Warum riechen neue Matratzen so streng

Neue Matratzen: warum riechen sie so streng?

neue-matratzen-1Nicht nur aus hygienischen Gründen sollte jede noch so gute Matratze nach gut acht bis zehn Jahren gegen eine neue ausgetauscht werden. Denn nach dieser Zeitspanne sind Liegeflächen durchgelegen, entsprechen nicht mehr gänzlich jeder individuellen Anforderung und es zeigt sich ein Materialverschleiß.

Doch wer schon einmal eine neue Qualitätsmatratze ins Bett gelegt hat, wird wissen, dass der Geruch in den ersten Tagen unangenehm, ja unerträglich sein kann.

Aber warum riechen neue Matratzen so streng? Wir sind dieser Frage einmal auf den Grund gegangen.

Was ist der Grund für diesen schlechten Geruch?

Nachdem man die neue Matratze aus ihrer Umverpackung gelöst hat, nimmt man den schlechten Geruch schnell war. Fachleute sprechen hier von einem herstellungsspezifischen Geruch. Dieser wird von vielen Menschen eher als Gestank bewertet und wird dann intensiv freigesetzt, wenn man die neue Liegefläche auspackt. Die Gründe für übelriechende neue Matratzen liegen in erster Linie in ihrer Beschaffenheit und vor allem in der Produktionsweise. So werden Materialien so behandelt und produziert, damit das Endergebnis, von dem wir uns gerade bei einer qualitativ hochwertigen Liegefläche so viel versprechen, auch wirklich stimmig ist. Schließlich möchten wir alle eine Matratze, die unseren Körper in jeder Schlafposition stützt, unsere Gelenke entlastet und mit der wir jederzeit zu einem guten und erholsamen Schlaf finden können. Doch auch manche Verpackungsmaterialien können einen Eigengeruch entwickeln, der dann in der Zeit der Lagerung der Liegefläche in das textile Obermaterial eindringen kann. Hauptsächlich liegt der strenge Geruch also an:

• Herstellungsverfahren und Produktionsverfahren
• Verpackungen und Schutzfolien
• Etikettierungen
• eigenes Geruchsempfinden

Wie man den eher strengen Geruch einer neuen Matratze wahrnimmt, liegt im Übrigen meist am eigenen Geruchsempfinden. Während manche Menschen den Geruch eher störend empfinden, haben andere durchaus weniger ein Problem damit.

Gibt es Unterschiede bei den einzelnen Matratzenarten?

Im Grunde riecht jede neue Matratze streng und erinnert im ersten Moment an chemische Bestandteile. Doch es sind weniger die Bestandteile einer Liegefläche, sondern vielmehr die Herstellungsmethoden, die unsere empfindliche Nase stören, wenn wir die neue Matratze auspacken.

Kaltschaummatratzen: Hier besteht der Kern aus einem großporigen Schaum, der viele tausende Gasbläschen enthält. Durch diese Aufschäumung bei der Produktion wird am Ende die besonders flexible Anpassung an die Körperkontur und die Schlafposition erreicht. Doch diese Gasbläschen werden im weiteren Herstellungsprozess zerschnitten, wodurch das enthaltene Gas entweicht. Dabei handelt es sich allerdings um flüchtige organische Verbindungen, was bedeutet, dass sie irgendwann verfliegen. -> Würde man die Zuschnitte anschließend für einige Wochen zwischenlagern, so dass das ganze Gas vollständig entweichen könnte, würde die Matratze beim Aufrollen oder Auspacken keineswegs übel riechen. Doch aus Kostengründen werden die Zuschnitte beim Hersteller praktisch sofort mit dem textilen Bezug versehen, so dass die Gasabgabe faktisch unterbunden wird.

Latexmatratzen: Hierbei wird im Herstellungsprozess naturbelassener oder auch synthetisch gefertigter Kautschuk vulkanisiert, was zum Teil einen sehr störenden Gestank nach sich zieht, der auch nach dem Auspacken noch einige Zeit andauert.

Federkernmatratzen: Diese Liegeflächen verfügen über einige Anteile von Kaltschaum, weswegen der unangenehme Geruch hier auf die Gasbläschen zurückzuführen ist.

