Was bedeutet Mercerisiert?

23.07.2017 17:30  Von:: Oliver

Mercerisiert

Mit dem Begriff mercerisieren bezeichnet man ein Veredelungsverfahren, das vor allem bei Baumwolle angewendet wird. Entdeckt wurde es im Jahr 1844 von dem Briten John Mercer, nach dem das Verfahren benannt wurde.

Als der Chemiker Mercer Natronlauge durch ein Baumwolltuch filtern wollte, stieß er durch Zufall auf den Effekt, den die Natronlauge auf das Baumwollgewebe hat. Die Baumwolle erhält durch den Kontakt mit der Natronlauge einen dauerhaften, perlenartigen Glanz und gewinnt an Reißfestigkeit. Weiterhin lässt sich mercerisierte Baumwolle besser färben und die Oberfläche des Gewebes wird weicher. Ausgelöst werden diese Veränderungen dadurch, dass die Baumwollfasern durch die Natronlauge aufquellen.

John Mercer stellte bei seinen ersten Versuchen jedoch auch fest, dass die mit Natronlauge behandelte Baumwollte stark schrumpfte. Die Technik des Mercerisierens wurde dahingehend im Jahr 1890 von dem ebenfalls aus Großbritannien stammenden Chemiker Horace Arthur Lowe verbessert, der das Schrumpfen verhinderte, indem er die Baumwolle während des Mercerisierens auf Spannung hielt. Nach diesem Verfahren werden auch heute noch Baumwollstoffe mercerisiert.

Mercerisiert

Die Herstellung mercerisierter Baumwolle

Beim Mercerisieren wird Baumwolle unter Spannung in konzentrierte Natronlauge getaucht. Die Lauge wird anschließend in einem Säurebad neutralisiert. Man unterscheidet dabei zwischen Kaltmercerisation und Heißmercerisation und außerdem gibt es Trocken in Nass oder Nass in Nass Verfahren, die jeweils die Eigenschaften der mercerisierten Baumwolle beeinflussen. Auch die Spannung der Fasern und die Verweildauer in der Lage haben einen Einfluss auf das Ergebnis.

Gemeinsam ist allen Mercerisationsverfahren, dass sie aufwändig und teuer sind.

Mercerisierte Baumwolle findet man daher nur in hochpreisigen und qualitativ hochwertigen Produkten. Mercerisierte Baumwolle findet man oft bei edler Bettwäsche aus Satin oder Damast, vereinzelt werden aber auch andere Fasern wie Wolle oder Hanf durch Mercerisation veredelt. Auch Nähgarne werden oft mercerisiert, um ihnen mehr Glanz und Reißfestigkeit zu verleihen. Der einzige Nachteil, der mit der Mercerisation einhergeht ist der, dass die so behandelten Stoffe oft zum Fusseln neigen.

 

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