Schlaf vor Mitternacht – besonders erholsam?

Ist der Schlaf vor Mitternacht wirklich besonders erholsam?

Mythos? Besser schlafen vor MitternachtWeithin wird angenommen, dass es besonders erholsam sei, wenn man bereits vor Mitternacht schläft. Dabei steht natürlich außer Frage, dass ausreichend Schlaf nötig ist, um dem Körper die Erholung zu verschaffen, die er benötigt. Ebenso ist es nicht von der Hand zu weisen, dass nur bei ausreichend Schlaf eine optimale Regeneration des menschlichen Organismus stattfinden kann.

Doch ist es dafür wichtig, sich vor Mitternacht hinzulegen und zu schlafen? Wir gehen der Sache auf den Grund.

Was macht einen erholsamen Schlaf aus?

Zahlreiche Studien belegen es immer wieder: Ein erholsamer Schlaf ist von wichtigen Faktoren abhängig. Dabei geht es allerdings nicht um das Mittagsschläfchen, sondern um den Schlaf in der Nacht beziehungsweise jenen, den man über einen längeren Zeitraum genießt.Schichtarbeiter beispielsweise werden wohl kaum in der Nacht schlafen, um sich zu erholen, sondern weitestgehend tagsüber ihre Nachtruhe erleben.

Von erholsamen Schlaf sprechen Forscher, wenn die folgenden Faktoren zutreffen:

• die Einschlafzeit beträgt maximal 30 Minuten
• die nächtlichen Aufwachphasen werden entweder gar nicht wahrgenommen oder das Einschlafen funktioniert sofort wieder
• nach dem nächtlichen Aufwachen beträgt die neuerliche Einschlafzeit höchstens 20 Minuten
• die Schlafdauer reicht aus, um möglichst von allein wieder aufzuwachen und sich erholt und fit zu fühlen

Durch diese Faktoren wird aber deutlich, dass es nicht unbedingt der Schlaf vor Mitternacht sein muss, um erholsam zu sein. Ausschlaggebend sind nämlich immer die ersten vier Stunden, nachdem man sich ins Bett gelegt hat.

Denn in dieser Zeit gelangt man nach rund 30 bis 60 Minuten in die Tiefschlafphase. Genau diese Phase aber ist es, die auf unseren Körper besonders entspannend und erholsam wirkt. Denn genau in dieser Zeit regeneriert sich der Organismus am intensivsten.

Studien zum Schlaf vor Mitternacht bringen noch anderes ans Licht

Alle Studien zu einem erholsamen Schlaf machen immer wieder deutlich, wie wichtig ein optimales Schlafklima, Schlafhygiene und Schlafdauer sind. Doch während allgemeinhin von den Schlafmedizinern immer wieder darauf verwiesen wird, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, noch vor Mitternacht in die so erholsame Tiefschlafphase zu gelangen, haben andere Studien nun noch ein anderes Phänomen ans Tageslicht gefördert.

So fanden Wissenschaftler in Japan heraus, dass der Zeitpunkt unter Umständen doch entscheidend sein könnte. Denn in ihrer Studie konnten sie nachweisen, dass Probanden, die noch vor Mitternacht in den Tiefschlaf fanden, eine deutlich bessere Gefäßdehnbarkeit aufwiesen. Die Messung der Pulswellen-Geschwindigkeit ergab also die These, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder das damit einhergehende Risiko gerade für ältere Menschen wohl doch durch frühzeitiges Zubettgehen minimiert werden könnte.

Nachtmenschen hingegen, die eben erst weit nach Mitternacht zu Bett gehen und dementsprechend später in die Tiefschlafphase gelangten, wiesen diese für das Herz-Kreislauf-System so wichtige Gefäßdehnbarkeit nicht auf.

Schlafexperten stellen darüber hinaus fest:

1. Das es dennoch bei den meisten Menschen einen Zusammenhang zwischen der Zubettgehzeit und dem erholsamen Schlaf gibt. Denn die meisten Menschen können zwischen 22 Uhr und 24 Uhr am besten einschlafen. In Studien wurde hierbei beobachtet, dass diese Menschen besonders erholt wieder aufwachten. Vermutlich hat das mit der inneren Uhr beziehungsweise dem natürlichen Bio-Rhythmus zu tun, den ohnehin niemand tatsächlich beeinflussen kann.

