Träume sind Schäume – stimmt das wirklich?

Träume sind Schäume – Was ist dran an dieser Aussage?

Tr-umen-2Hätten Sie gewusst, dass jeder Mensch im Laufe seines Lebens rund 150.000 Träume erlebt? Denn laut einer Studie des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt befinden wir uns in unserem Leben etwa 4 Jahre in der Traumschlafphase, dem sogenannten REM-Schlaf.

Dabei sind es längst nicht alle Träume, an die wir uns nach dem Aufstehen noch erinnern. Viel häufiger ist es auch so, dass man zwar weiß, dass man geträumt hat, aber nicht immer genaue Erinnerungen an die Einzelheiten hat.

Andere Träume wieder sind so plastisch und beeindruckend, dass man sich haargenau an alles erinnert oder sogar aus dem Schlaf hochschreckt. Doch warum träumen wir überhaupt und kann man alle Träume als unwirklich abtun?

Was sind Träume eigentlich?

Zunächst einmal sind Träume eine Aktivität unserer Psyche, die während des Schlafes stattfindet. Dabei kommen diese besonderen Schlaferlebnisse zwar grundsätzlich in allen Schlafphasen vor, verstärkt aber in der REM-Phase. Diese Phase des Schlafes ist gekennzeichnet von schnellen Augenbewegungen unter den geschlossenen Lidern, weswegen sie Rapid-Eye-Movement, also als REM bezeichnet wird.

In der Regel und bei einem gesunden Schlafrhythmus befindet sich jeder Erwachsene nach 60 bis 90 Minuten in dieser Phase, die dann rund 10 Minuten andauert. Viele nennen einen Traum auch ein Gefühl, dass sich in bewegten Bildern darstellt und neue Emotionen hervorruft.

Ein Traum ist also ein Ablauf von bewegten Bildern und wird meist von sehr intensiven Gefühlen begleitet. Die Traumphase wirkt dabei oftmals sehr bizarr, denn nicht immer sind die im Traum erlebten Geschehnisse in der Realität wirklich umsetzbar oder logisch.

Schließlich wird kaum einer mit einem tonnenschweren LKW eine abschüssige Straße hinunterfahren und dabei die Tachonadel auf gute 350 Stundenkilometer schwingen sehen, ohne Schaden zu nehmen. Noch dazu, wenn man keinen Führerschein besitzt oder nicht wirklich von der Stelle kommt, obwohl man das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt.

Welchen Sinn hat das nächtliche Träumen?

Schlafforscher haben bereits mehrfach nachgewiesen, dass die nächtlichen Träume dazu dienen:

• am Tag Erlebtes besser zu verarbeiten
• neu Gelerntes besser einzuprägen und abzuspeichern

Neben diesen durchaus nachvollziehbaren und wichtigen Gründen gibt es aber auch die These, dass man träumt, um seinem Ideal näher zu kommen. Oder aber, weil man insgeheime Wünsche so für sich selbst sichtbar macht. Manche Neurologen sind zudem der Ansicht, dass wir träumen, um zu trainieren, mit bestimmten Stresssituationen in der Realität besser umgehen zu können.

Somit kann man das Träumen auch mit dem Reifeprozess des Gehirns in Verbindung bringen. Denn nachgewiesenermaßen träumen gerade Säuglinge und Kleinkinder viel intensiver, als Erwachsene. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich unweigerlich die Frage, ob Träume wirklich Schäume sind.

Traumarten und ihre Merkmale

Neben dem als normal empfunden Traum gibt es auch andere, die sich durch unterschiedliche Merkmale unterscheiden lassen.

Albträume: Hier werden auch im Traum Ängste oder angstmachende Situationen durchlebt, die sehr häufig zu einem spontanen Erwachen führen. Häufig sind die Schlafenden dann auch unruhig, haben einen erhöhten Herzschlag, eine flache Atmung oder sind wie in Schweiß gebadet.

