Wie erkennt man Bettwanzen? Wie schützt man sich?

15.08.2017 09:30  Von:: Oliver

Wie erkennt man Bettwanzen und wie schützt man sich effektiv vor den Schädlingen?

Längst sind Bettwanzen nicht mehr nur ein Relikt aus längst vergangenen Tagen, denn auch hierzulande sind diese Schädlinge wieder auf dem Vormarsch. Sie verursachen juckende Hautrötungen durch ihre Bisse und sind mindestens genauso unbeliebt wie die lästigen Hausstaubmilben, die durch ihre Kotrückstände in Matratzen und Polstern heftige Allergien auslösen können. Doch wie erkennt man Bettwanzen und wie schützt man sich effektiv vor den Schädlingen?

Bettwanzen

Der Unterschied von Bettwanzen und Hausstaubmilben

Fälschlicherweise denken viele Menschen, dass Bettwanzen und Hausstaubmilben das Gleiche sind. Doch die nachstehenden Merkmale machen deutlich, wie sehr sie sich doch voneinander unterscheiden.

Bettwanzen 

  • Insekt
  • 3,8 – 5,5 mm groß
  • rotbraune Färbung 
  • ernähren sich von Blut

Milben

  • Spinnentier
  • 0,1 – 0,5 mm groß
  • weiße Färbung
  • ernähren sich von Hautpartikeln

Woran kann man erkennen, dass Bettwanzen ihr Unwesen treiben?

Da Bettwanzen nachtaktive Insekten sind, sind sie des Nachts auf der Suche nach Nahrung. Das bedeutet, dass wir vornehmlich nachts von ihnen gebissen beziehungsweise gestochen werden. Doch auf der Suche nach Nahrung treffen Bettwanzen niemals gleich die richtige Stelle, weswegen der betroffene Mensch morgens eine regelrechte Spur von verschiedenen Stichstellen feststellen kann. Typisch für die kleinen Plagegeister sind die Stiche in einer Reihe, was aussieht wie eine kleine Spur, wodurch bei Fachleuten auch oft der Begriff „Wanzenstraße“ verwendet wird.

Die Stiche der Bettwanze treten meist an den Körperstellen auf, die während des Schlafes nicht bedeckt sind. Also am Hals, am Gesicht oder auch an den Armen und Beinen. Je nach Veranlagung und Sensibilität des Betroffenen können die Stiche der Bettwanzen als juckende rote Stellen auftreten oder gar als schmerzhafte Schwellungen. Bei einigen allergisch reagierenden Menschen können die Bettwanzen auch einen anaphylaktischen Schock auslösen.

Neben den Anzeichen, die Bettwanzen auf dem menschlichen Körper hinterlassen, gibt es aber auch in der Schlafumgebung eindeutige Hinweise, wenn ein Bettwanzenbefall vorliegt.

  • Unerklärliche und vermehrte Blutflecken auf Bettwäsche und Pyjama können ein Indiz sein, denn wenn Bettwanzen stechen, tritt Blut aus den betroffenen Stellen aus
  • Bettwanzen häuten sich, das bedeutet, dass man in der Nähe ihrer Verstecke und Nester häufiger transparente Hüllen entdeckt, die hauchdünn und trocken sind
  • Ganz typisch für die Anwesenheit von Bettwanzen ist aber ihr Geruch. Er wird vor allem bei starkem Befall als widerlich süß wahrgenommen und rührt von dem ölhaltigen Stinkdrüsensekret der Bettwanzen her, welches sie bei der Fortpflanzung und bei der Verteidigung ihrer Verstecke abgeben

Verstecke der Bettwanzen

Im Gegensatz zu den nahezu unsichtbaren Hausstaubmilben kann man Bettwanzen sehen und durchaus aufspüren. Bevorzugt verstecken sich die Schädlinge in ihren Ruhephasen in Betten, Polstern, hinter Fußleisten, hinter Bildern, abstehenden Rändern der Tapete oder auch in kleinen Ritzen und Fugen von Möbeln und Fußböden. In diesen Verstecken ziehen sie auch ihre Brut groß.

Wie kann man sich effektiv vor Bettwanzen schützen?

