Schlecht schlafen bei Vollmond – Einbildung?

Schlechter Schlaf bei Vollmond?

Schlafstörungen bei Vollmond? Alles Einbildung?

Es sind nicht gerade wenige Menschen, die in einer Vollmondnacht schlechter schlafen und morgens völlig übermüdet in den Tag starten. Doch die Meinungen gehen hier selbst unter Wissenschaftlern und Schlafforschern weit auseinander. Sind die Schlafstörungen bei Vollmond also doch alles nur Einbildung oder ist tatsächlich etwas dran, an diesem Phänomen?

Was bedeutet der Begriff Vollmond-Effekt?

Den Begriff Vollmond-Effekt kennt man eigentlich nur aus der Astronomie. In diesem Wissens- und Forschungsbereich geht es dabei um den Effekt, wenn Laserstrahlen auf den Mond gerichtet werden und diese förmlich von unserem Erdtrabanten „geschluckt“ werden.

Doch immer häufiger trifft man diesen Begriff auch in den Studien von Schlafforschern an, die aber etwas völlig anderes damit meinen. Gemeint ist hier nämlich das Phänomen, dass so viele Menschen in einer Vollmondnacht schlecht schlafen und sich generell in dieser Zeit müde und erschöpft fühlen.

Dabei gehen allerdings die Meinungen der Forscher auseinander. Denn während die einen es als bewiesen ansehen, dass der Mond in dieser Phase Einfluss auf unsere Schlafqualität nimmt, sprechen andere von Einbildung und können bei ihren Studien keine nennenswerten Unterschiede zu anderen Nächten ausmachen.  

Hinweis: Bei den unterschiedlichen Studien, die sehr oft unter völlig verschiedenen Voraussetzungen oder Bedingungen erhoben werden, spielt schlussendlich immer auch die menschliche Psyche eine große Rolle. Wissen Probanden, um was es bei der Studie geht, verhalten sich viele Studienteilnehmer unbewusst anders.

Was haben die Mondphasen mit Schlafstörungen zu tun?

Dass der Erdtrabant massiv Einfluss auf die Erde nimmt, ist allgemeinhin bekannt. So scheint es zunächst auch völlig korrekt und normal, dass er Einfluss auf unsere Schlafqualität nimmt, wenn er voll und rund am nächtlichen Himmel zu sehen ist. Doch nicht alle Menschen sind gleichermaßen davon betroffen.  

Allerdings wurde bei einer Studie nachgewiesen, dass es in Vollmondnächten:  

  • gut 5 Minuten länger dauert, bis man eingeschlafen ist
  • zu einer Schlafverkürzung von rund 20 Minuten kommt
  • zu sehr viel kürzeren Tiefschlafphasen kommt
  • der Melatonin-Spiegel weitaus niedriger ist

 

Schaut man sich diese Studienergebnisse genauer an, ist die Frage nach dem Zusammenhang von Mondphasen und Schlafstörungen recht schnell beantwortet. Schließlich sind vor allem der niedrige Melatonin-Spiegel und die kürzeren Tiefschlafphasen praktisch schon ein Grund, damit Schlafstörungen überhaupt entstehen können. Doch natürlich können für Schlafstörungen auch andere Ursachen ausschlaggebend sein.  

Neben all diesen nachweisbaren Einflüssen des Mondes auf unsere Schlafqualität in Vollmondnächten scheint aber noch ein ganz anderer Aspekt wichtig zu sein. Denn Wissenschaftler vermuten, dass nicht nur ein individueller Tagesrhythmus unser Leben beeinflusst, sondern zusätzlich ein Mondrhythmus, der in uns von Anbeginn der Zeit verankert ist.  

Das, was man also durchaus bei manchen Tieren beobachten kann, ist auch bei uns zivilisierten und weiterentwickelten Menschen in seiner Urform noch vorhanden. Während unser modernes Leben in all seinen Facetten von den technischen Entwicklungen und Erlebnissen sehr stark geprägt ist, halten Schlafforscher es durchaus für möglich, dass unsere Vorfahren in ihren Verhaltensmustern weitaus abhängiger vom Mond und seinen unterschiedlichen Phasen waren.  

Generell kann man jedoch sagen, dass nicht der Mond oder eine seiner Mondphasen es ist, durch den unser Schlaf gestört wird. Vielmehr ist es das Licht, was natürlich bei Vollmond sehr viel intensiver sichtbar und spürbar ist, welches unseren Schlafrhythmus und vielleicht auch unsere innere Uhr durcheinanderbringt.  

