Sekundenschlaf – eine tödliche Gefahr

Vorsicht! Sekundenschlaf - die tödliche Gefahr

Sekundenschlaf-1Es will zwar keiner wirklich zugeben, doch vermutlich kennt es jeder: Man sitzt schon seit Stunden hinter dem Lenkrad und plötzlich zuckt man zusammen. Das sind nicht etwa irgendwelche Muskelreaktionen, sondern in fast allen Fällen der gefährliche Sekundenschlaf, aus dem man gerade wieder hochschreckt. Glück haben diejenigen, bei denen es bei dieser Schrecksekunde bleibt. Doch Experten warnen immer wieder vor der tödlichen Gefahr des Sekundenschlafs. Denn rund 25 Prozent der Unfälle sind auf diese kurze Schlafphase zurückzuführen!

Woran man den Sekundenschlaf erkennt?

Zunächst einmal nennt man diesen Mikroschlaf deswegen Sekundenschlaf, weil er bei Autofahrern gerade einmal 0,5 Sekunden dauert. Immerhin bis zu 30 Sekunden kann dieser Kurzschlaf bei Zugführern beispielsweise andauern, was allerdings auch nicht wirklich so viel mehr Zeit ist. Denn im Grunde sprechen wir hier von einem so kurzen Zeitraum, in dem manche noch nicht einmal zum Blinzeln gekommen sind, wenn man so will. Im Grunde handelt es sich beim Sekundenschlaf um ein ungewolltes und oft auch nicht wahrgenommenes Einnicken.

Diese kurze Phase des Schlafens, wenn man es denn überhaupt so nennen kann, bringt aber keine Erholung, wie man das zum Beispiel vom Powernapping her kennt. Deswegen kann man den Sekundenschlaf eigentlich nicht wirklich erkennen, auch wenn es natürlich Hinweise gibt:

• es kommt zunehmend zu Problemen, die Spur zu halten
• immer häufiger wird über den seitlichen Begrenzungsstreifen oder Mittelstreifen gefahren
• der Blick ist starr auf die Fahrbahn gerichtet
• beim Anblick der Straße überkommt einen das Gefühl, dass die Fahrbahn immer enger wird
• die letzten gefahrenen Streckenkilometer bleiben nicht in der Erinnerung haften
• Straßenschilder, Abzweigungen oder gar Ausfahrten werden übersehen
• unbewusst und ohne erkennbaren Grund wird die Geschwindigkeit verlangsamt oder erhöht
• die Augen beginnen zu brennen, und man hat das Bedürfnis, sich häufiger die Augen reiben zu wollen
• oftmals ist damit auch ein häufiges Blinzeln und unscharfes Sehen verbunden
• häufiges und immer wiederkehrendes Gähnen, welches sich nicht mehr unterdrücken lässt
• die Gedanken schweifen immer öfter ab und die Konzentration lässt merklich nach
• innerliche Unruhe macht sich breit und der Drang nach Bewegung verstärkt sich
• nervöse, angespannte, aggressive und gereizte Stimmung macht sich breit
• das Temperaturempfinden sinkt ab und häufig wird hier ein Frieren oder Frösteln spürbar

HINWEIS: Diese Merkmale werden meist nicht wirklich bewusst wahrgenommen, dauern in der Regel nur kurz und kündigen den befürchteten Sekundenschlaf wenn, dann nur ganz kurz vor dem Einnicken an. Deswegen ist hier absolute Vorsicht geboten! Denn die Folgen können wirklich sehr fatal sein.

TIPP: Erste Anzeichen von Müdigkeit hinter dem Steuer niemals unterschätzen oder gar ignorieren. Besser ist es, beim ersten Anzeichen von Müdigkeit anzuhalten und eine Pause einzulegen, die durchaus effektiver ist, wenn man sich an der frischen Luft bewegt.

Welche Ursachen kann der Mikroschlaf haben?

