Warum benötigen Babys und Kinder spezielle Kindermatratzen?

Warum benötigen Babys und Kinder spezielle Kindermatratzen?

Babys und Kleinkinder verbringen sehr viel Zeit schlafend im Bett. Da ist es besonders wichtig, die richtige Matratze zu wählen, um die Entwicklung des Kindes optimal zu fördern, aber auch um Risikofaktoren wie beispielsweise den plötzlichen Kindstod zu minimieren. Wie die ideale Matratze für Babys und Kinder aussieht und worauf Sie rund um die Baby- und Kindermatratze achten müssen, erfahren Sie hier.

3-Kindermatratzen-a

Verwenden sie immer eine neuwertige Matratze

Bei einem Baby ist es besonders wichtig, die richtige Matratze zu wählen, um die Entwicklung des Kindes nicht negativ zu beeinflussen und auch der plötzliche Kindstod ist leider immer wieder ein Thema, das auch bei der Matratzenwahl bedacht werden muss. Kaufen Sie für Ihr Baby auf jeden Fall eine neue Matratze und greifen Sie nicht auf die Matratze des älteren Geschwisterkindes, eine gebraucht gekaufte oder eine gebrauchte Matratze aus dem Freundes- oder Verwandtschaftskreis zurück. Der Grund dafür liegt darin, dass in älteren Studien ein Zusammenhang zwischen dem plötzlichen Kindstod und in der Matratze befindlichen Ausgasungen von Schimmelpilzen und Bakterien vermutet wird. Gesicherte Erkenntnisse darüber gibt es nicht, da die Ursachen des plötzlichen Kindstods noch nicht ausreichend erforscht sind. Dieses Risiko sollten Sie jedoch auf keinen Fall auf sich nehmen und lieber eine neue Matratze besorgen.

Tipp: Wenn Sie eine neue Matratze für Ihr Baby kaufen, verströmt diese oft einen unangenehmen Geruch, auch wenn sie absolut schadstofffrei ist. Lassen Sie die Matratze daher bei geeigneter Witterung auf dem Balkon oder der Terrasse oder in einem geheizten und gut zu lüftenden Raum etwa eine Woche lang auslüften, bevor Sie sie benutzen.

Achten Sie darauf, dass die Matratze nicht zu weich ist

Bei Babys und Kleinkindern ist die S-Form der Wirbelsäule noch nicht ausgeprägt, sondern das Rückgrat ist noch gerade. Die Wirbelsäule muss daher gut gestützt werden, so dass die Matratze nicht zu weich sein darf.

  • Das Baby sollte nicht tiefer als 3 Zentimeter in die Matratze einsinken
  • Der Körper sollte überall gut aufliegen
  • Knochen wachsen schneller als Muskeln, das Skelett des Kindes muss daher gut gestützt werden
  • Zu hart darf die Matratze jedoch auch nicht sein, sie muss sich gut an die Konturen des Körpers anpassen
  • Die Matratze muss elastisch sein und nachgeben und den Körper gleichzeitig stützen

 

Wichtiger Hinweis: Ist die Matratze zu weich, kann es passieren, dass das Baby bei einer ungünstigen Lage mit dem Gesicht in die Matratze einsinkt und die Atmung beeinträchtigt wird.

Atmungsaktivität und Luftdurchlässigkeit ist bei Babymatratzen besonders wichtig

Babys sollten generell in Rückenlage schlafen, da die Bauchlage als möglicher Auslöser des plötzlichen Kindstod gilt. Es kann jedoch nicht immer vermieden werden, dass sich das Baby auf den Bauch dreht, so dass in diesem Fall eine CO2 Rückatmung verhindert werden muss. Durch die ungünstige Bauchlage kann es passieren, dass das Baby statt Sauerstoff die eigene ausgeatmete Luft wieder einatmet, was zu einer erhöhten CO2 Konzentration im Blut führt. Ab einem gewissen Maß wirkt die CO2 Konzentration toxisch und sie kann im schlimmsten Falle auch zum Tode führen.

Um dies zu vermeiden, sollte eine Babymatratze sehr luftdurchlässig sein, damit es in der Bauchlage nicht zu einer CO2 Rückatmung kommen kann. Erreicht wird diese Luftdurchlässigkeit durch senkrechte und waagerechte Luftkanäle im Inneren der Matratze.

