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Bettwanzen

Bettwanzen sind parasitisch lebende Insekten, die häufig als unliebsames Souvenir aus dem Urlaub mitgebracht werden. Sie siedeln sich im Bett, in kleinen Ritzen oder unter der Matratze an, wo sie sich vom Blut ihrer Wirte ernähren. Da Bettwanzenstiche bei Menschen mitunter starken Juckreiz auslösen, gilt es, die kleinen Parasiten schnellstmöglich loszuwerden.

Was sind Bettwanzen?

Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen (Cimex lectuarius) sind kleine Insekten, die sich in Wohnungen gern in Löchern und Spalten von Möbeln, in Ritzen von Matratzen, hinter Bilderrahmen oder unter Fußleisten verstecken. Mitunter ziehen sich Bettwanzen sogar ins Parkett oder den Dielenboden zurück. Bettwanzen sollten nicht mit Hausstaubmilben oder Silberfischen verwechselt werden, die ebenfalls oft im Schlafzimmer auftauchen. Anders als diese Tiere leben Bettwanzen parasitisch, sie ernähren sich vom Blut anderer Lebewesen – das können warmblütige Tiere oder auch Menschen sein.

In der Regel ziehen sich die nachtaktiven Bettwanzen tagsüber in ihr Versteck zurück und kommen nachts hervor, wenn sie hungrig sind. Dann stechen sie ein Loch in die Haut und saugen daraus das Blut der Menschen, die dabei meist weiterschlafen. Die Stiche machen sich am nächsten Tag als kleine rote Punkte bemerkbar, die normalerweise in einer Reihe oder im Kreis angeordnet sind. Nach einigen Tagen tritt zudem ein mitunter starker Juckreiz auf.

Hinweis: Bettwanzen werden häufig mit unhygienischen Wohnverhältnissen in Verbindung gebracht. Das kann zwar stimmen, es muss aber keineswegs so sein.

Wie Bettwanzen aussehen

Bettwanzen messen im ausgewachsenen Stadium etwa 3,8 bis 5,5 mm (etwa so groß wie ein Apfelkern). Damit sind sie, anders als Milben, mit dem bloßen Auge gut erkennbar. Die kleinen Insekten haben eine bräunliche Färbung und sind sehr platt, fast wie ein Blatt Papier. Sie haben keine Flügel und springen auch nicht wie Flöhe. Haben sich Bettwanzen mit Blut vollgesaugt, sind sie deutlich größer. Sie messen dann fast 1 cm und haben eine dunklere, rötlich-braune Färbung, die bis ins Schwarz reichen kann.

Wie Sie Bettwanzen finden

Neben juckenden Punkten auf der Haut gibt es eine Vielzahl von Indizien, die auf einen Bettwanzenbefall hindeuten:

  • unangenehmer Geruch: Bettwanzen verströmen einen unangenehmen Geruch, der bei starkem Befall in einem schlecht belüfteten Schlafzimmer durchaus auffallen kann. Häufig wird der eklig süßliche Geruch mit Bittermandel verglichen.

  • Kot: Winzig kleine schwarze Punkte, die an Tintenkleckse erinnern, auf dem Lattenrost, dem Bettgestell oder den Seitennähten der Matratze sind vermutlich der Kot von Bettwanzen.

  • Eier: Die kleinen beigefarbenen, länglichen Kügelchen werden selten im Bett, sondern eher in Löchern, Ritzen und Zwischenräumen abgelegt.

  • Häutungsreste: Die hellbraunen Körperhüllen von Bettwanzen als Überbleibsel ihrer Häutung finden sich häufig hinter dem Kopfteil von Betten, entlang des Bettrahmens und der Fußleisten im Schlafzimmer.

  • Blutflecken: Als Folge des Blutsaugens finden Sie oft winzig kleine rote Flecken auf der Matratze oder dem Bettlaken.

