Serotoninmangel – Schuld an Störungen beim Einschlafen?

Ist ein Serotoninmangel der Grund für Ihre Einschlafstörungen? 

Serotoninmangel - Der Grund für Einschlafstörungen?

Ein gesunder Schlaf ist unglaublich wichtig, damit sich Körper und Geist von den Mühen des Tages erholen können und das gesamte Körpersystem praktisch wieder regeneriert werden kann. Energiereserven auftanken nennen das auch viele. Doch wenn bereits in der Einschlafphase nicht alles optimal verläuft, kommt es rasch zu Störungen. Wer hier davon ausgeht, dass es an fehlendem Melatonin, also dem Schlafhormon, mangelt, der täuscht sich. Denn auch ein Serotoninmangel kann der Grund für Einschlafstörungen sein. Wir erklären, warum das so ist.

Was ist Serotonin eigentlich?

Bei dem Hormon Serotonin handelt es sich um ein Neurohormon, welches besonders wichtig für den menschlichen Körper ist, da es als Neurotransmitter fungiert. Das bedeutet, dass dieses Hormon maßgeblich am Informationsaustausch zwischen den Zellen und dem Gehirn verantwortlich ist. Darüber hinaus sorgt ein ausgeglichener Serotoninspiegel für eine dementsprechend ausgeglichene mentale Stimmungslage, bringt die nötige Energie, reguliert auf natürlichem Wege die Körpertemperatur und wird für das Schmerzempfinden gebraucht. Aber es spielt auch eine seine wichtige Rolle beim Schlaf-Wach-Rhythmus. Denn ebenso wie das Melatonin steuert das Serotonin die innere Uhr.

Die beiden Hormone stehen in einer starken Abhängigkeit zueinander, was am Ende nichts anderes bedeutet: Befindet sich zu wenig Serotonin im Körper, kann nicht genügend Melatonin produziert werden. Die Folge sind Ein- und Durchschlafprobleme.

Hinweis: Das für den Schlaf benötigte Melatonin kann vom Gehirn nur dann produziert werden, wenn genügend Serotonin vorhanden ist!

Serotonin und seine wichtige Rolle im menschlichen Organismus

Das Neurohormon Serotonin nimmt eine wichtige Schlüsselrolle ein, denn es ist schlicht und ergreifend das wichtigste Hormon überhaupt. Ohne einen ausreichenden Serotonin-Vorrat können sich zum Beispiel viele der anderen Hormone entweder gar nicht ausbilden oder sie können nicht ihre volle Wirkung entfalten.

Davon betroffen sind demnach folgende Hormone:

• das Schlafhormon Melatonin
• das Glückshormon Dopamin
• das Wachhormon ACTH
• das Gedächtnishormon Acetycholin
• das Dämpfungshormon GABA
• das Wachstumshormon HGH
• das männliche Sexualhormon Testosteron
• das weibliche Sexualhormon Östrogen
• das sogenannte Liebeshormon Oxytoxin

Es gibt also wirklich nicht Vieles, was vom Hormon Serotonin nicht  abhängig ist. Demzufolge sollte ein Mangel tunlichst vermieden werden.

Woran man einen Serotoninmangel erkennt?

Wahrscheinlich ist es nicht allen Menschen mit Ein- und Durchschlafproblemen bewusst, dass ein Serotoninmangel die Ursache sein könnte. Aber genau genommen sind die auftretenden Symptome immer ein Anzeichen dafür, dass nicht genügend des körpereigenen Antidepressivas zur Verfügung steht. Forscher vermuten, dass ein Mangel an Serotonin auch an der Entstehung des Reizdarm-Syndroms beteiligt sein könnte.

Die folgenden Symptome aber werden ganz sicher dem speziellen Hormonmangel zugeschrieben:

• Antriebslosigkeit
• Tagesmüdigkeit
• erhöhte Reizbarkeit
• fehlende Motivation
• negative Stimmungslage
• gesteigerte Ängstlichkeit
• Überempfindlichkeit bei der Schmerzwahrnehmung

Verläuft einmal eine Nacht nicht wie sie sollte, kann es zu der gleichen Symptomatik kommen. Doch dann spricht man nicht von Störungen beim Ein- und Durchschlafen, sondern von dem Einzelfall der durchtanzten oder durchzechten Nacht zum Beispiel. Von einer Störung aber sprechen Schlafmediziner dann, wenn es mehr als einmal die Woche vorkommt oder gar zum Dauerzustand wird.