 

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Welche Ursachen sind für Schlafstörungen verantwortlich?

Die Ursachen für Schlafstörungen können immer in äußerliche und innerliche Einflüsse unterteilt werden.  

Zu den äußerlichen Einflüssen zählen unter anderem:  

  • Lichtquellen
  • Geräuschquellen
  • zu hohe Raumtemperatur
  • zu alte oder unangepasste Bettausstattung
  • ungesunde Lebensführung einschließlich zu hohem Alkohol- und Nikotinkonsums
  • Nebenwirkungen von Medikamenten

  Als Ursache von innen kann unter anderem gesehen werden:  

  • Stress
  • Probleme, Sorgen, Nöte und andere belastende Ereignisse
  • Konflikte privater oder beruflicher Natur
  • psychische Erkrankungen
  • genetische Vorbelastung
  • Lebensalter

 

Darüber hinaus können ebenso organische Ursachen oder schlechte Schlafgewohnheiten eine Schlafstörung forcieren. Setzt man das wieder in Bezug zur Vollmondphase, erkennt man, dass es vor allem die Lichtverhältnisse sind, die ein Durchschlafen bei Vollmond oft nicht möglich machen.  

Denn wenn der Erdtrabant in all seiner Schönheit voll und rund ins Schlafzimmer scheint, ist ein häufiges oder frühzeitiges Wachwerden ebenso vorprogrammiert, wie sich das erschwerte Einschlafen erklären lässt.

Was kann man selbst gegen Schlafstörungen bei Vollmond tun?

Um Schlafstörungen ganz allgemein vorzubeugen, ist es von Haus aus immer sinnvoll, die eigenen Schlafgewohnheiten einschließlich der optimalen Raumgestaltung und Bettausstattung sowie der abendlichen Rituale zu überprüfen.  

Dazu gehören neben den regelmäßigen Zubettgehzeiten immer auch die den eigenen Bedürfnissen angepasste Matratze, eine geräuscharme und gut durchlüftete Umgebung sowie eine gesunde Lebensführung.  

Im Hinblick auf die durch den Vollmond verursachten Schlafstörungen ist zudem immer auf eine möglichst dunkle Schlafumgebung zu achten. Hier kann es also durchaus sinnvoll sein, dass die Fenster soweit abgedunkelt werden, damit das helle Mondlicht nicht die individuelle Melatonin-Produktion unterbricht. Denn diese vergleichsweise hellen Nächte, vor allem, wenn es einen klaren Himmel gibt, sorgen dafür, dass in der Zirbeldrüse nicht ausreichend Melatonin produziert wird.  

Darüber hinaus kann es sehr hilfreich sein, wenn man anstelle vom eher wahllosen Einnehmen von Schlaftabletten und Co auf folgende Maßnahmen zurückgreift, um der Schlafstörung bei Vollmond ein Schnippchen zu schlagen:  

  • Entspannungstechniken
  • beruhigende Schlafrituale
  • pflanzliche Einschlafhilfen

 

Tipp: Sollte sich der Vollmond negativ auf die Einschlafzeit auswirken, kann es sinnvoll sein, die Zubettgehzeit einmal mehr den tatsächlichen Bedürfnissen anzupassen. Das bedeutet, dass man zunächst überprüft, wie viel Schlaf man tatsächlich braucht, und dann eventuell ein wenig später ins Bett geht, um dafür umso besser und schneller ein- und durchschlafen kann.

Fazit

Auch wenn es manche Schlafforscher und Wissenschaftler nicht als erwiesen ansehen, macht der Vollmond vielen von uns zu schaffen. Nachweislich kommt es in dieser Mondphase zu einer verlängerten Einschlafphase, zu einem kürzeren Tiefschlaf und zu einer verminderten Melatonin-Produktion.  

Allerdings können Stress, Probleme, Erkrankungen oder Medikamente gleichermaßen eine Ursache für die Schlafstörungen sein. Hier gilt es also, immer genau zu beobachten, um den wirklichen Grund herauszufinden.  

Zudem kann schon allein die Vorstellung einer bevorstehenden Vollmondnacht dazu führen, dass es allein aufgrund der psychischen Stressphase zu einer verminderten Schlafqualität kommt. Am besten also gar nicht darüber nachdenken und das Schlafzimmer gut abdunkeln, dann klappt es auch mit dem Durchschlafen bei Vollmond.  

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