Schlafmittelabhängigkeit - Wege aus der Sucht

Tipps: Was tun bei Schlafmittelabhängigkeit?

Wie Sie gegen Schlafmittelabhängigkeit ankommen

Wer sich nächtelang immer nur im Bett herumwälzt und nicht wirklich zur Ruhe kommt, wird unter Umständen schnell darüber nachdenken, mit welchen Mitteln der Schlaf gefördert werden könnte. Nicht selten spielen dabei Medikamente eine Rolle und zwar nicht immer nur auf der gedanklichen Ebene. Doch es gibt Wege aus der Sucht, denn eine Schlafmittelabhängigkeit muss nicht sein.

Woran erkennt man eine Schlafmittelabhängigkeit?

Es ist offensichtlich gar nicht so schwer, von einem Schlafmittel abhängig zu werden. Denn Benzodiazepine sowie Nichtbenzodiazepine werden von Ärzten verordnet, wenn eine Schlafstörung vorliegt oder die Gründe für die Schlaflosigkeit aufgrund einer Erkrankung auftreten. Das verschafft den Betroffenen zunächst Erleichterung beim Ein- und Durchschlafen, was schlussendlich für so manchen Genesungsprozess besonders wichtig ist.

Doch schnell entwickelt sich daraus eine Abhängigkeit, die sich wie folgt äußern kann:

  • Betroffene nehmen die Schlafmittel auch dann noch ein, wenn eine akute Lebenssituation bereits beendet ist
  • die Nichteinnahme der abendlichen Tablette sorgt für Stress, Angst und innere Unruhe
  • Betroffene nehmen das Schlafmittel zur Sicherheit selbst dann ein, wenn sie sehr müde sind
  • Entzugserscheinungen wie erneute Schlaflosigkeit, Nervosität, Zittern, Angstzustände, Reizbarkeit, ansteigender Blutdruck und Puls sowie Bauchschmerzen und Durchfall treten einzeln oder zusammen auf

 

Immer wieder ist zu beobachten, dass vor allem die Gedanken daran, dass die Dosierung des Schlafmittels heruntergesetzt werden soll oder auch gar nicht erst ein neues Rezept vom Arzt ausgestellt wird, schon regelrechte Panikattacken auslösen können. Das ist ein sehr bedenkliches und sicheres Anzeichen dafür, dass jemand in die Abhängigkeit vom Schlafmittel geraten ist.

Worin liegen die Ursachen für eine derartige Abhängigkeit?

Wer jetzt als Ursache für eine derartige Medikamentenabhängigkeit die vorausgegangene Schlafstörung sieht, denkt allerdings falsch. Denn die wahren Gründe, warum jemand vom Schlafmittel abhängig wird, liegen ganz woanders. Denn grundsätzlich gilt für verordnete Schlafmittel, dass diese von einem Arzt verschrieben werden müssen und nur für einen begrenzten Zeitraum von maximal 3 bis 4 Wochen eingenommen werden sollten.

Demzufolge sind die folgenden Ursachen dafür ausschlaggebend, ob man tatsächlich abhängig wird:

  • das Medikament wird über einen längeren Zeitraum eingenommen
  • das Schlafmittel wird regelmäßig eingenommen und es entsteht eine Gewöhnung
  • der mit dem Arzt abgesprochene Einnahmeplan wird missachtet
  • die Dosierung wird eigenmächtig erhöht
  • die Einnahme wird nach einer längeren Zeit abrupt beendet

 

Hinweis: Es nutzt nichts, wenn man zwischen Benzodiazepinen und Nichtbenzodiazepine oder anderen Präparaten wechselt, da die Wirkungen ähnlich sind. Zudem ist es für jeden Betroffenen wichtig zu wissen: Die Schlafmittel werden nur in der ersten Zeit tatsächlich für einen besseren und tieferen Schlaf sorgen. Danach schwächt sich die Wirkung ab.

Genau hier aber liegt die größte Gefahr, denn wer glaubt, dass eine Tablette nichts mehr bringt, erhöht die Dosis unter Umständen und ein Teufelskreis beginnt. Auch eine höhere Dosis wird nach einiger Zeit nicht mehr die Wirkung bringen, wie am Anfang.

Wie wird eine Schlafmittelabhängigkeit behandelt?

Vor der Behandlung steht natürlich die Diagnose. Hier gilt es, in Erfahrung zu bringen, warum überhaupt ein Schlafmittel verordnet wurde. Schlafstörungen können immerhin sehr unterschiedliche Ursachen haben. Wurde die allerdings nur wenig bis gar nicht behandelt, wird der gestörte Schlaf immer wieder Probleme verursachen.

