So beeinflusst Fernsehen das Schlafverhalten

10.05.2014 07:30  Von:: Oliver

Wie beeinflusst Fernsehen das Schlafverhalten?

Gemütlich vor dem Fernseher einschlafen - für viele Menschen ist das eine angenehme Vorstellung. In der Praxis sieht dies jedoch häufig anders aus. Denn das Zappen aus dem Bett heraus verführt zu einem verlängerten Medienkonsum, der die Aufmerksamkeit wie ein Strudel in sich aufsaugt. Bunte Bilder und geballte Informationen halten den Körper davon ab, in eine entspannte Schlafphase überzugehen.

Nicht jeder hat offensichtliche Probleme

Es gibt zwei Arten von Menschen: Die einen haben abends kein Problem damit, bei seichter Unterhaltung aus dem Fernseher in den Schlaf zu gleiten. Selbst bei einem spannenden Film schlafen diese Menschen ein, wenn sie die Müdigkeit übermannt. Für viele andere Menschen ist dies jedoch undenkbar. Die Fülle an Eindrücken, die die Flimmerkiste uns zur Verfügung stellt, hält diese Menschen wach - an Schlaf ist nicht zu denken. Doch auch die Gruppe von Personen, die scheinbar keine Probleme damit hat, Fernsehen und Einschlafen miteinander zu kombinieren, hat nachweislich mit negativen Auswirkungen zu kämpfen. Das beweisen Studium des Schlafklinikums in Klingenmünster: Das Resultat vom Einschlafen vor dem Fernseher ist ein oberflächlicher, wenig erholsamer Schlaf, der durch viele Unterbrechungen geprägt ist.

Menschen, die viel Fernsehen, schlafen nachweislich schlechter

Menschen, die vor dem Schlafengehen im Internet surfen oder fernsehen, haben eher das Gefühl, in der Nacht zu wenig Schlaf zu bekommen. Schläfrigkeit und Unkonzentriertheit sind die Folge - und das, obwohl die Nutzer von elektronischen Medien nicht deutlich kürzer schlafen, als andere. "Es geht hier nicht um die Dauer, sondern um die Qualität", erklärt der Schlafmediziner Manfred Walzl die Ergebnisse seiner Studie. Menschen, die kurz vor dem Schlafengehen fernsehen oder andere elektronische Medien nutzen, müssen sich also darüber im klaren sein, dass der Schlaf darunter leidet.

Gründe und Verbesserungsmöglichkeiten

Über die Gründe, weshalb Fernsehen oder andere elektronische Geräte negative Auswirkungen auf die Schlafqualität haben, sind sich die Forscher noch uneinig. Eine Theorie besagt, dass die Hintergrundbeleuchtung der elektronischen Geräte die Produktion des "Schlafhormons" Melanin hemme. Demnach sorgt die Beleuchtung der Geräte dafür, dass das Müdigkeitsgefühl nicht eintritt. Studien konnten diesen Melanin hemmenden Effekt aber bisher nicht belegen. Trotzdem empfehlen Experten, vor dem Schlafengehen auf elektronische Geräte zu verzichten. Durch das Lesen eines Buches oder den Genuss eines beruhigenden Tees lasse sich der Einschlafprozess deutlich beschleunigen. Auch die Qualität des nächtlichen Schlafs wird durch diese Einschlafrituale deutlich verbessert.


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