Schönheitsschlaf - Mythos oder Realität?

Schönheitsschlaf - Mythos oder Realität? Was hat es mit dem Schönheitsschlaf auf sich?

Schoenheitsschlaf-1In unserer heutigen Zeit wird Schlaf längst nicht mehr als notwendiges Übel angesehen, der die tägliche Arbeit unterbricht. Vielmehr ist ein gesunder und erholsamer Schlaf ins Bewusstsein der Gesellschaft gerückt, so dass er weder ein Tabu-Thema ist noch ein schlechtes Gewissen verursacht.

Doch Schlaf bringt uns viel mehr, als nur geruhsame Nachtstunden, um am kommenden Tag ausgeruht und leistungsfähig zu sein. Ausreichend Schlaf kann durchaus die eigene Schönheit unterstreichen und das individuelle Aussehen frischer und jugendlicher erstrahlen lassen. Der Schönheitsschlaf ist also nachgewiesenermaßen kein Mythos, sondern tatsächliche Realität.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Schlaf und Gesundheit?

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben es bewiesen: Die Qualität und auch die Quantität des nächtlichen Schlafes wirkt sich nachhaltig auf die Gesundheit aus. Wer dauerhaft zu wenig schläft oder zu schlecht schläft, ist am nächsten Tag nicht nur müde, gereizt und abgespannt, sondern kann sich nur schlecht konzentrieren oder nur weniger leisten und lernen. Darüber hinaus besteht die Gefahr ernsthaft zu erkranken, wie zum Beispiel:

• Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• erhöhter Blutdruck
• Depressionen

• erhöhte Anfälligkeit für Infektionen

Hingegen sind Menschen, die gut und ausreichend schlafen, nicht nur aktiver und ausgeruhter, sondern meist auch allgemein gesünder. Auffällig ist aber vor allem, dass ihre Haut viel frischer erscheint als bei Gleichaltrigen, die beispielsweise dauerhaft unter Schlafstörungen leiden.

Das liegt daran, dass unser Körper sich während der Tiefschlafphase erholt und regeneriert. Menschen mit Schlafstörungen erreichen diese Phase aber nur selten beziehungsweise zu kurz. Von daher kann der Körper in diesem Fall nicht seine regenerativen Eigenheilung vornehmen. Man kann sich also nicht nur gesund schlafen, sondern durchaus auch schön.

Was macht die nächtliche Ruhe zum Schönheitsschlaf?

Ganz besonders die Haut wird bei einem schlechten Schlaf in Mitleidenschaft gezogen. Man merkt es recht schnell daran, dass die Haut faltiger, schlaffer und grauer erscheint, dass man mit dick geschwollenen Augenlidern und Tränensäcken oder Augenringen zu kämpfen hat. Schläft man allerdings gut und auch dem eigenen Schlafrhythmus entsprechend ausreichend, dann haben die Zellen der Haut über Nacht Zeit, sich wieder zu regenerieren.

Dies geschieht hauptsächlich über die im Tiefschlaf produzierten und ausgeschütteten Hormone wie dem Melatonin. Melatonin ist für unseren Körper das wohl wichtigste Hormon, denn es schützt und reguliert alle Zellen, insbesondere die der Haut im Schlaf. Da es auch nur in der Tiefschlafphase vom Körper produziert wird, nennt man es auch Schlafhormon.

Das Melatonin-Hormon ist der wirksamste Schutz, den unser größtes Organ, die Haut bekommen kann. Es hilft sogar noch effizienter gegen vorzeitige Hautalterung zum Beispiel als Vitamin C. Darüber hinaus wird hauptsächlich in der Tiefschlafphase das Hormon Somatropin ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Anti-Aging Hormon, denn es ist in der Lage, selbst beschädigtes Zellgewebe der Haut über Nacht zu reparieren und wieder herzustellen. Es ist also auch für die Wundheilung von immenser Wichtigkeit.

