Was tun, wenn Krankheiten den Schlaf stören?

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Wenn Sie nachts andauernd aufwachen oder am Abend einfach nicht zur Ruhe kommen, muss nicht immer eine Schlafstörung dahinterstecken. Es gibt eine ganze Reihe an physischen Erkrankungen, die sich negativ auf den Schlaf auswirken können. Vor allem, wenn wir älter werden, häufen sich chronische Krankheiten. Die Gelenke schmerzen, das Kreuz zwickt, der Schlaf wird durch mehrfache Toilettengänge unterbrochen, Wasseransammlungen im Körper lassen uns nicht die optimale Liegeposition finden oder das Restless Legs Syndrom raubt uns den Schlaf. Im Folgenden werden wir zwei häufige Krankheiten, Ödeme und RLS, die sich oftmals negativ auf den Schlaf auswirken, unter die Lupe nehmen und klären, ob diese Erkrankungen via Telemedizin behandelt werden können.

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Wasseransammlungen im Körper: Ursache und Behandlung

Mann mit Knieschmerzen im Bett

Das wir Menschen Wasser zum Leben brauchen, ist sicherlich unbestritten. Ebenso wird es jedem klar sein, dass eine gewisse Menge Wasser in unserem Körper vollkommen normal und biologisch nützlich ist. Doch wenn es zu Wasseransammlungen im Körper kommt, kann es durchaus gefährlich werden. Wir haben einmal für Sie die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten genauer unter die Lupe genommen.

Wie äußern sich Wasseransammlungen im Körper?

Spricht man von Wasseransammlungen im Körper, so sind damit Flüssigkeitsansammlungen in den verschiedenen Gewebebereichen gemeint. Medizinisch als Ödem bezeichnet, werden diese Wasseransammlungen umgangssprachlich auch oft "Wasser in den Beinen" oder "Wassereinlagerung" genannt.

Der medizinische Ausdruck Ödem bedeutet auf Deutsch Schwellung, was schlussendlich damit zusammenhängt, dass die betroffenen Stellen häufig stark angeschwollen sind. Dies entsteht durch eine Veränderung des Durchflusses von Blut durch die Kapillargefäße.

Man unterscheidet hier nach regionalem Ödem, wenn sich also nur in einem bestimmten Bereich des Körpers Wasser ansammelt, und nach generalisiertem Ödem, bei welchem sich im gesamten Körper Flüssigkeiten im Gewebe ansammeln.

Typische Symptome für Wasseransammlungen im Körper sind:

  • geschwollene Füße und Unterschenkel, was zumeist auffällt, wenn die Schuhe plötzlich zu eng werden oder selbst Socken einengen
  • geschwollene Hände oder Arme, wobei häufig ein erstes Indiz ist, dass Ringe nicht mehr passen oder die Haut der Hände spürbar spannt, wenn man eine Faust ballt
  • geschwollenes Gesicht, was zuerst daran auffällt, dass die Augenlider sichtbar anschwellen
  • geschwollener Bauch, was offensichtlich nicht am Essen liegt, auch wenn sich der Bauchumfang vergrößert und nicht einfach nach dem Stuhlgang zurückgeht
  • Gewichtszunahme, die häufig nichts mit einer falschen Ernährung zu tun hat und bei welcher selbst gesundes Essen, Sport und Diäten nichts ausrichten können

Hinweis: Ödeme können auch die inneren Organe betreffen. Hier sind es vor allem Lungenödeme, Hirnödeme oder auch ein Ödem am Kehldeckel, also im Bereich der Atemwege, die besonders bedrohlich werden können.

Mann mit besorgtem Blick

Welche Ursachen haben diese Wasseransammlungen?

Egal, um welche Art der Wasseransammlung im Körper es sich handelt, immer ist ein Ungleichgewicht im Wasserhaushalt des Körpers dafür verantwortlich. Das kann junge Menschen ebenso betreffen wie ältere, schwangere oder nichtschwangere Frauen.