Zwar können Bettwanzen weder springen noch fliegen. Allerdings krabbeln sie sehr schnell davon, wenn man die Matratze anhebt oder eine Lichtquelle auf sie richtet. Das macht es schwer, ihre Verstecke im Zimmer zu finden – vor allem bei einem noch nicht allzu starken Befall ohne Geruch. Daher kann in manchen Fällen nur eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma eine aussagekräftige Diagnose stellen.

Wie Sie Bettwanzen loswerden

Bettwanzen vermehren sich unglaublich schnell: Jede weibliche Bettwanze legt jeden Tag bis zu zwölf Eier, aus denen nach etwa zwei Wochen neue Bettwanzen schlüpfen. Daher lautet die Devise: Nach eindeutiger Feststellung eines Bettwanzenbefalls sollte schnellstmöglich gehandelt werden. Dafür sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfung beauftragt werden.

Wollen Sie selbst tätig werden, bieten sich folgende Möglichkeiten an, die sich sowohl in der Wirkungsweise als auch ihrer Effektivität unterscheiden:

  • Insektizide bzw. Pestizide in Form von Sprays schrecken oder töten Bettwanzen ab. Sie sind sehr effektiv und einfach in der Anwendung, können allerdings Allergien und gesundheitliche Probleme bei Menschen und Haustieren auslösen.

  • Natürliche, schadstofffreie Mittel wie Bohnenblätter oder Kieselgur halten die Bettwanzen fest oder zerstören ihren Chitinpanzer, sind allerdings im Wohnraum schwierig zu verteilen.

  • Hitze (Föhn, Ofen, Trockner, Dampfreiniger etc.) ist ein effektives Mittel, da Bettwanzen mitsamt ihren Eiern bei Temperaturen über 50° C absterben. Diese chemiefreie und äußerst effektive Methode lässt sich allerdings bei größeren, nicht waschbaren Objekten schwieriger umsetzen. Kammerjäger*innen haben spezielle Geräte, mit denen sie Bettwanzen in allen Entwicklungsstadien durch Hitze abtöten können.

  • Kälte ist ein weiteres chemiefreies Mittel, da Bettwanzen und ihre Eier auch bei Temperaturen unter –16° C absterben. Kleinere Gegenstände können daher gut in die Tiefkühltruhe gelegt werden (Achtung: mind. 80 Stunden drin lassen!).

  • Staubsauger können einzelne Tiere schnell und einfach von fast allen Gegenständen mechanisch entfernen. Danach sollte der Beutel unbedingt sofort entsorgt werden!

  • Spezielle Medikamente, die ins Blut übergehen, können vom Menschen eingenommen werden, sodass die Bettwanzen beim Blutsaugen sterben. Allerdings ist dies nur unter strenger ärztlicher Kontrolle anzuraten. In Deutschland sind diese Mittel nicht für Menschen zugelassen.

Tipp: Ausführlichere Anleitungen zum Bekämpfen von Bettwanzen finden Sie in unserem Ratgeberbeitrag "Bettwanzen".

Wie Sie Bettwanzen vorbeugen können

Sind Bettwanzen einmal da, lassen sie sich nur schwer wieder loswerden. Daher ist es sinnvoll, schon vorher anzusetzen und einem Befall vorzubeugen. Folgende Tipps können bei der Prophylaxe helfen:

  • Schmutzwäsche nie auf dem Boden liegen lassen, vor allem in Hotels oder anderen Ferienunterkünften
  • Gepäckstücke im Urlaub verschlossen halten und nicht auf dem Boden lagern
  • nach Reisen auch die nicht getragenen Kleidungsstücke möglichst heiß waschen und ggf. in den Trockner geben (solche Temperaturen überleben Bettwanzen nicht)
  • gebraucht gekaufte Möbelstücke gründlich reinigen und eventuell mit einem Bettwanzen-Insektizid behandeln
  • Encasings als Schutzhülle nutzen, um zumindest Matratze, Bettdecke und Kissen zu schützen