Ischiasschmerzen: Wie Sie den Schmerz loswerden

Ischias-Schmerz: Symptome, Ursachen und MaßnahmenEs ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz, sagt man im Volksmund oft. Denn plötzlich auftretende, stechende Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich sind nicht nur unangenehm und schmerzhaft, sondern beeinträchtigen die Betroffenen sehr stark. Welche Ursachen Ischiasbeschwerden haben können und wie Sie die Ischiasschmerzen möglichst schnell wieder loswerden, haben wir einmal etwas näher unter die Lupe genommen.

Verlauf des Ischiasnervs

Der Ischiasnerv ist der dickste Nerv im menschlichen Körper. Werfen wir einen kurzen Blick auf den Verlauf des Ischiasnervs. Er entspringt der Lendenwirbelsäule, ist direkt an das Rückenmark angebunden und zieht sich am Gesäß entlang über den hinteren Oberschenkel und das gesamte Bein hindurch, wobei er sich ab der Höhe des Knies in mehrere Verästelungen aufteilt, die bis in den Fuß reichen. Je nachdem, wo genau der Ischiasnerv entzündet ist, verlaufen die Schmerzen dann über den hinteren äußeren Oberschenkel zum vorderen Unterschenkel bis in den Knöchel oder aber durch die Oberschenkelrückseite durch die Kniekehle und bis in den Fuß.

Die Aufgabe des Ischiasnervs im menschlichen Körper

Nur die wenigsten kennen die Aufgabe dieses Nervs, der uns hin und wieder um den Schlaf bringen kann, weil er so stark schmerzt. Er ist dafür verantwortlich, dass wir in den Beinen etwas fühlen können. Denn er leitet zum einen die Befehle des Gehirns hinsichtlich unserer Motorik und Fortbewegung über das Rückenmark an unsere Beine und Beinmuskulatur weiter.

Auf der anderen Seite aber übermittelt dieser Nerv Gefühlswahrnehmungen über die Beine an das Rückenmark. Er nimmt also eine sehr zentrale Rolle ein, der Ischiasnerv. Umso deutlicher schränkt er uns in unseren Bewegungsabläufen ein, wenn er einmal überreizt ist und stark schmerzt. Ein schmerzender Ischiasnerv ist aber nicht automatisch auch ein Hexenschuss!

Unterschiede zwischen Schmerzen am Ischiasnerv und dem Hexenschuss

Auch wenn es häufig so ist, dass beide gleichzeitig auftreten können und die beiden tatsächlich ähnliche Symptome und einen gemeinsamen Auslöser haben, ist beides ist nicht gleichzusetzen. Darin unterscheiden sich der Hexenschuss und die Ischiasbeschwerden:

 

Ischias Hexenschuss
plötzlich auftretender ausstrahlender Schmerz im Lendenwirbelbereich, bei dem eine Reizung und Entzündung der Spinalnerven (auch Rückenmarksnerven genannt) zugrunde liegt, die bis in den Fuß abstrahlen kann plötzlich auftretender Schmerz, der einseitig im Lendenwirbel-Bereich auftritt, jedoch nicht ausstrahlt und bei dem eine Irritation der Wirbelsäulen-Nerven auftritt

 

Je nachdem, welche Beschwerden vorliegen, unterscheidet sich auch die Behandlung. Liegt eine Entzündung am Ischiasnerv (Ischialgie) vor, gibt es je nach Stärke der Ischiasbeschwerden verschiedene Methoden. Die einfachste Art der Ischias-Behandlung kann selbst vorgenommen werden, indem man sich selbst ein Stufenbett baut und sich schont. Zusätzlich können Medikamente, manuelle Therapie und Schmerzmittel verordnet werden. In Härtefällen können zur Ischias-Behandlung sogar opioide Schmerzmittel verordnet werden, was mit strenger ärztlicher Überwachung einhergeht, schlimmstenfalls muss eine Operation angeordnet werden.

Ursachen einer Ischias-Entzündung

Auch wenn es sich für viele so anhört und auch anfühlt, aber Ischias ist keine eigenständige Erkrankung. Vielmehr ist es die Begleiterscheinung, die verschiedene Ursachen haben kann:

  • schnelle und unübliche Bewegungen, die oft in Zusammenhang mit einem falschen Heben und Tragen von schweren Gegenständen stehen
  • Fehlbelastungen oder auch großer Bewegungsmangel, wodurch ein Bandscheibenvorfall oder auch eine Bandscheibenvorwölbung entstehen können
  • zu hohe Muskelverspannungen, die dauerhaft zu einer degenerativen Verengung des Wirbelkanals führen können, wodurch der Ischiasnerv eingeklemmt werden kann.
  • arthritische Krankheitsbilder der Wirbelsäule, welche durch den Verschleiß der Bandscheibe ausgelöst werden können und wiederum zu einer erhöhten Muskelverspannung führen
  • falsche Körperhaltung oder auch einer Überdehnung der Wirbelsäule. Dadurch können sich einzelne Wirbel verschieben, sodass zum Beispiel der Ischiasnerv eingeklemmt wird.
  • dauerhaft sitzende Tätigkeiten. Sie können dazu führen, dass der Piriformis-Muskel stark verspannt ist und dadurch den Ischiasnerv ständig reizt.