Schlafender Mann auf Gabelstapler

Häufige Ursachen können sein:

  • zu langes Stehen
  • zu langes Sitzen
  • einseitige Belastungen
  • hohe Temperaturen
  • gestörter Lymphabflusses
  • hormonell bedingte Veränderungen des Wasserhaushalts
  • hormonell bedingte Veränderung des Bindegewebes
  • andere Erkrankungen, wie beispielsweise Herzschwäche, Krebs, Durchblutungsstörungen, Allergien, Infektionen oder Verletzungen

Hinweis: Wenn durch zu langes Stehen, Sitzen oder Bewegungsarmut das Blut in den Beinen versackt, kommt es dazu, dass Flüssigkeit ins Gewebe abgepresst wird und dort verbleibt.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Sofern nicht eine ernsthafte Erkrankung eine solche Wasseransammlung im Körper verursacht, besteht in der Regel keine akute Gefahr. Denn die meisten Schwellungen gehen spätestens nach ein paar Tagen von allein zurück.

Ein Arztbesuch ist aber dringendst zu empfehlen, wenn das Ödem ein freies Atmen verhindert oder wenn folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • das Ödem hält sich hartnäckig und/oder wird sogar noch größer
  • die Schwellung fühlt sich warm an und ist besonders druckempfindlich
  • die Gliedmaßen sind auffallend warm oder kalt und/oder nehmen eine rötliche oder blaue Färbung an
  • Fieber und/oder Atemnot stellt sich aufgrund des Ödems ein

Bevor sich der Arzt zu einer Behandlungstherapie entschließt, wird er neben der Anamnese auch einen Bluttest durchführen, bei Ansammlungen im Bauchbereich einen Ultraschall vornehmen. Sichtbare Schwellungen wird er abtasten und eindrücken. Hierdurch erhält er wichtige Hinweise auf die möglichen Ursachen.

Entsteht ein Ödem zum Beispiel infolge einer Lungenerkrankung, kann er die Schwellung nicht wegdrücken. Bleibt in einem wasserreichen Ödem indes ein Abdruck, deutet alles auf eine mögliche Herzschwäche, Nierenerkrankung oder auch eine Venenerkrankung hin.

Im Grunde werden aber die ersten Behandlungsschritte auf ein Entwässern hinauslaufen. Sollte eine ernsthafte Erkrankung der inneren Organe vorliegen, wird diese natürlich begleitend behandelt.

Wie kann man Ödemen vorbeugen?

Sofern keine ernsthafte Erkrankung die Ursache für eine Wasseransammlung im Körper ist, kann man über eine entsprechende Ernährung den Körper entwässern.

Tipp: Am besten tut man das unter ärztlicher Aufsicht. Es ist ungemein wichtig, dass bei einer Entwässerung immer darauf geachtet wird, genügend Flüssigkeit wieder zuzuführen. Das mag vielleicht ein wenig verwirrend klingen, doch ohne erneute Flüssigkeitszufuhr kann das Ungleichgewicht im Wasserhaushalt nicht hergestellt werden.

Diese einfachen Tipps werden helfen, einer Wasseransammlung im Körper vorzubeugen oder diese zu minimieren:

  1. Viel Wasser und Tee trinken, damit die Nierentätigkeit angeregt wird und so viel wie möglich „ausgeschwemmt“ werden kann.
  2. Lebensmittel wie Spargel, Sellerie, Avocado, Ananas, Artischocken oder auch Himbeeren und Naturreis entwässern den Körper. Sie wirken aufgrund ihrer besonderen Spurenelemente harntreibend, entgiftend und regen zudem den Stoffwechsel an.
  3. Verzicht auf Alkohol, zu viel Salz und Zucker. Gerade alkoholische Getränke fördern die Wassereinlagerung im Gewebe, vornehmlich im Gesicht. Einen ähnlichen Effekt haben Salz und Zucker, weswegen diese besonders sparsam verwendet werden sollten.
  4. Aufwerten der Ernährung mit Lein- und Koriandersamen. Dadurch werden Giftstoffe und überflüssige Wasseransammlungen im Verdauungstrakt gebunden und schneller ausgeschieden. Zudem wirken sie entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und anregend für den Kreislauf.
  5. Ausreichend Bewegung. Vor allem bei zu langem Sitzen ist eine sportliche Betätigung, am besten im Freien, ein idealer Ausgleich und regt nicht nur den Stoffwechsel und Blutkreislauf an, sondern sorgt auch für eine Verbesserung der Lymphtätigkeit.
  6. Sanfte Massagen auf den Schwellungen können den Lymphfluss anregen und wirken entspannend. Im Zusammenspiel mit Wechselduschen ist das eine optimale Vorbeugung bei Ödemen.

Frau mit Schmerzen im Bett

Wenn Ödeme den Schlaf rauben

Auch wenn Wasseransammlungen zumeist während des Tages entstehen und dann Probleme bereiten, klagen eine Vielzahl an Patienten auch darüber, dass nächtliche Schwellungen Schmerzen verursachen und zu Schlafstörungen führen. In diesen Fällen können Kompressionsstrümpfe oder ein Hochlagern der Beine Linderung bringen.

Nächtlicher Harndrang, der zusammen mit geschwollenen Beinen am Tag auftritt, kann auf eine Herzschwäche hindeuten. Ein umgehender Arztbesuch ist in diesem Fall dringend angeraten. Ist das Herz nämlich zu schwach, um für eine ausreichende Blutzirkulation zu sorgen, dann dringt Wasser ins Gewebe aus den gefüllten Venen ein, es kommt zu einem Anschwellen der Beine.

Harmlose Wasseransammlungen sollten nach wenigen Tagen verschwinden!

Nicht in jedem Fall liegt eine ernsthafte Erkrankung vor, die zu Wasseransammlungen im Körper führt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Von daher können vorbeugende Maßnahmen hilfreich sein, wenn man durch zu langes Sitzen oder Stehen am Arbeitsplatz zu geschwollenen Gliedmaßen neigt.

Sollten die Ödeme schmerzhaft und langanhaltend auftreten, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen, um die tatsächlichen Ursachen abklären zu lassen. Möchte man seinen geschwollenen Füßen oder Händen zum Beispiel selbst entgegenwirken, ist jedoch immer darauf zu achten, ausreichend Flüssigkeit zuzuführen und die betroffenen Bereiche hochgelagert auszuruhen. In der Regel verschwinden diese Wasseransammlungen dann spätestens nach wenigen Tagen.

Eine weitere Erkrankung, die den Schlaf bzw. das Einschlafen negativ beeinflussen kann, ist das Restless Legs Syndrom.

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Was sind die Ursachen, und was hilft beim Restless Legs Syndrom?

Beine zwischen Bettdecke

Rund 15 Prozent der Menschen sind von dem Restless Legs Syndrom betroffen. Gemeint sind damit die unruhigen Beine, bei denen man meist abends im Bett einen enormen Bewegungsdrang verspürt. Dabei hat man das Gefühl, dass die Beine und Füße unkontrolliert zucken. Eine wirklich unangenehme Empfindung, vor allem, wenn man sich gerade in der Einschlafphase befindet.

Zwar können die Symptome kurzfristig gelindert werden, wenn man dem Bewegungsdrang nachgibt. Doch eine tatsächliche Abhilfe bringt das nicht. Wir verraten Ihnen, was gegen das RLS hilft.

Was sind die Ursachen für das Restless Legs Syndrom?

Bevor man das Restless Legs Syndrom behandeln und beseitigen kann, sollte man sich über die Ursachen klar werden. Nur wer den Auslöser kennt, wird das RLS auch bekämpfen können.