Wichtiger Hinweis: Verzichten Sie auf sauerstoffundurchlässige Nässeschutzauflagen im Babybett, da diese die CO2 Rückatmung begünstigen können. Viele Babymatratzen sind bereits im Kern mit einer Nässesperre ausgestattet.

Schadstoffe gehören nicht in die Babymatratze

Schadstoffe gehören natürlich in keine Matratze, aber gerade Babys reagieren sehr empfindlich. Um sicherzustellen, dass die Matratze schadstofffrei ist, sollte Sie eine Babymatratze mit einem Unbedenklichkeitssiegel wie beispielsweise dem Öko-Tex 100 Siegel nutzen.

Produkte für Babys und Kleinkinder werden von Öko-Tex nach besonders strengen Regeln getestet, die sogar noch weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

Lattenrost ja oder nein

Oft hört man, dass Babys bis zu einem gewissen Alter keinen Lattenrost benötigen. Für ein gesundes Liegen auf der Matratze mag das zutreffen, doch die Matratze muss auf jeden Fall von unten belüftet werden, da es sonst zu einer Schimmelbildung kommen kann.

  • Nutzen Sie einen Lattenrost im Babybett, um eine Belüftung der Matratze von unten zu gewährleisten
  • Hat das Babybett keinen Lattenrost, müssen auf jeden Fall ausreichend Belüftungsschlitze vorhanden sein
  • Achten Sie darauf, dass Lattenrost und Matratze von der Größe her optimal zueinander passen, damit keine Zwischenräume entstehen, in denen sich das Baby verletzen kann

Diese Matratzen sind für Babys geeignet

Babymatratzen werden als Federkernmatratzen, Kaltschaumatratzen, Latexmatratzen oder Naturfasermatratzen angeboten. Sie alle haben ihre eigenen Vor- und Nachteile und es muss individuell entschieden werden, welche Matratze am besten geeignet ist.

Federkernmatratzen

  • (+) bieten eine gute Durchlüftung
  • (+) sind sehr stabil
  • (+) haben niedrige Anschaffungskosten
  • (-) sind nicht gut für Allergiker geeignet
  • (-) sind anfällig für Muldenbildung
  • (-) haben ein hohes Eigengewicht
  • (-) Flüssigkeiten sickern schnell ein

 

Kaltschaummatratzen

  • (+) gut geeignet für Allergiker
  • (+) feuchtigkeitsabweisend
  • (+) gute Luftdurchlässigkeit
  • (+) geringe Anschaffungskosten
  • (-) können zu Schwitzen und Wärmestaus führen
  • (-) können anfangs unangenehme Gerüche ausdünsten

 

Latexmatratzen

  • (+) gut geeignet für Allergiker
  • (+) feuchtigkeitsabweisend
  • (+) hygienisch
  • (-) hohe Anschaffungskosten
  • (-) oft zu weich für Babys

 

Naturfasermatratzen

  • (+) latexierte Kokosmatratzen sowie reine Kokos- oder Rosshaarmatratzen sind fest und elastisch und daher ideal als Liegefläche für Babys geeignet
  • (+) gute Feuchtigkeitsregulierung
  • (-) nicht immer genügend luftdurchlässig
  • (-) oft hohe Anschaffungskosten

Das Für und Wider der verschiedenen Matratzen ist groß und es muss unter anderem auch dem Budget angepasst werden und daher individuell entschieden werden.

3-Kindermatratzen-b

Kindermatratzen

Für größere Kinder ist besonders gut eine 5- oder 7-Zonen Matratze geeignet, die den kleinen Körper im Liegen optimal stützt. Auch Kindermatratzen sollten nicht zu weich sein und dem Körper viel Halt bieten. Ideal geeignet sind zonierte Kaltschaummatratzen.

Kindermatratzen müssen öfter erneuert werden als Matratzen für Erwachsene und schon allein damit die Matratze immer dem Wachstum des Kindes entspricht, sollte sie spätestens alle fünf Jahre erneuert werden. Als Faustregel kann man sich daran halten, dass spätestens dann eine neue Matratze notwendig ist, wenn das Kind an Kopf- und Fußende nur noch 10 Zentimeter Freiraum hat.

Hinweis: Teilweise werde Matratzen mit einer Baby- und einer Kleinkindseite angeboten. Diese Angebote haben sich in Tests als überflüssig erwiesen, da Säuglinge und Kleinkinder auf beiden Seiten gleich tief einsinken.