Wie gut sind Schlaf-Apps?

Wie gut sind Schlaf-Apps wirklich?

Schlaf-Apps-1Wir sind in nahezu jeder Lebenslage über Smartphone und iPhone miteinander vernetzt. Praktische Tools, mit denen man sich auch in fremden Städten mühelos zurechtfindet oder die uns sagen, welches Wetter wir zu erwarten haben, die uns zu mehr sportlicher Aktivität animieren oder unsere Essgewohnheiten überwachen sind da nur eine kleine Auswahl an den neuen Möglichkeiten.

So ist es nicht wirklich verwunderlich, dass sogenannte Schlaf-Apps verfügbar sind, mit denen wir überprüfen können, ob wir gut oder schlecht schlafen. Im Grunde weiß man das zwar schon, wenn man morgens aufwacht und sich ausgeschlafen oder eben nicht ausgeschlafen fühlt. Doch diese Apps können durchaus einiges mehr. Es stellt sich nur die Frage: Wie gut sind Schlaf-Apps und wem nützen sie?

Wozu dienen Schlaf-Apps?

Eins vorweg: Schlaf-Apps oder auch Schlaf-Tracker können keine Schlafstörungen beheben!

Doch sie können:

• den eigenen Schlafrhythmus überwachen und auswerten
• analysieren, welche Geräusche zum Beispiel störend wirken
• über die Schlafgewohnheiten Aufschluss geben
• die genaue Schlaflänge aufzeichnen und angeben
• mitteilen, ob und wie stark man schnarcht
• Schlafbewegungen aufnehmen
• Einschlafhilfe geben oder Weckfunktionen übernehmen

Das können Schlaf-Apps nicht:

• Gehirn- und Muskelaktivitäten überwachen und aufzeichnen
• den Schlaf verbessern oder gar verändern
• die Schlafmenge beeinflussen
• Schlafstörungen abbauen
• eine klare Aussage über die tatsächliche Schlafqualität kann nicht getroffen werden

Diese verschiedenen Apps auf dem Handy können also definitiv nicht als Schlaflabor für zu Hause betrachtet werden. Denn diese expliziten Untersuchungen in einem solchen Labor gehen weit über die Fähigkeiten einer noch so guten Schlaf-App hinaus und sind generell komplexer. Doch um bei einem gesunden Menschen den Schlaf genauer zu analysieren und festzustellen, an was es denn liegen könnte, warum man in manchen Nächten schlechter schläft, sind diese Tracker durchaus sinnvoll und hilfreich.

Welche Schlaf-Apps gibt es?

Es gibt diese Apps sowohl für Android als auch für iOS und Wearables. Die Auswahl nimmt stetig zu, doch wir haben diejenigen einmal aufgeführt, die besonders oft heruntergeladen und genutzt werden.

Name der App Funktionen/Eigenschaften Preis
Sleep as Android

Ø Schlafphasenanalyse

Ø Schnarchstatistik

Ø Schlafphasenwecker

kostenlos mit Werbung Vollversion: 3,99 €

 

Runtastic Better Sleep

 

Ø Schlafanalyse

Ø Mondphasen

Ø Schlafphasenwecker

 

kostenlos mit Werbung Vollversion: 4,99 €

 

Sleep Circle

 

Ø Schlafphasenanalyse

Ø Schlafphasenwecker

 

kostenlos ohne Werbung Vollversion: 29,99 €/Jahr

 

Guten Morgen Wecker

 

Ø Schlafphasenanalyse

Ø Einschlafhilfe

Ø Schlafphasenwecker

 

kostenlos mit Werbung Vollversion: 0,59 €

 

Schlaf Zyklus Smart Wecker / Sleep Time

 

Ø Schlafphasenanalyse

Ø Schlafphasenwecker

 

kostenlos mit Werbung Vollversion: 5,49 €/Monat oder 29,99 €/Jahr

 

Relax Melodies

 

Ø Einschlafhilfe

Ø Schlafmeditation

Ø Schlaflieder

 

kostenlos mit Werbung Vollversion: 2,99 € + Abo (ab 9,99 €/Monat)

 

Alarmy

 

Ø Wecker

 

kostenlos mit Werbung Vollversion: 2,79 €

 

Welche Nachteile können sich bei der Verwendung von Schlaf-Apps ergeben?