Bei den RLS-Ursachen unterscheiden Mediziner nach Formen. Während bei der primären Form die Ursachen oftmals in der Familienanamnese und einem gestörten Dopamin-Eisen-Stoffwechsel im Gehirn zu suchen sind, hat die sekundäre Form des Restless Legs Syndroms folgende Ursachen:

  • Eisenmangel
  • beeinträchtigte oder gestörte Nierenfunktion
  • Erkrankung des peripheren Nervensystems
  • Mangel an Folsäure
  • Vitamin B12 Mangel
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Lumbalanästhesie
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente
  • Rauchen
  • mangelnde Bewegung
  • ungesunde Ernährung
  • übermäßiger Alkoholkonsum

Sehr häufig entsteht gerade bei Frauen das Restless Legs Syndrom während der Schwangerschaft. In diesem Fall verliert es sich nach der Entbindung auch wieder ebenso schnell, wie es aufgetreten ist.

Essender Mann mit Fernbedienung im Bett

Welche Symptome gehen mit dem RLS einher?

Die Symptome beim Restless Legs Syndrom, die an einen sehr nervösen Unruhezustand erinnern, treten vornehmlich in den Ruhephasen auf. Deswegen verspüren Betroffene hauptsächlich nach dem Zubettgehen diesen unheimlichen Bewegungsdrang in den Beinen.

In den meisten Fällen beginnt es mit Empfindungen wie Kribbeln, Brennen, Stechen, Klopfen oder Brodeln in den Beinen. Es ist schwer zu erklären und scheint tief aus dem Inneren der Extremitäten zu kommen. Sofern es nicht von selbst zu unkontrollierten Zuckungen der Gliedmaßen kommt, hilft es den Betroffenen, wenn sie die Beine massieren oder bewegen.

Hinweis: Je nach Ausprägung hilft das aber nur für einen sehr kurzen Zeitraum.

Durch die gestörte Einschlafphase kommt es zusätzlich zu ganz typischen Auswirkungen wie bei anderen Schlafstörungen auch. Das bedeutet, dass die tiefe Entspannungsphase sehr viel später einsetzt und letztendlich zu kurz sein wird.

Daraus folgen in erster Linie die Tagesmüdigkeit, die unmotivierte Tagesform und die verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit am nächsten Tag.

Hinweis: Das Restless Legs Syndrom kann in jedem Alter auftreten. Allerdings ist die primäre Form, also jene, die auf genetischen Ursachen beruht, eine fortschreitende Erkrankung. Die Beschwerden können hier also zunehmen. Die sekundäre Form jedoch ist gut behandelbar und verschwindet meist von selbst, wenn die auslösenden Ursachen beseitigt wurden.

Ärztin beim Beratungsgespräch

Welche Therapieformen gibt es?

Zunächst einmal gilt es beim Restless Legs Syndrom, dass die Form und die Ursachen erforscht werden. Das bedeutet, dass ein erfahrener Arzt erst einmal durch die Anamnese, eine umfassende körperliche Untersuchung und entsprechenden Blutuntersuchungen feststellt, ob es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung oder doch um die sekundäre Form handelt.

Tipp: Da es sich beim Restless Legs Syndrom um eine neurologische Erkrankung handelt, ist es durchaus empfehlenswert, einen Neurologen bei der Diagnose und für die Therapie hinzuzuziehen.

Liegt beispielsweise ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 vor, der auf die sekundäre Form hinweist, ist damit schnell auch die Ursachenforschung abgeschlossen und es kann mit entsprechenden Präparaten auf das RLS eingewirkt werden.

Ist eine genetische Veranlagung dafür verantwortlich, dass die Beine abends einem unkontrollierten Bewegungsdrang ausgeliefert sind, wird der Arzt mit nicht ergolinen Dopaminagonisten die Schlaf- und Lebensqualität verbessern.

