Kindliche Schlafstörungen: Wenn Kinder keine Ruhe finden

Kindliche Schlafstörungen - was tun?

Kindliche Schlafstörungen - was tun, wenn Kinder keine Ruhe finden

Es steht wohl außer Frage, dass gerade Kinder besonders viel an gutem Schlaf brauchen. Denn davon hängt in entscheidendem Maße ihre körperliche und geistige Entwicklung ab. Doch Statistiken beweisen, dass nahezu jedes 3. Kind im Laufe seines jungen Lebens bereits mit Schlafstörungen zu kämpfen hat. Auch wenn viele der kindlichen Schlafprobleme nicht unbedingt organische Ursachen haben, stellen sich doch alle Eltern dann die Frage: Was tun, wenn Kinder keine Ruhe finden?

Welche Ursachen haben Schlafstörungen bei Kindern?

Ebenso wie bei uns Erwachsenen können Schlafstörungen bei Kindern sehr unterschiedliche Ursachen haben. Nicht selten findet man die Auslöser für Schlafprobleme bereits im Tagesablauf. So reagieren gerade Babys und Kleinkinder auf die folgenden Faktoren häufig mit einem gestörten Schlaf.  

Auslöser sind unter anderem:  

  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf
  • besonders aufregende Erlebnisse am Tag
  • Stresssituationen im direkten Umfeld der Kinder
  • starke emotionale Belastungssituationen im Leben der Kleinen
  • hohe Lärmbelästigungen
  • der Schlaf-Wach-Rhythmus hat sich nicht reguliert oder entwickelt

 

Kinder brauchen in erster Linie klare und gut strukturierte Tagesabläufe. Dass das unter Umständen hin und wieder durch besondere Lebensumstände nicht eingehalten werden kann, ist völlig normal.  

Doch es geht hier um die Regelmäßigkeit hinsichtlich der Essens-, Spiel- und Ruhezeiten sowie um regelmäßige Abläufe im Tagesgeschehen. Es kann für ein Kind immens viel Stress bedeuten, wenn es nicht in festen Strukturen leben kann, weil jeden Tag die Essenszeit oder auch die Zubettgehzeit anders gelagert ist.  

Ebenso reagieren Kinder besonders feinfühlig auf emotionale Belastungen. Wenn beispielsweise die Zuwendung fehlt oder die Mama mal nicht zu Hause ist.   Selbst Stress, der durch die persönlichen Probleme bei den Eltern ausgelöst werden kann, bringt für ein Kind meist eine unruhige Nacht mit sich. Sind die Kinder älter, können auch Ursachen hinzukommen, die mit Mobbing in der Schule oder starkem Leistungsdruck in Zusammenhang stehen.  

Doch natürlich kann es trotz geregeltem Tagesablauf gerade bei kleineren Kindern Schlafstörungen geben. Vielleicht, weil sie gerade zahnen oder einen Wachstumsschub durchmachen. Möglicherweise ist das Kind aber auch gerade in seiner Trotzphase und reagiert anders auf das ins Bett legen, wie üblich.  

Darüber hinaus spielen natürlich bei kindlichen Schlafproblemen auch Erkrankungen eine Rolle. Beispielsweise sind Erkältungen, Blähungen oder andere Schmerzen oftmals der Auslöser für ein Schlafproblem.  

Hinweis: Die meisten Schlafstörungen bei Kindern sind nur vorübergehend oder treten nur gelegentlich auf. Sollten allerdings Zweifel daran bestehen, dass es nur ein vorübergehendes Problem gibt, sollte immer der Kinderarzt hinzugezogen werden. Denn es gibt auch Ursachen für eine kindliche Schlafstörung, die auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen können.

Was sind typische Schlafprobleme bei Kindern?

Wer sein Kind genau beobachtet und weiß, wie es in bestimmten Lebenssituationen reagiert, wird schnell herausfinden, dass die Anzeichen für einen schlechten Schlaf denen bei Erwachsenen nicht unähnlich sind.  

Allerdings kann auch eine Weigerung, ins Bett zu gehen oder das nächtliche wandern ins elterliche Bett ein Hinweis darauf sein, dass das Kind nicht gut schläft.  