Einmal abgesehen davon, dass Schlaf-Apps, so gut und umfangreich sie auch sein mögen, nichts an wirklichen Schlafproblemen oder Störungen ändern können, ist wohl der größte Nachteil jener, dass man das Handy mit ins Bett nehmen muss. Da die meisten Apps nur über die Bewegungssensoren im iPhone oder Smartphone funktionieren, sehr bedenklich, wenn man an die ungesunde Handystrahlung denkt. Zumal durch die Ausstrahlung von blauem Licht die Melatonin Produktion in unserem Körper behindert wird und so einiges durcheinander gerät.

Der typische Wechsel von Tageslicht und Dunkelheit ist aber sehr wichtig für die Produktion des Schlafhormones, denn erst bei ausreichender Produktion können wir gut ein- und durchschlafen. Hin und wieder gibt es aber nun auch schon diese Tools, die über Sonar funktionieren, wodurch man das mobile Gerät auch auf dem Nachttisch platzieren kann, um die gewünschten Daten zu erhalten. Darüber hinaus ist es aber durchaus bei allen Apps sehr fragwürdig, ob die Vorteile die Nachteile überwiegen, wenn man an den Datenschutz denkt.

Für fast alle Schlaf-Apps ist eine einmalige Registrierung erforderlich, bei welcher Geschlecht, Name und Alter sowie die Kontaktdaten angegeben werden müssen. Diese personenbezogenen Daten werden gemeinsam mit den Fakten zum Schlafverhalten beim jeweiligen Anbieter gespeichert. Das bedeutet, dass ein entsprechender App-Anbieter sich mit der Zustimmung des Nutzers gleichzeitig die Rechte an den erhobenen Daten sichert. Was aber schlussendlich damit geschieht, beantwortet niemand.

Es ist also nicht nachvollziehbar, was mit den Angaben und erfassten Daten geschieht. Solange der Anbieter an deutsche Datenschutzbestimmungen gebunden ist, mag es vielleicht noch einigermaßen sicher sein. Doch schon, wenn der Anbieter aus dem Ausland ist, kann man weder etwas nachvollziehen noch verhindern, was man nicht will. Zudem sind die erhobenen Daten der Schlaf-Apps meist sehr ungenau. Sie können also nur ein ungefähres Bild widerspiegeln, wie unser Schlafverhalten ist und wo es vielleicht verbesserungswürdig wäre.

Besser mit optimalen Bedingungen für einen gesunden Schlaf sorgen

Wie so oft, ist es auch für einen gesunden Schlaf durchaus sinnvoll, wenn man auf Altbewährtes zurückgreift, um etwas zu verbessern. So ist ein optimales Raumklima und ein abgedunkeltes Zimmer schon immer die beste Lösung gewesen, wenn es um eventuelle Einschlafprobleme geht. Darüber hinaus sorgen aber auch die perfekte Ausstattung des Bettes, die Essenszeit und die Essensmenge am Abend sowie ein entspannender Abendspaziergang zum Beispiel für optimale Bedingungen. Aber auch Meditationen vor dem Schlafen und bestimmte Rituale erleichtern nicht nur das Einschlafen, sondern auch das gesunde Durchschlafen.

Fazit

Schlaf-Apps-2Schlaf-Apps haben durchaus ihre Berechtigung, wenn es darum geht, dem eigenen Schlafverhalten ein wenig auf die Spur zu kommen. Sie sind hilfreich, wenn man einmal etwas genauer darüber wissen will, ob es nachts unter Umständen Geräusche gibt, die uns aus zum Beispiel der Tiefschlafphase holen oder ob man schnarcht und Ähnliches. Meist durch einen integrierten Bewegungssensor im Handy werden auch Schlafbewegungen mit in diese stark vereinfachte Schlafanalyse mit einbezogen.

Doch diese Tracker können die umfangreichen Untersuchungen in einem Schlaflabor niemals ersetzen. Auch können diese Apps längere Schlafstörungen oder Schlafprobleme niemals beseitigen. Nachteilig ist zudem die Datenerhebung. Denn viele der App-Anbieter haben das Recht die erhobenen Daten einschließlich von personenbezogenen Daten, die bei der einmaligen Registrierung notwendig sind, zu speichern. Was mit ihnen passiert, kann kaum einer nachvollziehen.

Von daher sollte man diese Apps immer mit einem kritischen Auge prüfen, auch wenn Schlafforscher es ganz allgemein begrüßen, wenn man sich mithilfe solcher Tools über das eigene Schlafverhalten etwas bewusster wird.

Fotos: © Africa Studio – Fotolia.com

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