Schlafapnoe: wenn im Schlaf die Atmung aussetzt

Schlafapnoe: Symptome, Diagnose, Behandlung

SchlafapnoeDas Schnarchen selbst ist wohl kaum jemandem unbekannt. Entweder man hört es vom Nachbarn, kennt es noch aus Kindertagen, wenn man bei den Großeltern mit im Bett schlafen durfte, oder auch vom eigenen Partner oder gar sich selbst. Wie unangenehm vor allem langanhaltendes und vor allem sehr lautes Schnarchen sein kann, steht wohl ebenso außer Frage. Doch wussten Sie, dass bei vielen Menschen in der Nacht die Atmung hin und wieder aussetzt? Wussten Sie auch, dass man diese Atemaussetzer Schlafapnoe nennt und diese gar nicht so gesund ist?

Was genau ist die Schlafapnoe?

Per Definition handelt es sich bei einer Schlafapnoe um Atemstillstände, die der Betroffene, meist unbemerkt, in der Nacht erleidet. Die Dauer ist bei jedem Menschen unterschiedlich lang. So kann ein solcher Atemstillstand während des Schlafes zwischen zwei Sekunden und bis zu einer Minute variieren.

Geschätzt wird, dass rund zwei Prozent der Frauen und rund vier Prozent der Männer von diesem Schlafapnoe-Syndrom betroffen sind. Aufgrund einer Schlafapnoe oder eines gesundheitlich bedenklichen Atemstillstandes während des Schlafens kommt es zu einem kritischen Absenken des Sauerstoffgehaltes im Blut.

Der Betroffene holt dann reflexartig tief Luft. Viele wachen von diesem tiefen Luftholen kurz auf, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dafür haben sie am nächsten Tagen mit unangenehmen Symptomen oder Nachwirkungen zu kämpfen, zu denen unter anderem folgende gehören:

• Tagesmüdigkeit
• Übermüdungserscheinungen
• Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
• trockene Mundschleimhäute nach dem Aufstehen
• Kopfschmerzen direkt nach dem Wachwerden

Aus medizinischer Sicht spricht man im Übrigen erst dann von einer Schlafapnoe, wenn es zu wenigstens zehn dieser Atemaussetzer pro Stunde kommt. Leider ist es vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie darunter leiden. Ergo können die wenigsten etwas über die Häufigkeit oder die Dauer ihrer Atemstillstände beim Schlafen berichten.

Welche Ursachen sind für eine Schlafapnoe verantwortlich?

Wissenschaftler und Schlafmediziner haben herausgefunden, dass man die Schlafapnoe in zwei Unterscheidungsmerkmale einteilen kann.  

obstruktive Schlafapnoe zentrale Schlafapnoe
obere Atemwege sind blockiert oder zumindest stark verengt Auslöser ist hier meist im Gehirn zu suchen, welches die Atmung plötzlich stoppt
beim Luftholen sind die Widerstände meist zu groß und die Atemmuskulatur zu schwach Erst bei Erreichung eines kritischen Punktes hinsichtlich des Sauerstoffgehaltes wird die Atmung wieder aktiviert
Hauptursache ist hier ein starkes Übergewicht sowie ein erhöhter BMI-Wert Hauptursache sind hier meist Kopfverletzungen oder auch ein Schlaganfall

 

Wie kann man die Schlafapnoe feststellen?

Wie bereits eingangs erwähnt, merkt der Betroffene meist selbst nichts davon, dass er unter Atemaussetzern leidet. Er bemerkt wohl die Abgespanntheit, die ständige Übermüdung und andere Symptome, doch häufig wird dies einem allgemeinen Unwohlsein oder auch Stress zugeschrieben.

Eventuell gesteht sich der eine oder andere noch ein, dass er unter Schlafstörungen leidet. Aber in vielen Fällen war es das auch schon. Es ist also gar nicht so leicht, den eigenen Atemstillstand festzustellen. Gibt es aber einen Partner, so fällt es bedeutend leichter.

In der Regel sollte dann ein Arzt aufgesucht werden, wobei viele Betroffene zunächst ihren Hausarzt aufsuchen. Durch ein gezieltes Gespräch mit diesem können sich Verdachtshinweise verdichten und dann wird der Betroffene meist zu einem Schlaflabor oder einem spezialisierten Schlafmediziner überwiesen.

