Schnarchen: Ursachen und Behandlung

Schnarchen: Ursachen und Behandlung erfahren Sie hier

schnarchen-1Wussten Sie, dass etwa jede vierte Frau und jeder zweite Mann ab einem gewissen Alter schnarcht? Meist sind davon Menschen ab dem mittleren Alter betroffen.

Dieses geräuschvolle nächtliche Atmen kann sich dabei als ohrenbetäubendes Abholzen von ganzen Wäldern oder auch leiseres Rasseln äußern.

Doch welche Ursachen hat das Schnarchen und wie kann es behandelt werden?

Was genau ist Schnarchen überhaupt?

Unter dem Schnarchen oder auch der geräuschvollen Mundatmung versteht man jene Geräusche eines Menschen, die ihn selbst, vor allem aber den Partner auf der anderen Seite des Bettes stark stören können. Im Grunde handelt es sich dabei um eine ganz normale Körperreaktion. Denn wenn die Muskulatur im Schlaf erschlafft, flattern Gaumensegel und auch das Gaumenzäpfchen durch die ausgestoßene Atemluft. Je nach Ursache des Schnarchens oder Lage des Schlafenden können so bis zu 90 dB erreicht werden.

Welche Ursachen hat das Schnarchen?

Was man umgangssprachlich Schnarchen nennt, wird von den Medizinern als Rhonchopathie bezeichnet. Hierbei wird rein wissenschaftlich nach gewohnheitsmäßig, also primär, oder obstruktiv unterschieden. Das obstruktive Schnarchen kennt man allgemein hin unter dem Begriff Schlafapnoe. Nicht immer aber ist für das geräuschvolle Atmen eine Erkrankung verantwortlich. So kann es unter anderem auch daran liegen, dass man vielleicht zu hoch oder zu tief liegt.

Mögliche Ursachen im Überblick:

• Alter
• Übergewicht
• Hormone
• Alkoholkonsum
• verengte anatomische Strukturen im Bereich der oberen Luftwege
• Körperlage, die anatomische Strukturen verengt

Wissenschaftlichen Studien zufolge sind Männer weitaus häufiger davon betroffen, als Frauen. Auch ist das Schnarchen als Erkrankung öfter bei Männern als bei Frauen anzutreffen. Auffällig ist dabei, dass das primäre Schnarchen oftmals über viele Jahre vorrangig ist, bevor sich erst viel später eine Schlafapnoe herausbildet.

Mit diesem gewohnheitsmäßigen und damit primären Schnarchen ist gemeint, dass man in diesem Fall keine Atempausen nachweisen kann und die Schlafqualität sowie der Atemrhythmus nicht gestört sind. Doch auch Erkältungskrankheiten können die Ursache für Schnarchen sein. Denn meist gehen diese Phasen mit einer verstopften Nase einher, so dass der Schlafende unbewusst den Mund offenhält.

Daher kann es auch sein, dass Kinder hin und wieder schnarchen. Sofern sich dieses Schnarchen nach Abklingen der Erkältung wieder gibt, ist alles in Ordnung. Sollte aber das Schnarchen bei Kindern anhalten, ist es durchaus ratsam einen Arzt aufzusuchen, der die Ursachen genau erforscht und für Abhilfe sorgt. Denn in diesem Fall liegt meist eine ernstzunehmende Erkrankung zugrunde.

Schnarch-Diagnose und Behandlung

Ob man selbst oder der Partner unter einem krankhaften Schnarchen leidet, kann in aller Regel nur ein Arzt einwandfrei feststellen. Der erste Anlaufpunkt ist hierfür der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Eine eindeutige Diagnose fällt dieser, nachdem er die umfassende Anamnese, eine gründliche Untersuchung von Hals, Nase und Ohren sowie ein ambulantes Schlafscreening durchgeführt hat.

Dabei wird unter anderem geklärt:

• welche Vorerkrankungen es möglicherweise gibt
• ob Atemaussetzer beobachtet wurden
• in welcher Form und Stärke sich das Schnarchen äußert
• welche Position beim Schlafen bevorzugt wird
• welche Medikamente unter Umständen regelmäßig eingenommen werden müssen
• in welcher körperlichen und geistigen Verfassung man sich unter Tags befindet

Bei den Untersuchungen von Hals, Nasen und Ohren schaut der Arzt nach eventuellen Auffälligkeiten wie sie bei Krankheiten auftreten können oder ob es bestimmte Engstellen in diesem Bereich gibt. Für das ambulante Schlafscreening aber wird dem Patienten ein kleines mobiles Gerät mit nach Hause gegeben, welches unterschiedliche Daten erfasst und aufzeichnet. So kann der Arzt bei der Auswertung sehen, wie Atemfluss, Atemgeräusche, Herzfrequenz, Körperlage oder auch die Sauerstoffsättigung des Blutes Auslöser für das Schnarchen sein können.