Viele Experten und Mediziner sprechen beim Sekundenschlaf von einer Notwehrreaktion des Körpers. Dann nämlich, wenn zur völligen Übermüdung die Monotonie des Autofahrens hinzukommt, schaltet der menschliche Körper sozusagen in den Stand-by-Modus. Die Folge ist der Mikroschlaf, vor dem sich alle Fahrzeugführer fürchten. Die Ursachen können sein:

• zu lange Wachphasen: je länger man wach ist, umso mehr entsteht das Bedürfnis nach Schlaf
• zu wenig erholsamer Schlaf: besteht über einen längeren Zeitraum zum Beispiel eine Schlafstörung oder kommt es nicht regelmäßig zu einer ausreichenden Schlafperiode, holt sich der Körper einfach die Erholung, die er braucht
• der individuelle Biorhythmus: gerade Fahrten, die außerhalb der leistungsfähigen Zeit des eigenen Biorhythmus liegen, sind gefährlich, da hier die Leistungsgrenze noch nicht erreicht ist, in welcher man konzentriert und ausgeruht hinter dem Steuer sitzen kann
• Erkrankungen: neben langanhaltenden Schlafstörungen kann auch die Schlafapnoe, also die nächtlichen Atemaussetzer, dazu führen, dass der Körper nicht ausgeruht und nicht erholt ist

Neben den vorgenannten Ursachen können aber auch bestimmte Risikogruppen vom Sekundenschlaf besonders stark betroffen sein. Dazu gehören beispielsweise Berufspendler, Berufskraftfahrer oder auch Urlauber, die sehr lange Strecken fahren.

Was einem vor dem Sekundenschlaf bewahren kann?

An erster Stelle ist hier wohl ein ausreichender Schlaf vor Fahrtantritt zu nennen. Denn nur, wer sich noch zu Hause einen guten und erholsamen Schlaf gönnt, wird auch bei längeren Autofahrten nicht so schnell Gefahr laufen, hinter dem Steuer einzunicken.

Selbst ein Powernapping von 15 bis 20 Minuten vor der Fahrt kann wahre Wunder bewirken. Denn in dieser Zeit kann der Körper sich entspannen und erholen. Selbst das Gehirn kann hierbei ein gesundes Level an Erholung erreichen. Bei längeren Fahrten sollte auf regelmäßige Pausen geachtet werden, die man möglichst an der frischen Luft mit ein wenig Bewegung kombinieren sollte.

Folgende Mittel helfen nicht oder nur bedingt gegen den Sekundenschlaf: 

 

HINWEIS: Mit einem Beifahrer wird zwar die Fahrt durchaus kurzweiliger. Doch sind lange Gespräche oder auch Diskussionen eher nachteilig zu bewerten, da das sehr stark ablenken kann. Ein schlafender Beifahrer aber forciert unter Umständen die eigene Müdigkeit.

Technische Hilfen im Fahrzeug

Sekundenschlaf-2Immer mehr Fahrzeuge sind heutzutage mit einem Warnsystem ausgestattet, welches uns davor warnen soll, hinter dem Steuer einzuschlafen. Diese hochentwickelten Systeme analysieren dabei das Lenkverhalten. Sollte dies nicht wie üblich sein, erscheint ein Warnhinweis im Cockpit, welcher darauf hinweist, dass eine Pause dringend notwendig ist. 

Doch eine Studie hat hier ergeben, dass Fahrzeugführer, deren Auto mit solchem einem Warnsystem ausgestattet ist, schneller dazu bereit sind, ein Risiko einzugehen. Das bedeutet, dass diese Fahrer einfach darauf warten, bis der Warnhinweis erfolgt, anstatt bei einem Anzeichen von Müdigkeit auf den Parkplatz zu rollen, um Pause zu machen. Denn wenn ein Fahrassistenzsystem an Bord ist, neigen viele Fahrer, vor allem Berufskraftfahrer dazu, die eigene Leistungsgrenze schneller zu überschreiten und an die eigene Belastungsgrenze zu gehen.

TIPP: Trotz eingebautem Warnsystem ist es immer sinnvoll, auf den eigenen Körper und dessen Warnsignale zu achten!

Fazit

Der Sekundenschlaf, der auch Mikroschlaf genannt wird, dauert nur wenige Sekunden. Doch gerade diese kurze Zeit kann schon ausreichen, um in einen tödlichen Unfall verwickelt zu werden. Um erst gar nicht in eine solche Gefahrensituation zu geraten, ist es immer empfehlenswert, sich richtig gut auszuschlafen, bevor man auf große Fahrt geht. So kann ein gut ausgestattetes Bett beispielsweise genau die Erholung für den Körper bieten, die er im Vorfeld braucht, um konzentriert und leistungsfähig am Straßenverkehr teilzunehmen.

Fotos: © animaflora, © Wellnhofer Designs – Fotolia.com

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