Was kann man selbst dagegen tun?

Neben der unter ärztlichen Kontrolle stattfindenden Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Medikamenten können Betroffene in jedem Fall selbst einiges tun, um die Schlafqualität wieder zu erhöhen und die Symptome ein wenig zu minimieren.

Vornehmlich bei der sekundären Form des Restless Legs Syndroms hilft es, wenn man die nachfolgenden Dinge beachtet:

  1. Der eigene Schlafrhythmus sollte weitestgehend eingehalten werden: Soweit es möglich ist, sollte man immer zur gleichen Zeit schlafen gehen und zur gleichen Zeit wieder aufstehen.
  2. Ausreichend Bewegung, Wechselduschen und Massagen: Der Tagesablauf sollte regelmäßige Bewegung, möglichst in Verbindung mit entsprechenden Dehnungsübungen, Wechselduschen und Beinmassagen enthalten. Idealerweise verfestigt sich ein Ritual, welchem man folgen sollte, auch wenn man vielleicht gerade beschwerdefrei ist.
  3. Verzicht auf Genussmittel: Da sich übermäßiger Alkohol - und Koffeingenuss ebenso nachteilig auswirken kann wie das Rauchen und zu viel Schokolade, sollte auf diese Genussmittel weitestgehend verzichtet werden.
  4. Ablenkung kann im akuten Fall helfen: Gerade, wenn es abends zum Restless Legs Syndrom kommt, kann man sich mit Lesen, Puzzeln oder anderen geistigen Aktivitäten gut ablenken. Wichtig ist, dass man sich auf etwas geistig konzentriert, damit es körperlich nicht zum unkontrollierten Bewegungsdrang kommt.
  5. Stressabbau auf der ganzen Linie: Stress ist generell nicht gut für das körperliche Wohlbefinden. Gerade im Hinblick auf das RLS ist Stressabbau überaus sinnvoll. Hier können abendliche Entspannungsrituale wie Meditation, Autogenes Training oder Yoga zum Beispiel eine wertvolle Hilfe sein.

Restless Legs Syndrom

Die Ursachen von RLS können variieren

Am Restless Legs Syndrom zu leiden, kann verschiedene Ursachen haben. Während es sich bei einer genetischen Veranlagung um eine dauerhafte neurologische Erkrankung handelt, bei welcher in der Regel nur eine Medikamententherapie Aussicht auf Verbesserung verspricht, kann es bei der sekundären Form von RLS oftmals reichen, Mangelerscheinungen auszugleichen und Stress abzubauen. Massagen, Wechselduschen, Bewegung und eine gesunde Lebensführung können die Symptome schnell abklingen lassen.

Für alle Betroffenen ist das abendliche Kribbeln in den Beinen und Füßen mit einem seltsam unkontrollierbaren Bewegungsdrang verbunden, der nicht nur unangenehm ist, sondern zudem die Einschlafphase massiv beeinträchtigt. Nicht selten sind die Folgen Schlafstörungen, die sich dann tagsüber bemerkbar machen.

Neurologen und Schlafmediziner können im Rahmen der Diagnose die Ursachen feststellen und dementsprechende Therapien verordnen. Nur so kann die Lebensqualität und die Qualität des Schlafes wieder optimiert werden. Wichtig sind zudem regelmäßige Zubettgehzeiten und im akuten Fall richtige Ablenkungsmanöver.

Sowohl bei Ödemen, die langandauernd auftreten, oder bei RLS, eine Diagnosestellung ist immer grundlegend für eine erfolgreiche Therapie. Da der Gang zum Arzt für so manchen beschwerlich ist und vermieden werden soll, stellt sich die Frage, ob Ödeme und RLS über den Weg der Telemedizin behandelt werden können.

Wissen muss man, dass es in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt ist, eine Erstdiagnose via Telemedizin zu stellen. Eine Ausnahme wurde hier vom Gesetzgeber allerdings während der Coronapandemie gemacht. Ob dies jedoch in Zukunft beibehalten wird, ist offen.

