das Schlafhormon um und schüttet es anschließend aus.

Über den Blutkreislauf gelangt der Botenstoff in den gesamten Organismus und regelt so die ganz natürlichen Prozesse im menschlichen Organismus.

Schlussendlich liegt es also im weitesten Sinne auch am Melatonin, ob wir am nächsten Tag besonders leistungsfähig sind und uns gut konzentrieren können!

Die außergewöhnlichen Wirkungsweisen von Melatonin

In erster Linie sorgt das Schlafhormon dafür, dass der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus eingehalten werden kann und somit die innere Uhr richtig tickt. Doch Melatonin kann noch mehr, denn:

• es hat eine antioxidante Wirkung auf die Organe
• es senkt den Blutdruck
• es reguliert die Ausschüttung von Insulin
• es schützt die Zellen
• es senkt den Energieverbrauch über die Nacht
• es beeinflusst die Ausschüttung der Sexualhormone
• es sorgt für die Aufrechterhaltung des circadianen Rhythmus, also der Veränderungen von biologischen Funktionen wie der Nierenfunktion, die einem bestimmten Tagesrhythmus unterliegen

So kann man die körpereigene Melatonin-Produktion unterstützen

Die Zirbeldrüse braucht für die Produktion von Melatonin unbedingt Tryptophan, welches man über die Nahrung aufnehmen kann. So kann eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung dafür sorgen, dass immer genug vom Schlafhormon produziert und bereitgestellt wird, um zu einem gesunden und erholsamen Schlaf zu finden.

Zu einer vollwertigen Ernährungsweise gehören:

• Käse
• Fisch
• helles und mageres Fleisch
• Hülsenfrüchte
• Getreide
• Nüsse
• Soja
• Eier

Positiver Nebeneffekt einer solch ausgewogenen Ernährung: Auch das Serotonin wird aus diesem Tryptophan produziert. Es wird also etwas gegen Stimmungstiefs und Depressionen unternommen.

Neben der gesunden Ernährung liegt es aber schlussendlich auch an der individuellen Schlafumgebung, dass genügend Melatonin produziert wird. Denn selbst kleinste Reize, die von Handy oder Fernseher ausgehen, suggerieren der Zirbeldrüse, dass ihr Einsatz noch nicht gefragt ist, weil es ja noch hell ist.

Tipp: Deswegen sollten alle Lichtquellen aus dem Schlafzimmer entfernt werden, um dem Körper und insbesondere der Zirbeldrüse die Arbeit zu erleichtern.

Melatonin-Präparate sind nicht ganz ungefährlich!

Auch wenn es für jene, die unter Schlaflosigkeit leiden, durchaus verlockend klingen mag, sind sich die Experten hier einig: Melatonin-Präparate sollten nicht unkontrolliert eingenommen werden, denn die Nebenwirkungen sind nicht ganz ohne. Neben der negativen Beeinflussung des eigenen Schlafrhythmus treten häufig Juckreiz, Hautausschläge, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Rastlosigkeit oder auch Veränderungen des Blutbildes auf, um nur einige zu nennen.

Selbst Fruchtbarkeitsstörungen sind keine Seltenheit. Hingegen ist die mit denen aus dem Ausland stammenden Melatonin-Tabletten angepriesene Anti-Aging-Wirkung nicht zweifelsfrei nachgewiesen und sehr umstritten. In Deutschland gibt es nur einziges Präparat, welches Melatonin enthält. Dieses aber ist verschreibungspflichtig und darf nur in Ausnahmefällen an Patienten ab 55 Jahre ausgegeben werden. Der Hauptgrund sind die hierzu fehlenden klinischen Studien.

Besser ist es natürlich, die eigene Melatonin-Produktion anzukurbeln

Es steht außer Frage, dass der Körper für einen gesunden Schlaf genügend Melatonin braucht. Doch anstatt zu zweifelhaften Pillen zu greifen, empfiehlt sich immer, die Schlafumgebung zu optimieren und eine den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen angepasste Bettstatt auszurichten.

Darüber hinaus kann man mit einer Tasse Schlaftee oder auch einer Milch mit Honig die besseren, und vor allem gesünderen Resultate erzielen. Wenn dann noch das angenehm kühle Schlafzimmer gut abgedunkelt ist, klappt die Melatonin-Produktion ohnehin von alleine.

Denn Mutter Natur hat das Wunderwerk menschlicher Körper schon wohldurchdacht mit allem Nötigen ausgestattet. Sollte es dennoch zu massiven Schlafstörungen kommen, ist das ausführliche Gespräch mit einem Arzt ratsam. Denn auch wenn sich der Melatonin-Gehalt nicht eindeutig nachweisen lässt, kann der Hausarzt doch andere Ursachen für die andauernde Schlaflosigkeit ausschließen oder feststellen.

Fazit

Melatonin-2Das Schlafhormon Melatonin verhilft uns zu einem guten und erholsamen Schlaf. Doch es wird von der Zirbeldrüse im Gehirn nur dann produziert, wenn diese über die Netzhaut das Signal der Dunkelheit empfängt. Melatonin wird also nur zu einer bestimmten Tageszeit produziert und bereitgestellt.

Unterstützen kann man die körpereigene Melatonin-Produktion durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, weil dadurch dem Körper genügend Tryptophan zugeführt wird, was für die Produktion des Schlafhormons, aber auch für das Serotonin benötigt wird.

Darüber hinaus ist es aber die optimale Ausstattung des Bettes mit einer entsprechenden Matratze und Lattenrost sowie die Schlafumgebung, die einen gesunden Schlaf garantiert. Denn Melatonin wird nur dann produziert, wenn es im Raum ausreichend dunkel ist. Ein gedämpftes Licht oder auch die Anzeige des Handys oder der laufende Fernseher stoppen die Produktion des für uns so wichtigen Schlafhormons.

Ein synthetisch hergestelltes Melatonin-Präparat kann das natürliche niemals ersetzen. Zumal hier nicht ausreichend Forschungsergebnisse vorliegen und die Nebenwirkungen durchaus so negativ sind, dass der gesunde Schlaf dennoch nicht erreicht werden kann. Von daher sind natürliche Einschlafhilfen und ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt angebracht, wenn trotz einer hochwertigen Matratze und einer optimalen Umgebung immer noch Schlafstörungen auftreten.

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