Einen Lattenrost selbst bauen – ist das zu empfehlen?

22.09.2017 15:30  Von:: Oliver

Der Selbstbau Lattenrost: ist er wirklich zu empfehlen?

Jeder, dem daran gelegen ist, einen gesunden und erholsamen Schlaf zu genießen, achtet heute auf eine Bettausstattung, welche die eigene Komfortzone bedient. Dabei spielt natürlich in erster Linie die hochwertige Qualitätsmatratze eine wichtige Rolle, die grundsätzlich an die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche angepasst sein sollte. Doch jede noch so gute Liegefläche wäre nur halb so viel wert, wenn sie nicht auf einem entsprechenden Lattenrost liegen würde. Denn im Grunde ist der Lattenrost eine Unterfederung, durch welche die funktionale Qualität der Matratze unterstützt wird. Gäbe es diesen Unterbau nicht, würde die Matratze nicht nur durchhängen, sondern auch mit dem Einsinken des Körpers nicht zurechtkommen. Da hochentwickelte Lattenroste aber durchaus auch mit einigen Euros zu Buche schlagen, verlegen sich manche Menschen auf die Do-it-yourself-Methode. Doch ist der Selbstbau eines Lattenrostes wirklich zu empfehlen?

Das muss man vor dem Selbstbau Lattenrost wissen!

Für einen guten und gesunden Schlaf ist sowohl eine hochwertige Matratze als auch ein dazu passender Lattenrost unerlässlich. Diese Funktionen muss ein Lattenrost, egal in welcher Ausführung, übernehmen können:

  • Belüftung der Matratze von unten
  • Unterstützung der funktionalen Liegeeigenschaften der Matratze
  • Individuelle Anpassung an die Ansprüche und Schlafgewohnheiten des Nutzers
  • Ausbalancierung der Gewichtsverteilung des Menschen
  • Stützen des Körpers durch eine Mittelzonen-Verstärkung

Lattenrost-selber-bauenIm Grunde muss man sich also darüber im Klaren sein, dass die Qualitätsmatratze und der Lattenrost eine untrennbare Einheit bilden sollten, will man auf eine entspannte Nachtruhe nicht verzichten. Einfach nur eine Spanplatte hernehmen, diese auf die Maße des Bettes zuschneiden und darüber die Matratze legen, reicht bei Weitem nicht aus. Die Liegefläche hängt zwar dann nicht mehr durch, aber Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat sind damit vorprogrammiert. Darüber hinaus bietet eine solche auf Maß geschnittene Holzplatte nicht einmal annähernd den benötigten Luftaustausch, um gesundheitsgefährdende Stockflecken und Schimmelflecken zu vermeiden. Denn durch die eigene Körpertemperatur sowie durch das Schwitzen unter der Decke sammelt sich eine bestimmte Menge an Feuchtigkeit, die von der Matratze an der Oberfläche aufgenommen und nach unten abgeleitet wird. Liegt die Matratze nun einfach nur auf einer Spanplatte auf, kann diese Feuchtigkeit nicht abgeleitet werden, was schnell zu unansehnlichen und vor allem hochgradig ungesunden Flecken führt, die man Stock- und Schimmelflecken nennt. Je nachdem, welche Matratze man für seine Bedürfnisse und Ansprüche verwendet, bietet eine einfache Holzbrett-Lösung als Lattenrost zudem den Nachteil, dass der Unterbau nicht genügend federt und so das Gewicht des Körpers ausgleicht.

 

 

Welcher Lattenrost für welche Matratzenart?

Matratzenart Art des Lattenrostes

 

Federkernmatratzen

 

Lattenrost sollte nicht zu sehr federn, sondern eher starr sein, vorzugsweise mit 16 oder 22 Leisten

 

Schaumstoff- oder Viscomatratzen, Gel- oder Latexmatratzen

 

Flexibler Lattenrost, der im Rahmen verstellt werden kann , idealerweise mit 28 Leisten und einem Leistenabstand von maximal 5 cm

Starre Lattenroste sind zwar grundsätzlich für alle Matratzenarten geeignet, doch je nach Matratzenart kann diese Variante durchaus nicht immer das gewünschte Schlaferlebnis fördern. In allen Fällen aber ist jeder Lattenrost durch seine Leisten im jeweiligen Abstand in der Lage, die Matratze von unten gut zu belüften und für einen optimalen Feuchtigkeitsaustausch zu sorgen. Ob man dies nun bei einem Selbstbau Lattenrost immer so ideal hinbekommt, erscheint fraglich. Viel gravierender ist jedoch bei der Marke Eigenbau eines Lattenrostes die unter Umständen fehlende Zoneneinteilung sowie der fehlende Mittelgurt.