Aber, was steckt eigentlich genau hinter dem Begriff „Telemedizin“, der gerade in letzter Zeit extrem an Bedeutung gewonnen hat?

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RLS / Ödeme via Telemedizin behandeln lassen?

Videotelefonat

Immer häufiger begegnet uns der Begriff Telemedizin. Dabei ist wahrscheinlich den meisten klar, dass diese moderne Art der Kommunikation zwischen Arzt und Patient den herkömmlichen Arztbesuch ersetzen soll. Doch wie funktioniert die Telemedizin tatsächlich und was ist dabei heute schon möglich? Kann man Erkrankungen wie RLS oder Ödeme via Telemedizin behandeln lassen?

Was bedeutet der Begriff Telemedizin?

In der Telemedizin soll die Diagnostik mit anschließender Therapie sowie die Kommunikation zwischen Arzt und Patient mit technischen Hilfsmitteln überbrückt werden. Das bedeutet, dass ein Video-Anruf beim Arzt genügen könnte, um eine Erkrankung festzustellen und dementsprechend Therapien zu aktivieren oder ein Rezept auszustellen und zuzusenden.

Hinweis: Bisher galt: Der Arzt darf keine Erstdiagnose per Video-Chat stellen. Das bedeutet, dass man in der Arztpraxis in jedem Fall vorstellig werden muss. Kontaktiert man den Arzt dennoch, muss man zunächst die Kosten selbst tragen und bekommt zudem keine verlässliche Diagnose, sondern nur eine medizinische Beratung. Eine Ausnahme dieser Regelung gibt es jedoch in Zeiten von COVID-19. Allerdings dürfte es schwierig sein, Ödeme oder ein Restless Legs Syndrom via Videosprechstunde zu diagnostizieren. Daher gilt in diesen Fällen: Es ist nur eine Beratung möglich. Ein Gang in die Arztpraxis ist unumgänglich.

Wurde eine Erstdiagnose in einer persönlichen Behandlung erstellt, kann dann die Behandlung zumindest zeitweise ohne persönlichen Kontakt zum Patienten per Telemedizin fortgeführt werden. Das gilt auch für das Ausstellen von Rezepten.

Durch die Lockerung der gesetzlichen Bestimmungen dürfen Ärzte in Deutschland seit 2018 derart agieren. Ebenso beinhaltet die Telemedizin, dass Assistenten des Arztes den Hausbesuch übernehmen und alle relevanten Daten und Untersuchungsergebnisse an ihn übermittelt, sodass er praktisch zeitgleich seine Diagnose stellen und die Behandlungsmethode wählen kann.

Frau mit Tablet im Bett

Videosprechstunden in Zeiten der Corona-Krise

Die Corona-Krise brachte weitere Lockerungen in der Fernbehandlung. In Zeiten von Covid-19 wurde Ärzten ein größerer Spielraum zugestanden. Ob eine Diagnose und Behandlung per Videochat durchgeführt werden kann, soll im Einzelfall bewertet und abgewogen werden. Das gilt auch für eine Erstbehandlung.

Gemäß der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sollen Ärzte in Zeiten der Corona-Krise die Videosprechstunde flexibel nutzen, wenn sie diese Vorgehensweise für therapeutisch vertretbar erachten. In allen anderen Fällen ist einem persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt der Vorzug zu geben.

Eine ausschließliche Fernbehandlung ist demnach im Bereich des Möglichen. Diese muss ärztlich vertretbar sein. Der Arzt muss dafür Sorge tragen, dass die Beratung, Befunderhebung, Dokumentation und Behandlung gewahrt bleiben.

Die Ziele der Telemedizin

Grundsätzlich geht es bei der Telemedizin immer um die Vernetzung aller Möglichkeiten, bei denen Kommunikationstechnologien eine ganz entscheidende Rolle spielen. Der Arzt muss sich bei einer Fernbehandlung nicht mehr am gleichen Ort befinden, wie der Patient.