Der Schönheitsschlaf und die nackten Fakten

Wenn die Nachtruhe zum Schönheitsschlaf wird, stehen also in erster Linie die Hormone Melatonin und Somatropin im Fokus. Ihre nachweislich heilsame Wirkung beginnt mit dem Abstoßen alter, abgestorbener Hautzellen, geht über die Reparatur dieser schadhaften Hautzellen und endet bei der wohltuenden Regeneration der Haut. Doch auch wenn die beiden im Tiefschlaf ausgeschütteten Hormone hauptsächlich der Haut dabei helfen, sich vom Tag zu erholen, bringt ein gesunder und erholsamer Schlaf immer auch eine komplette Sanierung des gesamten Organismus mit sich.

1. Im Schlaf kleinere Fältchen ad acta legen: Durch die wirksamen Regenerationseigenschaften von Somatropin werden Hautzellen über Nacht repariert. Das kann bei ersten Fältchen durchaus dazu führen, dass diese über Nacht verschwinden und sich nicht vertiefen können.

2. Durch einen guten Schlaf den Appetit zügeln: Natürlich nimmt man nicht einfach ab, nur weil man gut schläft. Aber durch den angekurbelten Regenerationsprozess während der Nachtruhe werden die Fettzellen abgebaut. Zudem verhindert das Leptin-Hormon, dass man nach dem Aufwachen einen zu großen Appetit verspürt.

3. Gesunder Teint im Schlaf: Während des erholsamen und guten Schlafes werden die Hautzellen besser durchblutet. Darüber hinaus werden während dem Regenerationsprozess am Tag aufgenommene Giftstoffe abtransportiert und mehr Sauerstoff in die Zellen gepumpt. Daher wird der Teint praktisch ganz von allein wieder schön rosig und gesund.

4. Abbau der Stresshormone im Schlaf: Stress am Tag spiegelt sich ebenso oft auf der Haut wider, wie es beispielsweise Umweltgifte oder auch andere Belastungen tun. So kann ein gesunder Schlaf dazu beitragen, die Hormone Cortisol und Adrenalin abzubauen, was am nächsten Tag auch auf der Haut sichtbar wird.

Wirkliche Fake-News beim Schönheitsschlaf

Schönheitsschlaf ist also kein Mythos, sondern durchaus möglich. Allerdings ranken sich um diesen von den meisten so angestrebten Nachtschlaf tatsächlich Mythen und Fake-News.

• die Seitenlage fördert nicht die Faltenbildung, sie ist auch nicht der Grund dafür, dass sich Falten bilden -> vielmehr liegt es an der Tiefschlafphase, ob der hormonelle Regenerationsprozess in Gang kommt oder nicht

• es ist unsinnig auf einem Kissenberg zu schlafen, damit die Flüssigkeit aus den Augenlidern abgeleitet wird -> diese Schlafposition führt eher zu Rückenproblemen, als zu geschwollenen Augen

Fazit

Schoenheitsschlaf-2Es gibt ihn also wirklich: Den Schönheitsschlaf. Denn der Körper produziert in der tiefsten Schlafphase einige Hormone, die unsere Haut dabei unterstützen, sich wieder zu erneuern und frischer auszusehen. Darüber hinaus sorgen diese Hormone auch dafür, dass unser Organismus über Nacht entgiftet wird und sich so besser erholen kann.

Unterstützen kann man den eigenen Schönheitsschlaf durch eine optimale Raumtemperatur, aber auch durch entsprechende Nachtcremés. Nicht zuletzt beginnt es aber schon damit, dass man nicht zu spät und nicht zu viel am Abend isst. Denn dadurch gelangt man einfacher und schneller in den Schlaf, der doch so wohltuend ist und uns schöner macht.

Zusätzlich sollte man aber auch durch das regelmäßige Wechseln der Bettwäsche sowie dem täglichen Lüften von Bettwaren und Matratzen dazu beitragen, dass der allabendliche Schlaf zur Tiefenentspannung führt. Allerdings ist es ganz unterschiedlich, wie lange bei jedem der optimale Schönheitsschlaf dauert. Durchschnittlich benötigen Erwachsene zwischen 7 und 8 Stunden Schlaf, um sich wohl zu fühlen. Manche brauchen aber ein wenig mehr und andere wieder weniger. Entscheidend ist einzig und allein die Qualität der Tiefschlafphase – dann klappt es auch mit dem Schönheitsschlaf!

Fotos: © W. Heiber Fotostudio, © Jürgen Fälchle – Fotolia.com