Was passiert während ich träume?

10.05.2014 07:00  Von:: Oliver

Was passiert während ich träume?

Wenn Menschen schlafen, dann träumen sie – und zwar immer. Wissenschaftliche Tests konnten beweisen, dass rund 80 Prozent der Menschen sich daran erinnern können, was sie in der letzten Nacht geträumt haben. Aber auch wenn wir uns am nächsten Morgen nicht mehr an den Traum erinnern können, haben wir dennoch eine Traumphase hinter uns gebracht. Das Träumen ist sowohl für den Körper als auch für die Psyche überlebenswichtig – kein Wunder also, dass seit Menschengedenken eine große Faszination von dem träumerischen Zustand ausgeht.

Verschlüsselte Botschaften? Traumforschung bringt spannende Einblicke

Bereits in frühesten Zeiten beschäftigen die Menschen sich mit der Deutung und Interpretation von Träumen. Was früher als Offenbarungen oder Botschaften eines höheren Wesens oder des gedeutet wurde, wird von der heutigen Schlafforschung mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Bereits im 19. Jahrhundert gingen Neurobiologen der Frage nach, was im Schlaf mit uns passiert. Sie entdeckten in ihren Beobachtungen, dass das nächtliche Träumen einer zeitlichen Struktur folgt. Erst 1953 beobachtete der Forscher Eugen Aserinsky schnelle Augenbewegungen im Schlaf und prägte mit dem Begriff des REM (Rapid Eye Movement) das, was wir heute allgemein als Traumphase bezeichnen.

Was passiert beim Träumen?

Anfang der 1960er Jahre stellte der Neurologe Michel Jouvet dieauch heute noch gültige Theorie der Schlafphasen auf. Demnach gibt es im Schlaf zwei Zustände: Während der Slow-Wave-Phase, der Tiefschlafphase, werden deutlich weniger elektrische Aktivitäten im Hirn gemessen. Der Schläfer bewegt seine Augen nicht und auch am restlichen Körper ist eine Muskelentspannung zu verzeichnen. Die zweite Schlafphase, die REM-Phase, wiederholt sich drei bis vier mal in der Nacht. Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass das Gehirn neueroelektrisch ebenso aktiv ist, wie im Wachzustand – die Muskeln hingegen sind völlig entspannt. Einzig die Augenaktivität zeugt davon, dass der Schlafende aktiv träumt. Interessanterweise können sich Menschen, die während dieser Traumphase geweckt werden, selten an den vorangegangenen Traum erinnern.

Entspannung für’s Gehirn

Aus neurophysiologischer Sicht ist der Traum ein besonders wichtiger Mechanismus, der zur ständigen Neuprogrammierung unserer grauen Zellen notwendig ist. Auch in der Psychologie wird der Traumzustand Anfang des 20. Jahrhunderts zum Dauerthema. Anders als die Biologie versuchen sich Traumforscher wie Sigmund Freud oder Carl Gustav Jung psychologisch dem Thema zu nähern. Carl Gustav Jung sieht bei der Traumforschung die individuelle Erfahrung im Vordergrund. Er sieht den Traumzustand als Dialog zwischen unserem Bewusstsein und unserem Unterbewusstsein. Der Traum ist also wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.


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