Zudem geht es nicht immer nur um die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Auch Facharzt oder Klinik stehen mit dem Arzt in Kontakt, um nur einige Beispiele zu nennen. Hierbei geht es um den reinen Informationsaustausch.

Die Telemedizin hat klar definierte Ziele:

  • Verbesserung der medizinischen Versorgung in allen Gebieten und Regionen
  • Schaffung effizienter und benutzerfreundlicher Gesundheitsdienste
  • verbesserter Gesundheitsstand bei den Bürgern durch Bereitstellung aller wichtigen Informationen

Gerade in entlegenen Gebieten oder in Regionen mit einem Fachärztemangel kann die Telemedizin ein besonders hilfreicher Ansatz sein, um die medizinische Versorgung aller Menschen sicherzustellen.

Wie funktioniert die Arztsprechstunde per Videochat?

In der Regel wird die telemedizinische Sprechstunde via Internet und am PC oder dem Smartphone abgehalten. Das bedeutet, dass der Computer über eine Kamera und ein Mikrofon verfügen sollte.

Hat man noch keinen virtuellen Termin mit dem Arzt in der Praxis vereinbart, funktioniert die Arztsprechstunde per Videochat wie folgt:

  1. Zunächst muss man sich einen Account anlegen, bei dem bereits die ersten grundlegenden und persönlichen Daten hinterlegt werden.
  2. Aus einer Liste von Ärzten den passenden auswählen und bei ihm einen Termin buchen.
  3. Der Erstkontakt wird mit 25 EURO für 15 Minuten Sprechzeit berechnet, die vor der endgültigen Buchung per Kreditkarte zu entrichten sind.
  4. Kurz vor dem Termin mit den persönlichen Zugangsdaten einloggen und dann kann die Sprechstunde mit dem Arzt beginnen.

Paar mit Tablet im Bett

Geht es bei der telemedizinischen Betreuung am PC oder am Smartphone um eine Nachuntersuchung, erhält man bereits in der Arztpraxis einen Termin und eine TAN-Nummer, um sich für die virtuelle Sprechstunde einzuloggen. Diese Sprechstunde am PC wird von der Krankenkasse bezahlt.

Hinweis: Die Gespräche per Videochat werden nicht aufgezeichnet oder abgespeichert. Vielmehr ist es mit einem Skype-Gespräch zu vergleichen.

Zur Telemedizin gehört im Übrigen noch mehr als die Videosprechstunde mit dem Arzt:

  • Die digitale Gesundheitskarte, Patientenakte und der digitale Arztbrief
  • Telemonitoring – Vitaldaten werden regelmäßig elektronisch übermittelt. Ein wichtiges Konzept gerade z.B. bei der Behandlung von Patienten mit Herzerkrankungen

Welche Vor- und Nachteile kann die Telemedizin bringen?

Der technische Fortschritt, der nun auch die medizinische Versorgung erreicht hat und diese auf ein völlig neues Level hebt, hat viele Vorteile, doch auch einige Nachteile, über die man sich bewusst sein sollte.

Vorteile:

  • beschwerliche und weite Wege zum Arzt entfallen weitestgehend
  • die Wartezeit auf einen Facharzttermin ist deutlich kürzer
  • überfüllte Wartezimmer müssen nicht mehr persönlich aufgesucht werden

Nachteile:

  • Erstdiagnosen können nicht per Videochat erstellt werden (Ausnahme während der Corona-Pandemie)
  • Rezepte gibt es in der Regel nur als sogenannte Folgerezepte
  • nicht jeder Mensch kann mit einem Computer umgehen oder hat eine standfeste Internetleitung
  • bei den finanziellen Zahlungen der Krankenkassen ist noch keine hinreichende Vereinbarung getroffen
  • es gibt immer noch zu wenig Ärzte, die eine Online-Sprechstunde anbieten

Für welche Anwendungsgebiete soll die Telemedizin eingesetzt werden?