Erst wenn diese Voruntersuchungen, beziehungsweise die Auswertungsergebnisse es notwendig machen, wird ein Aufenthalt im Schlaflabor angestrebt. Dazu werden in aller Regel in insgesamt zwei aufeinanderfolgenden Nächten verschiedene Messungen durchgeführt.

Gemessen werden:

• Gehirnaktivität
• Herzrhythmus
• Schnarchgeräusche
• Atemfluss in Mund und Nase
• Frequenz und Tiefe der Atmungsbewegungen
• Blutdruck • Sauerstoffgehalt des Blutes 
• Augenbewegungen
• Aktivität und Entspannung der Muskel
• Körperbewegungen, insbesondere die der Beine
• Körpertemperatur
• Körperlage und –position

Für eine endgültige Diagnose werden dann unter Umständen noch andere Fachärzte hinzugezogen, damit eine individuelle Therapie abgesprochen und abgestimmt werden kann. So kann bei einer nachgewiesenen Schlafapnoe durchaus eine Überdruckbeatmung, das sogenannte CPAP-Verfahren, Abhilfe schaffen. Auch ein Zungenschrittmacher kann gegen die Atemaussetzer helfen, denn er verhindert nach dem operativen Einsatz, dass die Zunge zurückfällt und so für einen Engpass im Mund- und Rachenbereich sorgt.

Andere Operationen aber bringen nur dann Erfolg, wenn es einen Engpass in den oberen Luftwegen gibt, die für das Schnarchen verantwortlich sind.

Was kann man selbst gegen das Schnarchen tun?

Sofern es sich um ein „normales“ Schnarchen handelt, ergo keinen tiefgreifenden ärztlichen Einsatz benötigt, kann man das Schnarchen mit einigen einfachen Regeln eindämmen. Zunächst sollte man auf die optimale Raumtemperatur und auch ein gut gelüftetes Zimmer achten, wenn man sich zum Schlafen niederlegt. Darüber hinaus sollte bei der Bettausstattung darauf geachtet werden, dass man schützende Auflagen für Matratzen benutzt, die Hausstaub- und Milbenbelastung minimieren. Zudem kann auch eine spezielle Matratze für übergewichtige Menschen dafür sorgen, dass die Körperlage optimiert wird.

Doch auch die schonende Gewichtsabnahme kann bei den betroffenen Menschen für eine Verminderung des Schnarchens sorgen. Weniger Alkohol vor dem Schlafen kann aber auch dazu führen, dass das harmlose Schnarchen nicht zu sehr eintritt.

Benötigte Medikamente aber, die die Atmungsaktivität negativ beeinflussen können, sollten in Absprache mit dem Arzt unter Umständen gegen andere ausgetauscht werden.

Aber auch spezielle Übungen, welche die Rachen- und Gaumenmuskulatur stärken, können sich vorteilhaft auswirken. So kann man mit Gesangsübungen oder durch das regelmäßige Spielen von Blasinstrumenten die Muskulatur in diesem Bereich soweit stärken, dass diese selbst beim Schlafen nicht zu sehr entspannt.

Fazit

schnarchen-2Schnarchen gehört ab einem gewissen Alter mehr oder weniger zu unserem Leben dazu. Gegen ein harmloses Schnarchen kann man nicht allzu viel ausrichten. Doch man kann mit einer bewusst gesunden Lebensweise positiv darauf einwirken, so dass das geräuschvolle Atmen in der Nacht für einen selbst und für den Partner nicht mehr störend wird.

Bei krankhaftem Schnarchen, wie beispielsweise der Schlafapnoe, ist es jedoch dringend notwendig, sich einem Arzt anzuvertrauen. Dieser kann auch feststellen, ob es eventuell an verengten Stellen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich liegt, dass man des Nachts schnarcht. Hier gibt es verschiedene Therapieansätze, die schlussendlich immer mit der persönlichen Ausgangssituation zusammenhängen und angewendet werden.

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