Schlafmittel und die Risiken unter die Lupe genommen

Schlaflos in Deutschland: Schlafmittel und die Risiken

schlafmittel-1Während manche Menschen nur gelegentlich unter Schlafstörungen leiden, wälzen sich andere wieder nahezu regelmäßig in ihrem Bett und finden nicht zu einem entspannenden und gesunden Schlaf. Oftmals liegt es einfach nur daran, dass die Bettausstattung nicht auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Also beispielsweise die Matratze nicht den Liegekomfort bietet, den man für seine individuellen Schlafgewohnheiten benötigt.

Im Sommer kann es auch an den verhältnismäßig hohen Temperaturen liegen, dass man weniger gut schläft. Doch viele Menschen sind Nacht für Nacht schlaflos in Deutschland. Schnell greifen sie dann zu Schlafmitteln. Einmal abgesehen von altbewährten Hausmitteln, sind Schlafmittel aber nicht ohne Risiken. Leider sind sich viele Menschen mit Schlafstörungen nicht immer im Klaren darüber, wie hoch die Risiken sind, wenn man regelmäßig Schlafmittel einnimmt.

Mögliche Ursachen für Schlafstörungen

Die Ursachen dafür, warum man nicht gut oder nahezu gar nicht schlafen kann, können sehr vielfältig sein. Beispielsweise sorgen folgende Punkte für Schlafstörungen:

• Stress und Alltagsprobleme
• Erkrankungen
• falsche Bettausstattung
• ungünstige Gestaltung der Schlafumgebung

Sofern die Ausstattung des Bettes und die Schlafumgebung für Probleme sorgen, können diese recht schnell behoben werden. Doch auch wenn Stress, Probleme oder auch Angstzustände sowie Erkrankungen der Grund für Schlafprobleme sind, handelt es sich meist nur um eine begrenzte Zeit, in welcher Schlafstörungen auftreten können.

In der Regel findet der Körper einige Tage später wieder zu seinem natürlichen Schlafrhythmus zurück und die schlaflosen Nächte sind Vergangenheit.

Schwierig wird es dann, wenn der gestörte Schlaf einen dauerhaften und damit chronischen Zustand annimmt. Denn dann ist der Griff zu Schlaftabletten und Co nicht mehr weit.

Schlafmittel sorgen nicht für den gesunden und wirklich erholsamen Schlaf

Generell ist die Einnahme von Schlafmitteln, die zu der Gruppe von Psychopharmaka, Benzodiazepine und Z-Substanzen gehören, für einen kurzen Zeitraum und nach Ansprache mit dem Hausarzt nicht dauerhaft schädlich.

Wenngleich auch in dieser Zeit natürlich die Gefahr von Nebenwirkungen auftritt. Doch eine dauerhafte und unter Umständen unkontrollierte Einnahme von Schlafmitteln ist ungesund und gefährlich. Denn diese lange Einnahme führt zu:

• psychischer Abhängigkeit
• physischer Abhängigkeit
• körperliche Gewöhnung und Steigerung der Dosis
• negative Veränderung des Schlafrhythmus
• anderen Nebenwirkungen

Schlussendlich wird durch Schlafmittel niemals ein gesunder und erholsamer Schlaf erzielt. Denn durch Pillen und andere Mittel kommt es nicht zu einem natürlichen Schlaf. Zudem verstärken sich Schlafstörungen durch diese Mittel noch weiter.

Wie sich die nachteiligen Wirkungen der Schlafmittel äußern

Die psychische Abhängigkeit wird schon nach wenigen Tagen spürbar. Meist ist der Griff zum Schlafmittel dann schon selbstverständlich und man glaubt, ohne dieses Mittel nicht einschlafen zu können. Dabei löst schon allein die Vorstellung, auf das Schlafmittel zu verzichten, Angstzustände und Nervosität aus.

Mit der körperlichen Gewöhnung ist die Tatsache gemeint, die schon nach einigen Tagen eintritt. In diesen wenigen Tagen nämlich hat sich der Körper bereits an die Schlafmittel und ihre Wirkung gewöhnt, so dass eine höhere Dosis gebraucht wird, um den gleichen Effekt wie zu Anfang zu erzielen.

Die physische Abhängigkeit äußert sich in der Regel bereits nach einer Woche oder spätestens nach vier Wochen. Wenn nach diesem Zeitraum das Schlafmittel abgesetzt wird, kommt es zu Entzugserscheinungen wie Zittern, Schwitzen, Angstzustände, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten.