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Telemedizin nicht für alle medizinischen Bereiche eingesetzt werden kann. Beispielsweise für eine Blutabnahme oder gar eine Operation ist der persönliche Kontakt nach wie vor unabdingbar.

Doch es gibt schon viele Anwendungsgebiete, bei denen man die Telemedizin sinnvoll nutzen kann.

Mann im Anzug mit Headset

Dazu gehören unter anderem:

  • der direkte und unmittelbare Austausch zwischen Haus- und Facharzt bezüglich von Laborwerten sowie klinischen, radiologischen und histologischen Befunden
  • interdisziplinäre Konsultation zwischen Kliniken
  • Erstdiagnose und Einleitung der Behandlung bei einfachen, aber akuten Krankheitsbildern, wie zum Beispiel Erkältungskrankheiten
  • visuelle Nachuntersuchungen im Heilungsprozess, beispielsweise die Kontrolle einer Operationswunde oder nach einer Behandlung durch den Hautarzt
  • Fernbehandlung bei Patienten, die ihre Werte übermitteln sowie die visuelle Verlaufskontrolle einer Erkrankung
  • Nachkontrolle oder abschließende Kontrolle
  • Patientenschulung bei chronischen Erkrankungen

Wo stößt die Telemedizin an ihre Grenzen?

Es steht außer Frage, dass auch die fortschrittliche Telemedizin an ihre Grenzen stoßen kann. Denn was auf der einen Seite sehr vorteilhaft ist, kann auf der anderen Seite auch nachteilig sein. Zum einen fehlt der persönliche Kontakt zum Arzt.

Das bedeutet unter anderem, dass nicht jede Diagnose zweifelsfrei per Videochat gestellt werden kann. Ebenso ist eine spezielle Schulung des Arztes nötig, der zudem in eine geeignete Software investieren muss.

Darüber hinaus hat ein Arzt in einem akuten Fall nur einen begrenzten Spielraum für seine Handlungsfähigkeit.

Der Weg ist grundsätzlich frei für die Telemedizin, die zweifellos löbliche Ziele hat und eine Vielzahl an Vorteilen mit sich bringt. Überfüllte Wartezimmer, lange Wartezeiten für einen Facharzttermin und die Ansteckungsgefahr in den Wartezimmern lassen sich so deutlich minimieren.

Gerade in Zeiten von Corona sind die Vorteile immens und haben dafür gesorgt, dass die Telemedizin einen wahren Boom erfahren hat. Das Deutsche Ärzteblatt spricht von einem Zuwachs von über 1000%.

Doch der Fortschritt auf diesem Gebiet bringt auch Nachteile mit sich. Immerhin gilt hier in Deutschland noch das Fernbehandlungsverbot, weswegen Erstdiagnosen grundsätzlich noch nicht per Videochat erstellt werden können (Eine Ausnahme besteht hier während der Coronapandemie). Darüber hinaus muss der Patient vor einer virtuellen Arztsprechstunde wenigstens in den letzten zwei Monaten einmal in der herkömmlichen Arztpraxis vorstellig gewesen sein.

Die Verknüpfung vieler Einzelmaßnahmen im Bereich der Telemedizin bringt vor allem den Menschen in ländlichen Regionen klare Vorteile. Allerdings fehlt es noch an entsprechend geschulten Medizinern und eine breite Akzeptanz befindet sich noch in der Entwicklungsphase.

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Der Autor:

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Oliver

„Schlaf ist für Menschen lebenswichtig. Im Schlaf entspannt und erholt sich der ganze Körper, das Immunsystem schöpft neue Kraft und die Seele verarbeitet Erlebtes. Wer nachts gut schläft, ist tagsüber fit und leistungsfähig."

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