Sind Pflanzen im Schlafzimmer wirklich schädlich?

Pflanzen im Schlafzimmer: sind sie wirklich schädlich?

Pflanzen-Schlafzimmer-1Grünpflanzen sind in unserer heutigen Gesellschaft längst nicht mehr nur ein dekorativer Blickfang im Garten oder auf der Terrasse. Sogenannte Zimmerpflanzen erfreuen sich größter Beliebtheit, verleihen sie jedem Raum doch etwas Gemütliches. Zudem runden sie mit ihren unterschiedlichen Blattformen, Wuchshöhen und Blütenständen die individuelle Raumgestaltung ab und bringen ein wenig Wohlfühloase in die eigenen vier Wände. Darüber hinaus wird den Grünpflanzen für den Innenbereich nachgesagt, dass sie das Raumklima verbessern. Doch gehören Pflanzen auch ins Schlafzimmer? Oder sind sie dort eher schädlich und unsinnig?

Wissenswertes rund um die Zimmerpflanzen im Schlafzimmer und anderswo

Wer sich die Frage stellt, ob Pflanzen oder auch Blumen im Schlafzimmer schädlich sein könnten, der sollte sich zunächst einige Fakten verdeutlichen. Für Zimmerpflanzen gilt:

• sie sind sehr dekorativ
• sie sind fähig, während der Photosynthese Kohlendioxid aus der Luft aufzunehmen
• sie sind fähig, während der Photosynthese Sauerstoff abzugeben
• bei Dunkelheit nehmen sie vermehrt Sauerstoff auf und geben stattdessen Kohlendioxid ab
• sie sind fähig, Feuchtigkeit aufzunehmen und anschließend verdunsten zu lassen
• sie sind fähig, Schadstoffe aus der Raumluft zu filtern
• sie verbessern dadurch das Raumklima tagsüber
• sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Raum
• sie können Allergien auslösen oder bestehende Allergien fördern
• sie haben auf den Menschen eine besonders gute psychologische Wirkung hinsichtlich des Wohlfühlfaktors

Schaut man sich die allgemeingültigen Aussagen zu den Grünpflanzen für Innenräume an, wird schnell klar, dass sowohl Nachteile als auch Vorteile in Betracht gezogen werden müssen.

Was geschieht eigentlich mit den Pflanzen im Schlafzimmer während der Photosynthese?

Wenn das Sonnenlicht auf die grünen Blätter der Zimmerpflanzen trifft, beginnt die Photosynthese. Das in den Blättern enthaltene Chlorophyll gibt unter diesen sonnigen Bedingungen den Ausschlag, denn dann nimmt die Pflanze aus der Luft das Kohlendioxid auf und wandelt dieses in Energie um, die sie braucht, um zu wachsen und zu leben.

Ein für uns Menschen nützliches Nebenprodukt ist der dabei entstehende Sauerstoff, der dann wieder in den Raum oder die Umgebung abgegeben wird.

Nach Einbruch der Dunkelheit aber dreht sich dieser Vorgang ins Gegenteilige um. Denn dann funktioniert der Gasaustausch genau andersherum und die Pflanze nimmt über ihre Blätter vermehrt Sauerstoff auf und gibt Kohlendioxid ab.

Sind Pflanzen im Schlafzimmer nun wirklich so schädlich?

Forscher der NASA haben unter Laborbedingungen nachgewiesen, dass Zimmerpflanzen tatsächlich das Raumklima verbessern können. Zum einen, weil sie Gift- und Schadstoffe aus der Luft filtern können und zum anderen die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Studien der NASA belegten hier, dass ein Zimmer mit einer Größe von 30 qm eine ungefähr 45 bis 55 Prozent höhere Luftfeuchtigkeit aufweist, wenn dort sechs Zimmerpflanzen aufgestellt wurden.

Das kann besonders im Winter für einen optimalen Ausgleich zur trockenen Heizungsluft darstellen. Doch wer lebt schon unter Laborbedingungen? In der Regel ist der Gasaustausch der Pflanzen im Schlafzimmer weitaus geringer, als jener, der durch das Atmen eines Menschen vonstattengeht. Von daher stellt die weitläufig gefürchtete umgekehrte Photosynthese in der Nacht nur dann eine Gefahr dar, wenn man sein Schlafzimmer in einen tropischen Dschungel verwandelt oder das Bett im Gewächshaus aufstellt.