Sind die übelriechenden Gerüche gesundheitsschädlich?

Gesundheitsschädlich sind die schlechten Gerüche einer neuen Matratze nicht. Sie stören maximal das individuelle Geruchsempfinden. Mehrfach getestet verschwinden die Ausdünstungen jeder neuen Matratze spätestens nach einigen Tagen. Selbst bei den Liegeflächen aus Kaltschaum, die besonders intensiv stinken, ist dieser unangenehme Geruch spätestens nach acht Tagen komplett verschwunden. Denn die nach Chemie riechenden Ausdünstungen sind nur flüchtige organische Verbindungen, die recht schnell vergehen, ohne die Gesundheit von Mensch und Tier zu beeinträchtigen.

Was kann man gegen diesen übelriechenden Geruch tun?

Um dem übelriechenden Geruch einer neuen Matratze nach dem Entnehmen aus der Schutzfolie beizukommen, empfiehlt sich das gründliche Auslüften, bevor man die Liegefläche benutzt. Am besten gelingt das, indem man die Matratze aufrecht gegen die Wand zum Beispiel lehnt. So hat die umgebende Luft genügend Angriffsfläche, wenn man so will.

Auf diese Weise verflüchtigen sich alle organischen Verbindungen, die sich nach dem Auspacken entfalten. Ideal ist es natürlich, wenn man die Möglichkeit hat, die neue Qualitätsmatratze auf dem Balkon oder der Terrasse zu entlüften. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass es nicht zu einer intensiven Sonneneinstrahlung oder gar zum Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz kommt. Geschieht das Auslüften indes in einem Innenraum, sollte hier für genügend Frischluftzufuhr gesorgt werden.

So verhindert man einen Stau der schlechten Gerüche im Schlafzimmer beispielsweise. Verfügt die Matratze über einen abnehmbaren Bezug, so empfiehlt es sich, diesen vor dem ersten Gebrauch der Liegefläche zu waschen. Das beschleunigt den Vorgang des Auslüftens.

Tipp: Sollte die neue Matratze allerdings nach ein bis zwei Wochen immer noch übelriechende Gerüche abgeben, so empfiehlt es sich, die Liegefläche umzutauschen.

Fazit

neue-matratzen-2Neue Matratzen müssen hin und wieder sein, wollen wir immer zu einem erholsamen und gesunden Schlaf finden. Dabei ist es zunächst egal, welche neue Liegefläche man sich anschafft, denn in erster Linie muss diese den eigenen Anforderungen und individuellen Bedürfnissen entsprechen. Doch jede neue Matratze verströmt nach dem Auspacken einen mehr oder weniger starken Geruch, der einem im ersten Moment an eine chemische Stinkbombe erinnert.

Diese Gerüche sind sehr störend, wobei hier das persönliche Geruchsempfinden eine maßgebliche Rolle spielt. Auch wenn die Gerüche an chemische Bestandteile erinnern, so liegt es doch in den meisten Fällen an den Herstellungsverfahren und die damit im Zusammenhang stehenden Verarbeitungsprozesse einzelner Materialien. Vor allem Kaltschaum, der durch das spezielle Aufschäumungsverfahren, besonders punktelastisch und atmungsaktiv ist, ist mit tausenden kleiner Gasbläschen ausgestattet. Diese zerplatzen beim Zuschneiden des Materials und setzen organische Verbindungen in Form von Gasen frei.

Da aber aus Kostengründen diese Matratzenzuschnitte sofort weiterverarbeitet werden, hat das Gas gar keine Zeit, vollständig zu entweichen. Doch auch Schutzfolien, Verpackungen oder aufgebrachte Etikettierungen können schlechte Gerüche in das textile Material der Matratze eindringen lassen, wodurch es doch sehr unangenehm riechen kann, wenn die neue Liegefläche endlich da ist. Aber giftig oder gar gesundheitsschädlich sind diese schlechten Gerüche nicht. Vielmehr verflüchtigen diese sich recht schnell, wenn man die Liegefläche vor Gebrauch gründlich auslüftet.

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