2. Laut Experten sollte die Schlafdauer bei einem erwachsenen Menschen immer um die sechs Stunden Minimum betragen. Dabei sollte es nicht öfter als bis zu zweimal in der Woche zu weniger Schlaf kommen, denn das würde zu erheblichen Beeinträchtigungen führen und durchaus eine Schlafstörung nach sich ziehen können.

3. Die Zubettgehzeiten sollten weitestgehend immer zum gleichen Zeitpunkt stattfinden. Unregelmäßige Einschlafzeiten könnten auf Dauer ebenso zu massiven Schlafstörungen führen, so die Schlafmediziner. Denn erst diese Regelmäßigkeit garantiert eine gute Einschlafphase.

4. Einschlafrituale sind laut der Schlafforscher ebenso wichtig für einen gesunden und erholsamen Schlaf, wie die Schlafhygiene und die Schlafumgebung. Während zur guten Schlafhygiene auch der Verzicht von übermäßigem Alkoholkonsum oder extremem Sport vor dem Einschlafen gehört, zählen bei der Schlafumgebung vor allem die gute Bettausstattung sowie die Dunkelheit, die optimale Raumtemperatur und der Verzicht auf Fernsehen als Einschlafhilfe.

TIPP: Sollte es dennoch häufiger zu Einschlafproblemen oder gar dauerhaften Schlafstörungen kommen, ist es immer ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Denn neben jenen Faktoren, die man selbst verbessern kann, gibt es auch Erkrankungen oder Medikamente, die einen gesunden und erholsamen Schlaf einfach nicht möglich machen.

Woher kommt also der Volksglaube, dass der Schlaf vor Mitternacht gesünder wäre?

Im Grunde ist es ganz einfach: Dieser Volksglaube ist bereits sehr alt. Doch zu jenen Zeiten gab es weder die heute bekannten Freizeitaktivitäten nach Feierabend noch Elektrizität. Aus diesem Grunde gingen unsere Vorfahren weitaus früher zu Bett, als wir das heute kennen.

Denn sobald es dunkel wurde, produzierte ihr Körper logischerweise mehr Melatonin und somit wurde man frühzeitig müde. Darüber hinaus hatte der Tag bei unseren Ahnen nach der eigentlichen Arbeit nicht mehr sonderlich viel zu bieten, zumal man ohnehin immer früh aufstehen musste. Theater, Kino oder auch einen Besuch im Restaurant unternahm man damals ebenso wenig, wie man sich mit einem guten Buch bis spät in die Nacht hinsetzte oder gar ewig lang im Internet surfte oder fernsah.

Fazit

Auch der Schlaf nach Mitternacht kann erholsam sein!Der Schlaf vor Mitternacht ist erholsam, wenn der Schlafende dabei schnell und gut in die Tiefschlafphase gelangt. Nachtmenschen hingegen brauchen aber nicht auf diesen guten Schlaf zu verzichten, denn bei ihnen tickt einfach die innere Uhr ein wenig anders. Wichtig für den erholsamen Schlaf ist es generell, dass diese ersten vier Stunden nach dem Zubettgehen dazu führen, dass man in die Tiefschlafphase gelangt.

Schläft ein Schichtarbeiter also tagsüber, kann er ebenso einen erholsamen Schlaf finden, wie ein Frühaufsteher, dessen innere Uhr ihn bereits gegen 22 Uhr am Abend ins Bett schickt. Qualität und Dauer des Schlafes sind neben dem individuellen Bio-Rhythmus ausschlaggebend, nicht aber die Tageszeit. Darüber hinaus ist es immer wichtig, auf eine optimale Schlafumgebung und eine gute Schlafhygiene zu achten, will man sich am nächsten Morgen fit und erholt fühlen.

Einschlafrituale und eine gewisse Regelmäßigkeit sorgen dann für den Rest. So kann man umgehen, von Schlafstörungen geplagt zu werden, die keiner mag und die krank machen können.

Fotos: © grassy22, © vegefox.com – Fotolia.com

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