Zusätzlich hat man dann den Eindruck, überhaupt nicht mehr ohne Schlafmittel schlafen zu können. Schlafmittel haben bei einer dauerhaften Einnahme immer auch negative Wirkungen auf das Schlafverhalten und den Schlafrhythmus.

Zunächst einmal werden die Tiefschlafphasen unterdrückt, wodurch die erholsame Schlafphase mit den Träumen wegfällt. Dadurch kann sich der Körper nicht mehr genug erholen und so die Regeneration des Organismus nicht mehr stattfinden.

Wie andere Medikamente auch, haben natürlich auch Schlafmittel ganz allgemein gültige Nebenwirkungen, die ebenso wenig gesund für den Körper sind. So kommt es häufig zu Stoffwechselstörungen, Verdauungsproblemen, einer verminderten Blutgerinnung und Reaktionsfähigkeit. Zusätzlich aber lauert hier die Gefahr, an Depressionen zu erkranken.

MERKE: Schlafmittel fördern nicht den natürlichen und gesunden Schlaf, sondern führen zu weniger und schlechterem Schlaf!

Diese Gefahren lauern durch Schlafmittel

• Suchtgefahr
• körperliche und seelische Abhängigkeit
• Risiko für weitere und ernsthafte Erkrankungen
• verkürzte Lebenszeit
• Beeinträchtigungen von körperlichen Prozessen und Gehirnaktivitäten

Zu diesen Gefahren kommen weitere negative Nebeneffekte hinzu. Denn auch Muskelschwäche, Benommenheit, Schwindelgefühl, ständige Kopfschmerzen und eine stetige Müdigkeit auch tagsüber sind die Folge von der dauerhaften Einnahme von Schlafmitteln.

Einschlafprobleme mit der 10-3-2-1-0-Formel beheben

Neben der optimalen Bettausstattung inklusive einer passenden Matratze können Einschlafprobleme unter Umständen auch mit der praktischen 10-3-2-1-0-Formel behoben werden.

10 Stunden vor dem Schlaf möglichst auf Koffein verzichten
3 Stunden vor dem Schlaf nichts mehr essen und auf Alkohol verzichten
2 Stunden vorher keine anstrengenden und aufregenden Aktivitäten mehr durchführen
1 Stunde vor dem Schlaf Laptop, Handy und Fernseher ausschalten
0 mal die Schlummertaste am nächsten Morgen drücken

Gesunde Alternativen zu klassischen Schlafmitteln

Bei leichteren Schlafstörungen können Kräuterextrakte, Hausmittel oder auch Schlafmittel auf pflanzlicher Basis die gesündere Alternative darstellen. Darüber hinaus können Veränderungen der Schlafgewohnheiten sowie spezielle Entspannungstechniken sehr hilfreich sein, um die Schlaflosigkeit zu überwinden. Auch eine Psychotherapie kann hier Abhilfe schaffen.

Fazit

Schlafmittel2Die dauerhafte Einnahme von Schlafmitteln ist ungesund und mit vielen Risiken verbunden. Denn schon nach wenigen Tagen stellt sich eine physische und psychische Abhängigkeit ein, die jeden Menschen schnell in die Sucht abgleiten lässt.

Deswegen ist es wichtig, die Gründe für eine längere Schlaflosigkeit gemeinsam mit dem Hausarzt herauszufinden, um dieser Phase entgegenwirken zu können. Denn Erkrankungen sind nur einer der Gründe, warum man schlaflos ist. Sollte es trotz optimaler Bettausstattung und Schlafumgebung dennoch zu längeren Phasen der Schlaflosigkeit kommen und keine körperlichen Gründe vorliegen, können gesündere Alternativen helfen.

Möglichst sollte dabei auch auf einige Regeln geachtet werden, die häufig ausschlaggebend für Einschlafprobleme sind. Zu viel und zu spät gegessen, zu viel Alkohol konsumiert oder auch ein laufender Fernseher können das Einschlafen erschweren.

Vielmehr machen bestimmte Rituale durchaus Sinn. Statt beispielsweise kurz vor dem Zubettgehen eine anstrengende Joggingrunde zu drehen, kann eine Meditation viel mehr helfen, schnell und gut einzuschlafen. Denn dabei kommt der Körper zur Ruhe und der Geist beruhigt sich. Stress und innere Unruhe lassen sich so ganz einfach abschalten und dem gesunden und vor allem natürlichen Schlaf steht nichts mehr im Wege.

Fotos: © Rainer Fuhrmann, © andriano_cz– Fotolia.com