Konzentrationsstörungen durch Schlafmangel - das können Sie tun!

Schlafmangel - Konzentrationsstörungen können die Folge sein – Was Sie tun können!

Konzentrationsst-rungen-1Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass guter und ausreichender Schlaf in jeder Hinsicht gut tut. Zum einen kann sich der Körper in der Schlafphase natürlich sehr gut regenerieren. Auf der anderen Seite braucht aber auch unsere Seele ausreichend guten Schlaf, um am nächsten Tag wieder fit genug für alle alltäglichen Herausforderungen zu sein. Ganz nebenbei werden die eigenen Kräfte so gestärkt und das Gute-Laune-Barometer schießt nach oben.

Doch ganz sicher hat es jeder von Ihnen auch schon einmal am eigenen Leib gespürt, wie sich ein zeitweiser Schlafmangel am nächsten auswirken kann. Neben der scheinbar bleiernen Müdigkeit fehlen einem dann selbst für die kleinsten Alltagsdinge die Kraft und die Lust. Darüber hinaus sind es aber die Konzentrationsstörungen durch Schlafmangel, die unsere Belastungsgrenze in Beruf oder Schule drastisch nach unten sinken lässt.

Das passiert im Körper bei Schlafmangel

Wenn man sich dessen bewusst ist, welche Vorgänge in einem schlafenden Körper ablaufen, kann man sich schnell vorstellen, was im menschlichen Körper schief laufen kann, wenn dieser unter Schlafmangel zu leiden hat. Denn bei einem gestörten Schlafrhythmus oder eben vereinfacht ausgedrückt, bei Schlafmangel:

• können alte und defekte Zellen weder entsorgt noch erneuert werden
• bestimmte Prozesse zur Heilung werden unterbrochen
• die benötigten Wachstumshormone werden nicht ausreichend produziert, was bedeutet, dass Fettdepots nicht abgebaut werden können und der Knochenstoffwechsel gestört wird
• die Hautzellen werden nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt
• die Gehirnleistungen werden runter gefahren, so dass am nächsten Tag die Leistungs- und Konzentrationskurven weit nach unten hängen und denken, konzentrieren, lernen, logisch denken und erinnern förmlich am Tiefpunkt angelangen

Was hat ein Schlafmangel mit der Konzentration zu tun?

Jeder Mensch besitzt kognitive Fähigkeiten, zu denen auch die der Konzentrationsfähigkeit gehört. Aus wissenschaftlicher Sicht ist damit die Fähigkeit gemeint, sich auf eine ganz bestimmte Aufgabe zu fokussieren und dabei alle anderen Reize förmlich auszuschalten.

Wer sich also sehr gut konzentrieren kann, wird kaum etwas von der Musik im Radio oder vom Gespräch der Kollegen mitbekommen. Nicht zu verwechseln ist eine Konzentrationsstörung im Übrigen mit einer Konzentrationsschwäche. Denn während man bei einer Störung nur für einen kurzen Zeitraum Schwierigkeiten hat, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren, kann man sich bei der Schwäche in puncto Konzentration für dauerhafte und längere Zeitphasen nicht auf eine Sache konzentrieren.

Die Folgen von dauerhaften Konzentrationsstörungen können im Übrigen verheerend sein. Einmal abgesehen von den vielleicht kürzeren Phasen, in denen wir uns aufgrund von Schlafmangel nur schlecht oder gar nicht konzentrieren können, kann eine dauerhafte Beeinträchtigung dieser für uns so wichtigen kognitiven Fähigkeit zur Folge haben, dass wir nicht mehr die richtigen Prioritäten setzen können.

Das bedeutet, dass uns nach und nach die Fähigkeit verloren geht, richtig einzuschätzen, in welcher Reihenfolge bestimmte Dinge erledigt werden sollten. Darüber hinaus kann es aber auch zu einem stetigen Absinken der Gedächtnisleistung kommen. Dies würde beispielweise bedeuten, dass man auf lange Sicht längst nicht mehr so viel im Gedächtnis behalten kann, wie vor dem Schlafmangel mit anschließenden dauerhaften Konzentrationsstörungen. In diesem Zusammenhang treten dann leider bei vielen Menschen auch Depressionen und andere psychische Erkrankungen auf.

Das können Sie tun?