Erotische Träume: Bei diesen Träumen geht es fast immer um Sehnsüchte, die nicht in jedem Fall etwas mit Geschlechtsverkehr zu tun haben.

Luzide Träume: Von einem solchen Traum spricht man, wenn man zwar rein körperlich in der Schlafphase ist, aber bei vollem Bewusstsein wahrnimmt, dass man träumt. In diesem Fall kann es sogar möglich sein, Einfluss auf den Fortgang des Traumes zu nehmen.

Tagträume: Wie der Name schon verrät, träumt man hier bei klarem Bewusstsein und im Wachzustand. Im Grunde sind diese Träume also eher eine Fantasievorstellung, auf die man sich konzentriert und somit von seiner Umgebung in dieser Phase nichts mitbekommt.

Was ist dran am Sprichwort: „Träume sind Schäume“?

Ursprünglich verbindet sich mit diesem Sprichwort die Bedeutung, dass Wunschträume nicht immer in Erfüllung gehen. Im Umkehrschluss bedeutet es also, dass Visionen und Träume schnell zerstört werden können oder eben wie Schaumblasen beim kleinsten Windhauch zerplatzen werden.

Ausgehend davon, dass Träume in aller Regel bizarr und unwirklich erscheinen, würde dieses altbekannte Sprichwort natürlich stimmen. Denn die Traumerlebnisse sind in aller Regel nicht realisierbar. Doch die Wissenschaft ist sich in dem Punkt einig, dass Träume wichtig für uns und unsere Gesundheit sind.

So konnte nachgewiesen werden, dass eine unterbrochene Traumphase oder gar eine vollkommen übergangene REM-Phase dafür verantwortlich ist, das man nur vermindert leistungs- und konzentrationsfähig ist.

Nicht einig sind sie jedoch, wenn es um die Bedeutung der Träume für unseren Körper und unsere Psyche geht. Es scheint zwar auf der Hand zu liegen, dass das nächtliche Träumen sinnbildlich unser Gehirn über Nacht entrümpelt und Gelerntes besser verfestigt, aber allein das beweist noch nicht die Richtigkeit des Sprichwortes „Träume sind Schäume“.

Hingegen gilt es als erwiesen, dass Träume Signale für kreative oder geniale Einfälle sind. Oftmals können geträumte Lösungen durchaus auf die Realität angewandt werden oder bestimmte Sequenzen eines Traumes in einem Songtext, Buchinhalt oder Ähnlichem verarbeitet werden.

So gesehen, sind Träume also nicht in jedem Fall Schäume, denn es gibt durchaus berühmte Beispiele, bei denen diese nächtlichen Eingebungen Erfolg in der Realität nach sich zogen.

Fazit

Tr-umen-1Träume erleben wir jede Nacht, in welcher Form auch immer. Dass man sich nicht immer daran erinnern kann, ist zwar bekannt, aber noch nicht gänzlich erforscht. So wie viele Aspekte des sehr komplexen Themas noch nicht erforscht sind.

Sicher ist es jedoch, dass die nächtlichen Träume gut für Körper und Seele sind. Denn das menschliche Gehirn verarbeitet in dieser Phase Erlebtes ebenso wie es Gelerntes besser verfestigt.

Das Lernen vor dem Einschlafen ist also durchaus von Erfolg gekrönt, da die Informationen über Nacht optimal gespeichert werden können. Träume sind insofern nicht in jedem Fall Schäume, weil es auf die Schlafphasen bezogen durchaus dazu führen kann, dass man im Traum sinnvolle Lösungen für ein Problem findet oder aber eine geniale Eingebung in kreativer Hinsicht haben kann.

Die nächtliche Aktivität unserer Psyche ist zudem erforderlich, um nicht an Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit zu verlieren.

Grundsätzlich also gehören Träume immer zu einem gesunden Schlaf, selbst wenn man sich nicht immer an sie erinnert oder manche uns in Form eines Albtraums aus dem Schlaf reißen.

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