Bei Kindern gibt es typische Schlafprobleme, die es als Eltern zu beachten und zu unterscheiden gilt:  

  1. Einschlafprobleme: Ist das Kind nicht innerhalb von etwa 20 Minuten friedlich eingeschlafen, spricht man von Einschlafstörungen. Das kann daran liegen, dass es noch nicht die individuelle Schlafenszeit des Kindes ist oder dass es besonders aufgewühlt ist, von den direkten Aktivitäten vor dem Zubettgehen. Hier spielt der Tagesablauf eine große Rolle. Zu viel Stress kann hier ebenso nachteilig wirken, wie zu wenig Bewegung an der frischen Luft oder einem viel zu späten Mittagsschlaf.
  2. Albträume: Die meisten Kinder leiden unter Schlafstörungen, weil sie von Albträumen geplagt werden. Diese treten hauptsächlich in der zweiten Nachthälfte auf und resultieren zum Großteil ebenfalls aus dem Tagesgeschehen inklusive der medialen Berieselung.
  3. Nachtschreck: Der medizinische Ausdruck für dieses Phänomen lautet Pavor nocturnus und bezeichnet das nächtliche Aufschrecken, das überwiegend bei Kindern zwischen vier und sechs Jahren auftritt. Ausgelöst wird dies meist durch mangelnde Schlafhygiene und/oder besonders emotionale Erlebnisse am Tag, die dann beim Schlaf verarbeitet werden.
  4. Schlafwandeln: Besonders jüngere Kinder neigen dazu, in den ersten Stunden nach dem Einschlafen komplexe Bewegungen auszuführen, ergo sie schlafwandeln.
  5. Schnarchen und Schlafapnoe: Nicht selten schnarchen auch Kinder. Das hängt zumeist mit der Entwicklung zusammen und kann durch Fehlbildungen des Kiefers, durch Polypen oder vergrößerte Mandeln ausgelöst werden. Treten jedoch Atemaussetzer auf, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
  6. Bettnässen: Gerade bei kleineren Kindern kann das durchaus häufiger passieren. Doch dieses Einnässen weckt die Kinder, sodass der Schlaf gestört wird.

 

In seltenen Fällen kann das Kind auch an einer Narkolepsie leiden. Das bemerkt man vor allem daran, dass das Kind auch am Tag plötzlich einschlafen, selbst wenn es vielleicht eine ruhige Nacht hatte. Sollte das öfter auftreten, dann ist es ratsam, mit dem Kinderarzt Rücksprache zu halten.

Magazin-Anzeige-Matratzenschutz

Wie kann man den kindlichen Schlafstörungen vorbeugen?

Kindliche Schlafstörungen, sofern sie keine schweren Erkrankungen als Ursache haben, lassen sich in der Regel mit einer optimalen Schlafhygiene schnell beheben.  

Denn wenn die Rahmenbedingungen stimmen, schlafen auch die Kinder besser und ungestörter. Zudem wirkt sich ein geregelter Tagesablauf sehr förderlich auf die Entwicklung der Kinder aus. Da diese häufig auch erst ein gesundes Schlafverhalten entwickeln müssen.  

Mit den folgenden Regeln lassen sich Schlafstörungen im Kindesalter perfekt vorbeugen:  

  • Licht- und Geräuschquellen möglichst komplett aus dem Kinderzimmer verbannen
  • die Raumtemperatur sollte zum Schlafen zwischen 16 und 19 Grad liegen
  • das Bett sollte tagsüber nicht zum Spielen, essen oder lernen genutzt werden
  • das Bett sollte inklusive der Matratze auf die Bedürfnisse des Kindes angepasst sein
  • das Kind sollte niemals zur Strafe ins Bett geschickt werden
  • nicht nur der Tag, sondern speziell der Abend sollten ruhig und strukturiert ablaufen
  • abendliche Einschlafrituale sind wichtig, damit das Kind schon vor dem Schlafen zur Ruhe kommt
  • direkt vor dem Schlafen sollte das Kind nichts mehr essen oder trinken oder körperliche anstrengende Aktivitäten vollführen
  • um das Bettnässen zu umgehen, sollte das Kind direkt vor dem Schlafen noch einmal auf die Toilette gehen (das führt zu einer Gewöhnung, von der es selbst im Erwachsenenalter noch profitiert)
  • möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen lassen (das fördert die Entwicklung eines gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus)

 

Darüber hinaus hilft es älteren Kindern, wenn sie autogenes Training erlernen. Bei Kleinkindern aber sollte man darauf achten, dass der Mittagsschlaf nicht zu spät und zu lange erfolgt.

Fazit

Auch Kinder können unter Schlafstörungen leiden. Diese sind meistens nicht schwerwiegend und in der Regel wirklich nur vorübergehend, weil häufig entwicklungsbedingt. Mitunter braucht es aber nur eine optimale Schlafhygiene und feste Rituale vor dem Schlafen, damit Kinder leichter und schneller zur Ruhe kommen können.  

© mashiki #123525651 stock.adobe.com  

Diese Website nutzt Dienste von Facebook® u.a. zur Optimierung von Anzeigen. Sie können der Nutzung hier widersprechen. Mehr erfahren
!!!!!!!!!!!!!!!