Was bewirken Zoneneinteilungen und Mittelgurt bei einem Lattenrost?

Ebenso wie Matratzen selbst, sollte auch der Lattenrost in Zonen eingeteilt sein. Das bedeutet, dass im Bereich der Schultern und des Beckens flexible Leisten eingezogen sind, die es ermöglichen, an diesen Stellen besser einzusinken. In Kombination mit der entsprechenden Matratze wird auf diese Weise die Wirbelsäule besser gestützt und entlastet. Auch eine Mittelzonenverstärkung im Lattenrost ist ideal, um die Wirbelsäule über Nacht ergonomisch korrekt zu lagern. Gekaufte Lattenroste weisen in diesem Bereich zumeist sogenannte Schieber auf, die man individuell einstellen kann, um im Bereich der Mittelzone für eine festere oder weichere Lagerung zu sorgen.

Ein Mittelgurt ist ein textiles Band, welches die einzelnen Leisten des Lattenrostes miteinander verbindet. Neben dieser verbindenden Funktion kommt diesem Gurt aber noch eine viel wichtigere Aufgabe zu, denn er leitet den Druck von einer Leiste auf die benachbarten Leisten weiter. Dadurch werden nicht einzelne Leisten zu stark beansprucht, sondern das Gewicht gleichmäßiger verteilt. Darüber hinaus erfolgt durch dieses Textilband eine höhere Stützfunktion des Lattenrostes, was schlussendlich zu einem besseren Liegekomfort führt.

Fazit

Lattenrost-SelbstbauEin Selbstbau-Lattenrost ist nicht wirklich zu empfehlen, denn es gibt einfach zu viele Aspekte, die man in Heimarbeit nur schlecht umsetzen kann. Angefangen von der schlechteren Belüftung einer Matratze bis hin zum entspannenden und gesunden Liegekomfort bieten Lattenroste Marke Eigenbau niemals die Vorteile eines industriell hergestellten Unterbaus.

Ein Lattenrost muss immer angepasst auf die verwendete Liegefläche sein. Das bedeutet, dass man nicht jede Matratze auf irgendeinen Lattenrost legen kann. Denn diese Unterfederung muss die funktionale Qualität der Matratze unterstützen und ergänzen. Möchte man also auf einer hochwertigen Matratze seine Wirbelsäule optimal lagern, um Verspannungen entgegenzuwirken, kann das kaum mit einem selbst zusammengebauten Lattenrost bewerkstelligt werden. Noch dazu sind die Leisten eines Lattenrostes in den meisten Fällen auch leicht gebogen, so dass sie einen Gegendruck erzeugen. Starre Lattenroste hingegen, also in den Leisten oder im Rahmen weniger bewegliche Lattenroste, gibt es zwar auch vom Hersteller, doch sind diese dann mit einem passenden Mittelgurt ausgestattet, welcher die Gewichtsverteilung optimiert.

Was den Punkt der Zoneneinteilung im Lattenrost angeht, dürfte es sich ebenso schwierig gestalten, diese als Hobby-Handwerker ideal umzusetzen. Doch genau dieser Aspekt entscheidet über eine ruhige und bequeme Nacht oder ein völlig verspannten Erwachen, bei dem man sich gerädert fühlt.

Ebenso schwierig dürfte es sich beim Eigenbau eines Lattenrostes gestalten, wie man die Schieber zum individuellen Einstellen der Mittelzone des Lattenrostes einbaut. Denn hier ist nicht nur handwerkliches Geschick erforderlich, sondern auch Wissen um die anatomischen Gegebenheiten sowie Erfahrungen aus dem humanmedizinischen beziehungsweise orthopädischen Bereich. Um die eigene Komfortzone zu bedienen, macht ein Selbstbau-Lattenrost also nur wenig Sinn. Denn für eine entspannte und erholsame Nachtruhe kann nur eine den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen angepasste Matratze mit dem passenden Lattenrost sorgen. Zudem kosten auch die Materialien für den Eigenbau Geld. Ob diese dann in einem wirklich sinnvollen Verhältnis zu einem vom Hersteller erzeugten Lattenrost stehen, ist sehr fraglich. Denn ein guter Lattenrost mit all seinen Vorzügen muss nicht wirklich teuer sein.

 

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