Ein entsprechend geschulter Schlafmediziner wird also die festgestellte Ursache für die Ein- und Durchschlafstörung gezielt behandeln und gleichzeitig die Dosis der Schlafmittel immer weiter herabsetzen. Nur so lassen sich eventuell auftretende Entzugserscheinungen unter Kontrolle halten.

Das geschieht allerdings über einen längeren Zeitraum, denn hier sind unter anderem auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen notwendig, um den Betroffenen wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Zudem werden in dieser komplexen Behandlung von Schlafmittelabhängigkeiten auch gezielt Entspannungstechniken und Wissenswertes rund um die optimale Schlafhygiene vermittelt. Das hilft dem Betroffenen langfristig, auch ohne Schlafmittel auszukommen. Selbst wenn es wieder einmal Stresssituationen oder andere Auslöser gibt, die das Ein- und Durchschlafen erschweren können.

Was kann man selbst tun, um gar nicht erst abhängig zu werden?

Niemand ist davor sicher, nicht doch einmal unruhige Nächte zu verbringen oder aufgrund einer besonderen Lebenssituation nur schwer in den Schlaf zu finden. Doch müssen es immer gleich Schlafmittel sein, die abhängig machen können? Hier können natürliche Einschlafhilfen und Hausmittel die bessere Alternative sein.

Abendliche Rituale wie autogenes Training oder Meditation in Tateinheit mit einem heißen Glas Milch oder Kräuter-Duftkissen können den Schlaf besonders fördern. Daraus kann zwar auch eine Art Abhängigkeit resultieren, aber dann eine, die keine schädlichen Nebenwirkungen mit sich bringt. Ebenso ist eine optimale Schlafhygiene ganz wichtig.

Denn Faktoren wie eine ruhige und dunkle Schlafumgebung, eine passende Bettausstattung oder auch die eigenen Lebensgewohnheiten bilden die Grundlage für einen gesunden und erholsamen Schlaf. Darüber hinaus wirkt der eigene Tagesablauf immer wieder auf den Schlaf. Auch hier gibt es einiges zu beachten, will man sich abends nicht endlos von einer Seite auf die andere drehen.

Hilfreich sind hier beispielsweise Überlegungen zu:

  • Wie sieht es mit der Be- und Entlastung im Alltag aus?
  • Wird für ausreichend sportliche Betätigung und der Aufenthalt an der frischen Luft gesorgt?
  • Wie steht es um die gesunde Ernährung?
  • Wird eine gesunde Lebensführung praktiziert?

 

Tipp: Wenn es trotzdem nicht reibungslos klappt mit dem Schlafen, dann kann ein abendliches Entspannungsbad oder ein Buch wahre Wunder vor dem Zubettgehen wirken.

Fazit

Eine Schlafmittelabhängigkeit ist wie das sprichwörtliche „Aus dem Regen in die Traufe“ kommen. Wer also unter schweren Schlafstörungen leidet und deswegen dementsprechende Medikamente einnimmt, wird recht schnell mit dem Problem der Abhängigkeit zu kämpfen haben.

Doch in der Regel sind die Ursachen für die Schlaflosigkeit nicht beseitigt. Zudem wirken die Schlafmittel nur für kurze Zeit gut, dann aber stellt sich die Gewöhnung ein und man schläft trotz der Schlaftablette nicht besser. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen braucht es zum einen professionelle Unterstützung durch einen Arzt, denn einfach die Pillen absetzen reicht überhaupt nicht aus.

Auf der anderen Seite ist es besonders wichtig, die eigene Schlafhygiene und die Lebensführung zu überdenken. Wenn es da bereits das eine oder andere Manko gibt, wird sich der gesunde Schlaf ohnehin nicht wirklich einstellen. Hausmittel oder auch natürliche Einschlafhilfen sind immer die bessere Alternative, als der verhängnisvolle Griff zur Schlaftablette.

Denn bei diesen Methoden kommt es vielleicht zu dem Effekt, dass einem etwas fehlen würde, wenn man das nicht tut. Aber es gibt keinen gesundheitlich bedenklichen Nebeneffekt der Abhängigkeit.

Foto: © Photographee.eu #106124923 adobe.stock.com

Lyocell Tencel Matratzenbezug versteppt PROCAVE Matratzenschutz24
Lyocell Matratzenbezug versteppt
ab 39,95 €
medicase® Encasing Bettdeckenbezüge aus Evolon
medicase® Encasing Bettbezüge aus Evolon
ab 49,95 €
leichtes Unterbett Duplex-Soft mit Sommerseite und Winterseite
Leichtes Unterbett Duplex-Soft
ab 23,95 €
Diese Website nutzt Dienste von Facebook® u.a. zur Optimierung von Anzeigen. Sie können der Nutzung hier widersprechen. Mehr erfahren