Schlafwandeln - ein gefährliches Phänomen

Schlafwandeln – ein riskantes und gefährliches Phänomen

schlafwandeln-1Bei dem Begriff Schlafwandeln haben wohl die meisten eine lustige Comicfigur vor Augen, die im Nachtgewand und mit ausgestreckten Armen durch die Dunkelheit tapst. Was aber im Zeichentrickfilm recht lustig dargestellt wird, ist in der Realität nicht ganz ungefährlich. Denn auch wenn das nächtliche Schlafwandeln meist eher harmlose Ursachen hat, können die Auswirkungen auf die Gesundheit dennoch enorm sein.

Was bedeutet der Begriff Schlafwandeln eigentlich?

Der medizinische Ausdruck für das Schlafwandeln lautet Somnambulismus. Gemeint ist damit das nächtliche Umherwandeln, bei dem der Betroffene nicht vollständig wach ist. Manche Menschen setzen sich in dieser Phase nur kurz im Bett auf, schauen offenbar orientierungslos um sich, legen sich gleich wieder hin und schlafen seelenruhig weiter. Andere aber verlassen das Bett.

Für einen Beobachter macht es sogar den Eindruck, als ob sie genau wüssten, wo sie hin wollten oder was sie tun wollen. Doch was da so zielstrebig aussieht, ist es keineswegs. Auch wenn in puncto Schlafwandeln noch nicht alles erforscht ist, fest steht: Die Betroffenen befinden sich dann in einem besonderen Zustand einer veränderten Bewusstseinslage.

Das bedeutet, dass hier der Wachzustand mit dem Schlaf kombiniert ist und der Schlafwandler deswegen auch zu komplexen Handlungen fähig ist. Trotzdem wird sich keiner der Betroffenen am nächsten Tag daran erinnern.

Häufig ist das Schlafwandeln dann zu beobachten, wenn der Schlafende innerhalb seines Schlafzyklus den kurzen Moment der Aufwachphase erreicht hat. Das ist normalerweise nicht ungewöhnlich und tritt bei jedem Menschen auf. Nur wenn in dieser Phase eine Störung vorliegt, kommt es bei manchen Personen dann zum Wandeln im Schlaf.

Übrigens sind Kinder und Jugendliche sehr viel mehr davon betroffen, als Erwachsene. In der Regel verliert sich diese Aufwachstörung bis zum Ende der Pubertät. Bleibt sie aber auch im Erwachsenenalter bestehen oder kommt sehr häufig vor, empfiehlt sich eine genaue Ursachenforschung. Denn abgesehen von dem Verletzungsrisiko, dem der Betroffene beim Schlafwandeln ausgesetzt ist, können hier auch andere Ursachen eine Rolle spielen.

Typische Symptome des Schlafwandelns

• der Betroffene richtet sich kerzengerade im Bett auf, zupft an Decke oder Kissen, schaut ausdruckslos oder auch orientierungslos umher
• der Betroffene verlässt das Bett, um zur Toilette zu gehen, ganz normale Tätigkeiten im Haushalt auszuführen oder auch das Haus zu verlassen
• der Blick des Betroffenen ist in dieser Phase meist starr, er sucht keinen Augenkontakt zu anderen Personen
• auf äußere Reize reagieren Schlafwandler entweder gar nicht oder sehr zeitverzögert
• wenn Schlafwandler in dieser Phase geweckt werden, sind sie völlig orientierungslos
• die Betroffenen bewegen sich üblicherweise geradeaus, das heißt, sie gehen eher den direkten Weg und vermeiden Kurven oder dergleichen
• das Schlafwandeln dauert zwischen einigen Sekunden bis zu wenigen Minuten

TIPP: In der Regel ist es nicht ideal, den Schlafwandler aufzuwecken, da sie in diesem Fall oftmals erschrecken. Sinnvoller ist es, vor allem bei Kindern, das Ganze zu überwachen und denjenigen sanft an die Hand zu nehmen, um ihn zurück zum Bett zu begleiten. Dadurch wird die mögliche Verletzungsgefahr minimiert.

Mögliche Ursachen für das Schlafwandeln

Wirklich erforscht ist dieses Phänomen noch nicht. Doch Mediziner haben eine Häufung innerhalb der Familie festgestellt, so dass man davon ausgehen kann, dass es sich um eine genetische Veranlagung handelt.