Natürlich kann es an der Bettausstattung oder der Schlafumgebung liegen, dass man nicht gut oder gar nicht einschlafen kann. Können diese Faktoren aber ausgeschlossen werden, sollte man nicht vorschnell zu Schlafmittel greifen.

Stattdessen ist es sinnvoll, den Serotoninmangel auszugleichen beziehungsweise die Ursachen herauszufinden!

Was sind die Ursachen für einen Serotoninmangel?

Die Ursachen für einen Serotoninmangel können sehr unterschiedlich sein. Während bei dem Einen langandauernder Stress dafür verantwortlich ist, dass sich im Gehirn nicht genügend Serotonin bilden kann, sorgt bei dem Anderen ein Mangel Vitamin B6 und D oder auch ein Krebsleiden für diese fehlende Serotoninproduktion. Aber auch Autoimmunerkrankungen oder chronisch verlaufende Infektionen können einen solchen Serotoninmangel bewirken.

Wie lässt sich der Mangel an Serotonin ausgleichen?

Über die essentielle Aminosäure Tryptophan kann das menschliche Gehirn Serotonin synthetisieren, also herstellen. Tryptophan aber muss über die Nahrung aufgenommen werden. Zusätzlich wird Serotonin durch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und B6 produziert. Einen Mangel dieses Hormons auszugleichen, gelingt natürlich über entsprechende Medikamente, die nur der Arzt verordnen kann.

Doch jeder kann selbst durch bestimmte Maßnahmen vorsorgen und die Serotonin-Produktion unterstützen.

1. Um ausreichend Vitamin D zu erhalten, ist es wichtig, möglichst viel Tageslicht über die Haut aufzunehmen. Das bedeutet: Der regelmäßige Aufenthalt und die Bewegung im Freien ist wichtig.

2. Pflanzliche und/oder tierische Lebensmittel, die unbehandelt sind, dafür aber genügend Tryptophan enthalten, sollten auf dem Speiseplan stehen. Dazu gehören unter anderem Bananen, Sojabohnen, Erdnüsse, Huhn, Rindfleisch, Makrele, Scholle, Erbsen, Linsen oder auch Käse.

Tipp: Besonders eiweißreiche Ernährung sollte immer dem individuellen Verbrauch angepasst werden. Das bedeutet im Umkehrschluss: je weniger man sich bewegt, desto weniger Eiweiß sollte über die Nahrung zu sich genommen werden.

Liegt ein Serotoninmangel aufgrund einer Erkrankung vor, sollte allerdings immer auf die medikamentöse Therapie des Arztes wert gelegt werden. Denn hier kann die gezielte Ernährungsumstellung nur als begleitende Maßnahme betrachtet werden. Der Arzt wird in einem solchen Fall üblicherweise ein Medikament verabreichen, das aktiv in den Transmitter-Stoffwechsel eingreift. Dadurch wird die Serotonin-Produktion angekurbelt.

Fazit

Das Neurohormon Serotonin ist weitaus wichtiger für alle Ein- und Durchschlafprobleme, als viele Menschen bisher angenommen haben. Denn erst wenn genügend dieses Hormons im Körper, insbesondere im Gehirn vorhanden ist, kann sich das für den Schlaf so wichtige Melatonin bilden. Damit liegt es also nicht immer nur daran, dass die Schlafumgebung oder die Schlafhygiene nicht ausreichend sein könnte, um schnell und gut einschlafen zu können.

Viele Betroffenen haben hier nämlich alles schon optimiert und können trotzdem nicht gut einschlafen. Einem Mangel an Serotonin kann man über eine ausgewogene Ernährung ebenso vorbeugen, wie sportliche Betätigung und der regelmäßige Aufenthalt im Freien die Serotoninproduktion ankurbeln kann. Liegt dem Mangel aber eine Erkrankung zugrunde, reichen diese vorbeugenden Maßnahmen allein nicht aus. In diesem Fall muss es zu einer medikamentösen Therapie durch den Arzt kommen, um die Ursachen des Serotoninmangels und somit die Einschlafprobleme zu beseitigen.

Da es immer ein teuflischer Kreislauf werden kann, ist es eigentlich unabdingbar, die Symptome durchaus ernst zu nehmen und die Ursachen herauszufinden. Bedenkt man zudem, welchen Einfluss das Serotonin auf alle anderen Hormone haben kann, lassen sich andere Probleme oftmals ebenso rasch erklären und vielleicht ebenfalls beseitigen.

Foto: © Photographee.eu #86398845 adobe.stock.com

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