Zunächst einmal sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass es völlig normal ist, hin und wieder Konzentrationsstörungen zu haben. So kann es trotz eines guten und erholsamen Schlafes in der Nacht passieren, dass die Konzentration untertags nachlässt. Denn es braucht schon jede Menge Energie, sich zu konzentrieren. Das funktioniert nun mal aber nicht über den gesamten Arbeits- oder Schultag.

Hinzu kommen Konzentrationsstörungen, die aufgrund der nachfolgenden Ursachen entstehen können und auch völlig normal sind. Beispielsweise gelingt das bewusste Fokussieren auf eine Aufgabe oftmals schlecht:

• unmittelbar nach einem guten Essen
• bei zu niedrigem Blutzuckerspiegel
• in Stresssituationen
• bei Sorgen und Nöten

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Konzentrations- und Leistungstief können beispielsweise gezielte Yoga-Übungen, Meditation, autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder sportlicher Betätigung und Bewegung an der frischen Luft sein.

Oftmals sind es gerade die Stresssituationen im Büro oder auf der Schulbank, die durch die vorgenannten Entspannungstechniken schnell wieder für ein Ansteigen der Leistungskurve sorgen können.

WICHTIG! Abzuraten ist in solchen Situationen von koffeinhaltigen Getränken wie Energy Drinks oder Kaffee oder anderen eher ungesunden Mitteln.

TIPP: Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause vollbringt wahre Wunder. Ebenso können ein paar Dehnungsübungen bei geöffnetem Fenster hilfreich sein, um schnell wieder den Fokus zurückzugewinnen. Darüber hinaus ist es aber gerade bei Konzentrationsstörungen wichtig, dass Sie den Ursachen auf den Grund gehen. Häufig sind es die allgemeinen Lebensumstände und Verhaltensweisen, die dazu führen können, dass man sich schlechter konzentrieren kann.

HINWEIS: Bei gesunden Erwachsenen liegt die durchschnittliche Dauer der guten Konzentrationsfähigkeit zwischen 60 und 90 Minuten. Es ist aber bereits nach 20 Minuten für jeden spürbar, dass man sich stark konzentriert. Von daher keine Panik, wenn man nach vielleicht 30 Minuten doch hin und wieder einer kleinen Ablenkung unterliegt. Liegt es aber daran, dass Sie schlecht geschlafen haben, weil ihr Bett eher unbequem ist oder zu viel Lärm in Ihrer näheren Schlafumgebung war, dann sind das Faktoren, die Sie schnell selbst beheben können.

Sorgen Sie für:

• eine ruhige und angenehme Schlafatmosphäre
• eine Bettausstattung, die Ihren Bedürfnissen und Ansprüchen entspricht
• eine kühle Umgebungstemperatur im Schlafzimmer
• nicht zu spät eingenommene Mahlzeiten

Sollten indes die Schlafstörungen trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen andauern, ist es in jedem Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Denn ein gestörter Schlaf, der dauerhaft einen Schlafmangel mit sich bringt kann durchaus auch an Erkrankungen liegen, die von einem Mediziner behandelt werden sollten. Ebenso ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen, wenn die Konzentrationsstörungen:

• unerklärlich sind
• sehr starke Auswirkungen haben
• zunehmend schlechter werden
• über viele Tage oder gar Wochen bestehen
• selbst positive Dinge nicht mehr motivierend sein können

Fazit

Konzentrationsst-rungen-2Konzentrationsstörungen werden durch einen Schlafmangel durchaus gefördert oder hervorgerufen. Um diese Störungen des kognitiven Konzentrationsvermögens zu umgehen, sollte die Ursache des Schlafmangels untersucht werden. So sollte unbedingt sichergestellt werden, dass die Matratze, der Matratzenschutz und auch die Bettwaren den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen entsprechen.

Ist zudem die Raumtemperatur und die Schlafumgebung völlig in Ordnung, aber die Konzentrationsschwierigkeiten aufgrund von Schlafmangel liegen trotzdem vor, kann ein Gespräch mit dem Hausarzt möglicherweise Aufklärung bringen.

Treten die Konzentrationsstörungen nur gelegentlich auf, besteht noch kein Grund zur Sorge, denn diese kann man mit einigen Entspannungsübungen oder einem Spaziergang schnell beheben. Dauern die Störungen indes länger an, empfiehlt sich in jedem Fall ein Besuch beim Arzt.

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