Wer eindeutige Symptome aufweist, die darauf hindeuten, dass ein Befall durch Bettwanzen vorliegt, kann eigentlich nur noch den Schädlingsbekämpfer zu Hilfe holen. Denn diese Schädlinge müssen mit entsprechenden Insektiziden bekämpft werden. In den meisten Fällen reicht auch eine Behandlung nicht aus, da nicht alle Bettwanzen auf einmal getötet werden können und die Eier zudem sehr widerstandsfähig sind. Außerdem können Bettwanzen über Monate vollkommen auf Nahrung verzichten, ohne abzusterben. Das bedeutet, dass selbst in einer leerstehenden Wohnung immer noch Bettwanzen leben können.

Wenn ein solcher Wanzenbefall vorliegt, müssen alle Gegenstände, in denen sie ihre Verstecke haben, aus der Wohnung entfernt werden. In Anbetracht, dass sich diese kleinen Blutsauger passiv verbreiten, sollten diese Dinge vorher in Plastikfolien oder –tüten gepackt und gut verklebt werden.

Will und kann man aber nicht alles wegwerfen oder mit einem Insektizid behandeln lassen, so kann man diese Gegenstände, sofern sie nicht allzu groß sind, mit der dichten Plastiktüte für 3 Tage in das Gefrierfach stecken. Bei -18°C sterben die Bettwanzen und ihre Brut ab. Aber auch heiß mögen es die Bettwanzen so gar nicht, weswegen man im Sommer die in Folie gepackten Gegenstände auch in die Sonne legen kann. Bei 50 bis 60°C sterben die Bettwanzen und ihre Eier ebenfalls ab.

Sofern Sie vielleicht ein Versteck der Bettwanzen entdeckt haben, können Sie diese Stelle auch gründlich mit dem Staubsauger absaugen und den Beutel danach in Folie verpacken und anschließend für 3 Tage in das Gefrierfach geben.

Hinweis: Verwenden Sie dafür niemals einen Staubsauger ohne Beutel, denn dadurch können Sie die Schädlinge nicht im Nachhinein abtöten.

Wirklich effektiv gegen Bettwanzen helfen nur vorbeugende Maßnahmen

Wie bereits erwähnt, verbreiten sich die Bettwanzen nur passiv. Das bedeutet, man schleppt sie mit in die eigene Wohnung, indem man auf dem Flohmarkt vielleicht alte Bilder, Möbel und CD´s ersteht oder seinen Koffer im mit Bettwanzen befallenen Hotelzimmer stehen hatte.

Das sollten Sie tun:

  • Kontrollieren Sie das Hotelzimmer, vor allem das Bett auf Rückstände von Bettwanzen
  • Stellen Sie Ihren Koffer niemals in unmittelbarer Nähe des Bettes ab
  • Wenn Sie gebrauchte Gegenstände auf dem Flohmarkt zum Beispiel kaufen, kontrollieren Sie auch diese auf Rückstände von Bettwanzen. Denken Sie an die kleinen Ritzen und Fugen bei Möbeln und achten Sie auf Kotspuren, Häute oder Eier
  • Sollten Sie beispielsweise im Urlaub Hinweise auf einen Bettwanzenbefall festgestellt haben, waschen sie alles gründlich, was Sie an Kleidung mit dabei hatten. Legen Sie anschließend alles, also auch z.B. den Urlaubskrimi und die Sonnebbrille, für rund 12 Stunden ins Gefrierfach

Fazit

Im Gegensatz zu Hausstaubmilben, gegen die man sich allein mit einem guten Matratzenschutz wehren kann, sind Bettwanzen ungleich lästiger und schwerer zu bekämpfen.

Durch Urlaubsreisen oder den Kauf gebrauchter Gegenstände gelangen Bettwanzen in die eigenen vier Wände, wo sie des Nachts zum Blutsauger werden. Nicht nur Allergiker haben mit diesen Schädlingen ein Problem, denn die Stiche jucken und schmerzen. Im schlimmsten Fall können sie sogar einen anaphylaktischen Schock auslösen.

Bei einem tatsächlichen Befall der Wohnung mit Bettwanzen kann für eine grundlegende Schädlingsbekämpfung nur der Fachmann sorgen, der den Plagegeistern mit einem Insektizid zu Leibe rückt.

Doch mit ein paar vorbeugenden Maßnahmen kann man sich soweit schützen, dass man nicht unbedacht Bettwanzen mit in die eigenen vier Wände einschleppt.

 

-> Zurück zum Matratzenschutz-Ratgeber

 

 

 

 

Passende Artikel


Kommentar schreiben
Captcha

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.