Im Schlaflabor selbst werden dann verschiedene Messungen und Untersuchungen vorgenommen. Hier sind vor allem während des Schlafes der Sauerstoffgehalt im Blut sowie der Herzrhythmus wichtige Faktoren.

Behandlungsmethoden der Atemstillstände

Wurde eine Schlafapnoe festgestellt, so richtet sich die Behandlungsmethode nach der auslösenden Ursache. Auch der Grad der Erkrankung spielt hier eine Rolle.

In sehr vielen Fällen werden sogenannte Atemmasken verschrieben, durch welche sich die CPAP-Therapie recht unkompliziert von dem Betroffenen selbst zu Hause aus durchführen lässt. Diese speziell für die Schlafapnoe entwickelte Maske wird an ein Gerät angeschlossen, welches einen Überdruck erzeugt. Dadurch können die oberen Atemwege nicht blockiert werden, so dass genügend Luft eingeatmet werden kann.

Atemaussetzer gehören so der Vergangenheit an und der Betroffene kann wieder einen ungestörten und vor allem gesunden Schlaf genießen. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist hier auch für die jeweiligen Partner, denn auch diese werden nicht mehr ungewollt daran gehindert, erholsam und gesund zu schlafen.

Sind vergrößerte Mandeln oder auch Polypen als Ursache für die abnormale Verengung der oberen Luftwege zu sehen, kommt ein operativer Eingriff in Frage.

Darüber hinaus ist es häufig aber auch ein ungesunder Lebensstil, welcher als Ursache für eine Schlafapnoe zu werten ist. In diesem Falle wird die Behandlung mit einer begleitenden Therapie zur Rauchentwöhnung oder einem gesunden Abnehmen angestrebt.

Welche Auswirkungen bringt die Schlafapnoe mit sich?

Schlafapnoe-2Neben den Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsverlust oder auch häufigen Kopfschmerzen nach dem Aufstehen, können sich die nächtlichen Atemaussetzer auch anderweitig bemerkbar machen. Denn wird eine Schlafapnoe nicht behandelt, kommt es durch die ständige Übermüdung häufiger zu gefährlichen Unfällen im Straßenverkehr oder auch beim Führen von Maschinen. 

Wirklich problematisch aber sind die Auswirkungen, die durch eine Schlafapnoe direkt auf den Körper Einfluss nehmen. Denn die Atemstillstände beim Schlafen wirken genauso, wie eine dauerhafte Schlafstörung.

Es kommt also immer wieder zu einem Schlafentzug, den der Körper schnell spürt. Folgen der Schlafapnoe können sein:

• erhöhter Blutdruck
• Herzrhythmusstörungen
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• Depressionen

So einfach lässt sich einer obstruktiven Schlafapnoe vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn man niemals unter den nächtlichen Atemaussetzern leiden muss. Wer aber hier auf Nummer sicher gehen will, sollte besonders auf eine gesunde Lebensweise achten.

Vorbeugen lässt sich eine Schlafapnoe insbesondere durch:
• eine Vermeidung von Übergewicht
• einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin
• leichte Mahlzeiten vor dem Schlafen
• nicht zu späte Mahlzeiten vor dem Zubettgehen
• eine gesunde Schlafumgebung inklusive eines optimalen Raumklimas
• eine den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen angepasste Bettausstattung
• regelmäßige Schlafzeiten
• ausreichende Schlafphasen
• bevorzugte Seitenschläfer-Position, um die Atemwege möglichst blockadefrei zu halten
• optimalen Schlafkomfort
• eine hohe Schlafqualität

Fazit

Wenn im Schlaf die Atmung mehr als zehn Mal in der Stunde plötzlich aussetzt, spricht man von einer Schlafapnoe. Häufig sind verengte oder blockierte obere Atemwege dafür verantwortlich.

Darüber hinaus wird durch zu starken Alkohol- und Nikotingenuss sowie durch extremes Übergewicht die Schlafapnoe forciert, weswegen eine gesunde Lebensweise und die Gewichtsreduktion eindeutig eine ideale Vorbeugung darstellen können.

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