Schlüsselreize oder auch Ursachen für das Schlafwandeln können sein:

• ein bereits vorausgegangener, andauernder Schlafmangel
• eine Erkrankung, die mit Fieber und Schmerzen einhergeht
• eine gefüllte Harnblase und der Drang, auf die Toilette zu müssen
• die Nebenwirkungen von Medikamenten
• übermäßiger Alkoholkonsum
• psychische Erkrankungen
• Stress
• organische Erkrankungen, die das Gehirn betreffen, wie zum Beispiel Epilepsie

Übrigens ist die Anziehungskraft des Mondes nicht verantwortlich dafür, ob jemand schlafwandelt oder nicht. Der Mythos der sogenannten Mondsüchtigkeit ist also ein altes Ammenmärchen!

Wie wird das Schlafwandeln diagnostiziert und behandelt?

In der Regel kann ein Schlafwandeln nur dann vom Arzt auch diagnostiziert und behandelt werden, wenn der Betroffene von seinen nächtlichen Ausflügen etwas weiß. Doch nur, wenn sich diese Episoden nicht zu sehr häufen oder keine Verletzungen auftreten, wird der Hausarzt auch etwas dagegen unternehmen.

So kann es also durchaus sein, dass ein Betroffener, der möglicherweise allein lebt, zum Arzt geht, weil er meint, an einer Schlafstörung zu leiden. Denn die Symptome können ganz ähnlich sein. Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder auch Unkonzentriertheit am nächsten Tag kommen bei Schlafwandlern ebenso vor.

In diesem Fall wird es über die Anamnese sowie einer eventuellen Beobachtung im Schlaflabor erst zu einer eindeutigen Diagnose kommen. Ob das Schlafwandeln nun in die Kategorie gehört, die vom Arzt behandelt werden muss, oder auch nicht: In jedem Fall wird der behandelnde Hausarzt Tipps zur Schlafumgebung und zur Schlafhygiene geben. Denn sind diese beiden Faktoren stimmig, kann das Schlafwandeln minimiert werden.

Zumindest wird die Häufigkeit dieser nächtlichen Aktivität stark herabgesetzt, wenn es in puncto Schlafhygiene und Schlafumgebung keine Beanstandungen gibt.

Zur optimalen Schlafhygiene und Schlafumgebung gehören unter anderem folgende Faktoren:

• ein gesundes Raumklima
• eine optimale Raumtemperatur von etwa 16 Grad bis 20 Grad Celsius
• ein auf die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche angepasstes Bett mit entsprechender Matratze und Bettwaren
• ein Schlafzimmer ohne störende elektronische Geräte, Lichtquellen oder Geräusche
• genügend Entspannungsphasen auch am Tag
• feste Zubettgehzeiten
• mögliche Einschlafrituale, um Körper und Geist in einen angenehmen Ruhezustand zu versetzen
• keine zu späten Essenszeiten
• kein übermäßiger Alkohol- und Tabakkonsum direkt vor dem Schlafen

Darüber hinaus kann jeder vom nächtlichen Wandeln Betroffene durch autogenes Training neue Verhaltensmuster antrainieren. So kann eine Meditation oder auch ein gezieltes autogenes Training helfen, sich psychisch und physisch so weit wie möglich zu entspannen und eventuellen Stress abzubauen.

Das hilft zum einen bei einem schnelleren und besseren Einschlafen, sorgt aber auch dafür, die nächtlichen Ausflüge zu minimieren. Hier können bildliche Vorstellungen oder auch Mantra ähnliche Vorsätze helfen.

TIPP: Wer sich vor dem Einschlafen vornimmt und einredet, dass er wach wird, sobald die Füße den Boden berühren, kann sich und seinem Körper ein neues Verhaltensmuster antrainieren.

Fazit

schlafwandeln-2Vom Schlafwandeln sind recht viele Menschen betroffen, wobei der Hauptanteil hier bei Kindern und Jugendlichen liegt. Diese Aufwachstörung verliert sich in der Regel bis zur Pubertät. Tut sie das nicht oder tritt generell erst im Erwachsenenalter gehäuft auf, sollte von einem Arzt abgeklärt werden, wo die Ursachen liegen.

Ein gefährliches Phänomen wird das Schlafwandeln aber erst, wenn sich der Betroffene bei seinen Ausflügen an Möbelstücken stößt oder das Haus verlässt. Denn dann besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko. In diesem Falle ist auch unbedingt eine ärztliche Behandlung notwendig. In leichteren Fällen aber, oder dort wo es nicht zu Verletzungen kommt, reicht es oftmals schon aus, die eigene Schlafhygiene oder auch Schlafumgebung zu optimieren.

Fotos: © CrazyCloud, © Marem – Fotolia.com

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