Denn normal große Zimmerpflanzen geben pro Quadratmeter Blattfläche gerade einmal 125 Milliliter Kohlendioxid ab, während ein Mensch beim Schlaf und damit ruhigen Atmen 15 bis 30 Liter Kohlendioxid ausstößt. Wer indes eher die Befürchtung hat, dass eine Zimmerpflanze gerade im Schlafzimmer für eine zu hohe Luftfeuchtigkeit sorgt, sollte etwas weniger gießen. Denn gerade zu nasse Blumentopferde forciert die Schimmelpilzbildung im eher kühlen Schlafgemach. Zumal auch in dieser Hinsicht wieder die Menge an Zimmerpflanzen den Ausschlag gibt.

Wirklich schädlich können Zimmerpflanzen aber für Allergiker sein. Hier muss möglichst darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht blühen. Wer aber auch im Schlafzimmer nicht gänzlich auf Pflanzen verzichten mag, sollte sich jene aussuchen, die auch bei Dunkelheit Sauerstoff abgeben können. Damit wären dann selbst die größten Zweifel schnell aus dem Weg geräumt und die ruhige und gesunde Nachtruhe gesichert.

Diese Pflanzen eignen sich im Schlafzimmer besonders gut

Grünpflanzen oder auch Blumen im Schlafzimmer werden immer wieder mit Argwohn betrachtet. Nicht umsonst stellt die freundliche Nachtschwester den hübschen Blumenstrauß am Abend vor das Krankenzimmer. Selbst wenn es mittlerweile nachgewiesen wurde, dass ein oder zwei Pflanzen im Schlafzimmer nicht wirklich ein Gesundheitsproblem darstellen, neigen die meisten Menschen dazu, besser auf Nummer sicher zu gehen und das Schlafzimmer entweder mit sterilen Plastikblumen zu schmücken oder gänzlich auf Pflanzen zu verzichten.

Die folgenden Pflanzen aber können unbedenklich im Schlafzimmer aufgestellt werden, da sie in der Lage sind, auch in der Nacht Kohlendioxid aufzunehmen und Sauerstoff abzugeben.

1. Orchideen
2. Aloe Vera
3. Bogenhanf
4. Bromelien Grünlilien, Efeu oder auch Drachenbäume hingegen sind ideal, wenn es darum geht, Formaldehyde aus der Luft zu filtern.

Was sollte man beachten, wenn man Pflanzen im Schlafzimmer aufstellt?

Solange die Menge der aufgestellten Pflanzen das Schlafzimmer nicht in eine grüne Dschungeloase verwandelt, stellen Zimmerpflanzen nicht wirklich ein Problem dar. Allergiker sollten bei der Auswahl nur darauf achten, dass die Pflanze nicht blüht oder anderweitig für den Ausbruch einer allergischen Reaktion sorgt.

Ansonsten gilt bei Pflanzen im Schlafzimmer:

• regelmäßig und gut für jeweils mindestens 10 Minuten am Morgen und am Abend lüften
• die Raumtemperatur im Schlafzimmer niemals über 18 °C ansteigen lassen
• genügend Lichteinfluss auf die Pflanzen tagsüber ermöglichen, damit sie zum einen für ein gesundes Raumklima sorgen und zum anderen genügend Sauerstoff produzieren, den man gerade nachts und für einen gesunden Schlaf gut gebrauchen kann

Darüber hinaus sollte man bereits bei der Auswahl der entsprechenden Pflanzen darauf achten, welchen Anspruch sie an Lichteinfall, Feuchtigkeit, Umgebungstemperatur sowie pH-Wert des Pflanzensubstrates oder der Blumentopferde hat.

Fazit

Pflanzen-Schlafzimmer-2Pywteh4wtgdAePflanzen im Schlafzimmer sind nicht zwangsläufig schädlich, solange man einige Tipps beachtet. So sollten es niemals zu viele Pflanzen sein oder die Erde mit zu viel Wasser getränkt werden.

Allergiker sollten zudem darauf achten, dass die Zimmerpflanze nicht zu den blühenden Sorten gehört oder anderweitig Allergien auslösen kann.

Grundsätzlich gilt bei Pflanzen im Schlafzimmer aber, dass die Raumtemperatur eher kühl gehalten werden sollte und regelmäßig für ausreichend Luftzufuhr durch Lüften gesorgt wird. Dann klappt es auch mit dem Wohlfühlfaktor, den Pflanzen natürlich auch im Schlafzimmer auslösen. Einem gesunden und erholsamen Schlaf steht somit bei Beachtung einiger Tipps und Tricks nichts mehr im Wege.

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