Hausstauballergiker: Wie Allergieschübe vermeiden?

Welche Maßnahmen sollten Hausstauballergiker treffen, um Allergieschübe so gut als möglich zu vermeiden?

Allergien sind in den letzten Jahrzehnten zur sogenannten Volkskrankheit geworden, sodass etwa 40% der Deutschen darunter leiden. Wobei es wissenschaftlich bewiesen ist, dass die Anzahl der Allergiker weiter zunimmt. Allergische Reaktionen betreffen dabei den gesamten menschlichen Organismus, wobei es u. a. zu Haut- oder Atemwegserkrankungen kommen kann. Häufig sind es natürliche Auslöser, wie beispielsweise Blütenstaub, Schimmel und Hausstaubmilben. Die Grundlage für diese Allergene sind Proteine, tierische oder pflanzliche, wie sie auch in Lebensmitteln vorkommen. Dennoch wird auch eine Hausstauballergie nicht direkt von den Milben ausgelöst, sondern durch ihre Ausscheidungen, die aus reinem Protein bestehen. Getrocknet vermischen sie sich mit der Luft und gelangen auf diese Weise an die Haut und in die Atemwege.

Den Kontakt mit Hausstaubmilben zu vermeiden, das erweist sich als äußerst schwierig, weil die kleinen Spinnentiere die Menschen, respektive ihre abgestorbenen Hautschuppen, als Nahrungsquelle benötigen. Aus diesem Grund leben Hausstaubmilben genau dort, wo auch Menschen leben, besonders gerne in den Betten. Hier finden Milben neben den Hautschuppen ebenso Feuchtigkeit und Wärme. Damit ist in Betten genau der Lebensraum gegeben, der den Fortbestand der Milben ermöglicht.

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Invasion der Milben im Bett – wie können sie aufgehalten werden?

Es gibt drei Möglichkeiten gegen Milben vorzugehen. Eine wäre ein Haus im Hochgebirge, da Milben in Gipfelnähe nicht mehr leben können, was natürlich illusorisch ist. Pillen helfen ja oft in jeder Lebenslage, daher kann man auch mit einem entsprechenden Antihistaminikum gegen die Allergiesymptome vorgehen. Doch ist auch ein Medikament keine optimale Lösung auf Dauer. Die beste Voraussetzung, Wohnung und auch Bett so zu gestalten, dass Milben weitgehend ferngehalten oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden.

Werden die nachfolgend aufgeführten generellen Grundbedingen befolgt, sollte dies schon einiges dazu beitragen:

  1. Im gesamten Wohnbereich glatte Böden bevorzugen, die leicht zu pflegen sind, und keine Teppiche oder Teppichböden verwenden.
  2. Sitzmöbelbezüge (Sofa, Sessel und Stühle) aus Leder oder Kunstleder, d. h., möglichst auf Textilgewebe verzichten, die Flusen bilden oder Staub aufnehmen. Wenn Textilien verwendet werden wie beispielsweise Gardinen, dann sollte man auf pflegeleichte, synthetische Stoffe achten (Mikrofasern oder Polyester).
  3. Mäntel, Jacken und Schuhwerk, das draußen getragen wird, möglichst aus den Wohnräumen fernhalten, da Staub von der Straße anhaftet.
  4. Einen Staubsauger mit HEPA-Filter benutzen, einem speziellen Filter, der auch Kleinstpartikel aufnimmt und sich besonders für Allergiker eignet.
  5. Putzteufel muss nicht unbedingt sein, aber dennoch ist Sauberkeit eine große Hilfe, um Staub und Milben den Kampf anzusagen.

Doch das Kernproblem, das Bett, benötigt noch zusätzliche Maßnahmen, um ruhig und ohne Belästigung durch Milben zu schlafen.

Welche Vorkehrungen sollten getroffen werden?

Damit es den Milben im Bett sozusagen ungemütlich wird, ist die Wahl der Matratze (vorzugsweise aus Kaltschaum) wichtig, Auch Bettwaren und die Wahl des Zubehörs sind von Bedeutung. Pflegeleichte und atmungsaktive Eigenschaften der Textilgeweben sind das A und O. Daher sind synthetische Bettwaren und Bettwäsche, die mindestens bei 60° waschbar ist, eine gute Option. Zumal Milben einen Waschgang bei dieser Temperatur nicht überleben. Um das Eindringen von Milben und andere Verunreinigungen in die Matratze zu vermeiden, ist ein Rundumbezug die einfachste Lösung. Hier eigenen sich Materialen wie beispielsweise Lyocell oder Frottee. Beide Gewebe sind ebenfalls bei 60° zu waschen.

Tipp: Je kleiner der Turnus für einen Waschgang ist, je größer ist die Chance, Milben weitgehend zu vermeiden.

Außerdem sollte im Schlafzimmer noch folgendes beachtet werden:

  • Keine Staubfänger im Schlafzimmer aufbewahren (Deko-Kissen, Teppiche)
  • Kein An - und Auskleiden im Schlafraum (Staub haftet an der Kleidung).
  • Täglich Raum und Bettwaren gut lüften sowie regelmäßig die Matratze drehen und wenden.
  • Regelmäßig saugen (auch Matratze absaugen und gegebenenfalls mit Milbenspray behandeln) und feucht aufwischen.

 

Ein Hausstauballergiker hat es bestimmt nicht leicht, aber Sauberkeit in den Wohnräumen hilft dabei, Allergieschübe sehr zu minimieren. Es kommt natürlich auch auf den Grad der Allergie an, denn mancher reagiert sehr stark, andere wiederum nur dann, wenn es sozusagen ganz dicke kommt. Viele Hausstauballergiker merken meist tagsüber nichts von ihrer Allergie gegen Milben, allerdings fängt es nachts an, in der Nase und im Hals zu kribbeln, wenn nicht ausreichend Vorkehrungen gegen die Milben getroffen werden, wie bereits weiter oben beschrieben.

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Allergie gegen Milben mit Encasing in den Griff bekommen!

Wer trotz schwerer Hausstauballergie allerdings nicht auf seine Bettwaren aus Daunen verzichten möchte, braucht es auch nicht. Denn ein Encasing Programm kann hier helfen. Encasing sind spezielle Bezüge aus dem hochwertigen Mikrofaservlies Evolon, die über Kissen, Bettdecke und Matratze gezogen werden. Die dicht gewebte Struktur des Materials sowie doppelte Nähte und ein verdeckter Sicherheitsreißverschluss verhindern, dass Milben von innen nach außen und umgekehrt hindurch können. Das bedeutet Vollschutz gegen Milben und Allergene. Dieses Gewebe erweist sich als wahre Wohltat während des Schlafes. Obwohl das Gewebe eine dichte Faserstruktur aufweist, lässt es Luft und Wasserdampf durch, daher kommt es nicht zu unangenehmem Schwitzen. Außerdem ist hochwertiges Encasing hautfreundlich und raschelt nicht, sodass eine erholsame Nachtruhe immer gewährleistet ist.

Milben, die sich im Encasing einnisten wollen, haben keine Chance, weil ihnen der Lebensraum genommen wird. D. h., mit der Einhaltung der bereits genannten Maßnahmen werden Milben den Rückzug antreten, sodass an der Schlafzimmertür das Schild „ Milben befreite Zone“, durchaus seine Gültigkeit hat.

Doch obwohl das Material, aus dem Encasing Bezüge gefertigt sind, ziemlich robust ist, benötigt es dennoch Pflege, damit die Freude auch lange währt:

  1. Grundsätzlich über Encasing normale Bettwäsche ziehen.
  2. Die Bezüge selbst höchstens 3 x pro Jahr bei 95° waschen. Der Grund hierfür: durch häufiges Waschen lockern sich die Fasern, sodass Milben bald Schlupflöcher finden und der Schutz ist sozusagen dahin.

Doch bevor die Encasing Bezüge verwendet werden, sollten Matratzen und Bettwaren gründlich gesäubert werden:

  • Je nach Alter der Matratze eventuell eine neue kaufen.
  • Matratze mit Staubsauger (HEPA-Filter) gut absaugen, gegebenenfalls Oberfläche mit mildem Schaum abwaschen, danach gut lüften und trocknen lassen.
  • Synthetische Bettwaren in der Maschine bei mindestens 60° waschen.
  • Federbetten von einem Fachmann reinigen lassen. Aber es ist auch möglich, diese selbst in der Maschine bei 30° mit einem Wollwaschmittel zu waschen und entweder im Trockner oder an der Luft trocknen lassen.

 

Obwohl Milben eigentlich harmlose Mitbewohner sind, können sie doch bei empfindlichen Personen gesundheitlichen Schaden anrichten. Doch wenn unsere Tipps in die Tat umgesetzt werden, gehören Allergieschübe sicher bald der Vergangenheit an!