 

Auch sind Schmerzen im Ischias in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Durch die Schwangerschaft verlagert sich der Körperschwerpunkt, sodass die Gesäßmuskulatur zusätzlich und stärker belastet wird.

Nur in seltenen Fällen kann auch ein spinaler Tumor die Ursache für einen schmerzenden Ischias sein. Häufig tritt der abrupte und stechende Schmerz dann auf, wenn man etwas Schweres falsch angehoben oder getragen hat und gleichzeitig den Oberkörper schnell bewegt hat. Auch einseitige und ungewohnte Drehungen im Oberkörper können schnell diesen Ischias-Schmerz auslösen, der durch Husten, Niesen oder Toilettengänge blitzartig verstärken können.

 

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Ischias-Symptome

Es liegt in der Natur der Sache, dass Menschen den Schmerz im Rücken unterschiedlich wahrnehmen. Um den stechenden Schmerz im Lendenwirbelbereich richtig zuordnen zu können, sind die folgenden für Ischias typischen Symptome eine Orientierung:

  • stechender Schmerz, der vom Lendenwirbelbereich über das Gesäß bis in die Beine ausstrahlt
  • Lähmungserscheinungen, starkes Kribbeln oder auch ein brennender Schmerz können in den betroffenen Körperregionen auftreten
  • Schmerzen werden von starken Muskelverspannungen begleitet
  • meistens schmerzt eine Gesäßhälfte besonders stark und langanhaltend
  • ein ausgestrecktes Bein oder auch ein angehobener Fuß verstärken den Schmerz im Lendenwirbelbereich

 

Die Folge ist aber immer eine Einschränkung der allgemeinen Beweglichkeit. Zudem nehmen Betroffene nahezu sofort eine Schonhaltung ein, um den Schmerz erträglicher werden zu lassen. Mit Schonhaltung ist gemeint, dass der Oberkörper leicht schief gehalten wird und/oder das schmerzende Bein angewinkelt und nach außen gedreht wird. Doch genau diese Schonhaltung macht es am Ende noch schlimmer. Denn dadurch verspannen sich Muskelgruppen dauerhaft und lösen am Ende einen neuen Schmerz aus.

Tipps für die Schmerzlinderung

Ischias-Schmerz. Was Sie gegen die Schmerzen machen können Grundsätzlich ist es immer zu empfehlen, den Arzt aufzusuchen, wenn der Ischiasnerv eingeklemmt, entzündet ist und schmerzt. Hinzu kommen immer auch vorbeugende Maßnahmen, damit es erst gar nicht so weit kommt. So ist immer auf das richtige Anheben und Tragen von Lasten zu achten. Zudem ist ausreichend Bewegung immer gut, damit die Rücken- und Beinmuskulatur von Haus aus gut gestärkt ist. Wichtig ist bei Ischiasbeschwerden, ebenso wie bei einer Wirbelsäulenerkrankung allgemein, dass die Bewegungen zur Schmerzlinderung sanft stattfinden. Ein absolutes Powertraining ist hier der falsche Weg! Stattdessen sollten Sie:

 

  • Nicht länger als ein bis zwei Tage liegend verbringen. Das kann gerade am Anfang vielleicht erst einmal entspannend wirken, aber für den Heilungsprozess ist es nicht förderlich. Tatsächlich kann sich die verspannte Muskulatur im Lendenwirbelbereich auf diese Weise nicht lockern. Darüber hinaus werden durch die fehlende Bewegung Muskeln und Bänder zusätzlich geschwächt.
  • Die üblichen Tätigkeiten und Bewegungsabläufe sollten so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, jedoch nur so weit, wie es der schmerzende Ischias zulässt.
  • Langsame Spaziergänge oder auch Schwimmen können die Ischias-Behandlung des Arztes sehr sinnvoll unterstützen und den Heilungsprozess fördern. Aber auch bei dieser Bewegung und leichter sportlicher Betätigung sollte immer auf ein sanftes Level geachtet werden, welches man langsam steigern sollte.
  • Führen Sie den betroffenen Bereichen Wärme zu, indem Sie sich beispielsweise in Ruhephasen auf ein warmes Körnerkissen legen. Hier wird zusätzlich ein leichter Druck ausgeübt, was dabei hilft, den Ischiasnerv zu lösen und die Muskeln zu lockern. Aber auch ein Besuch in der Sauna oder ein warmes Bad lindern die Schmerzen. Das Badewasser kann zum Beispiel auch mit Rügener Heilerde angereichert werden, die die Wärme besonders gut speichert.
  • Kneipp´sche Güsse sind ebenfalls ideal, um die Schmerzen schneller zu lindern. Dazu wird entweder über spezielle Massagedüsen in der Armatur der Dusche oder auch mit dem Schlauch der Dusche ohne Duschkopf zunächst ein lauwarmer Wasserstrahl auf die schmerzende Stelle gerichtet. Dann wird die Wassertemperatur solange erhöht, wie man sie aushält. Anschließend ins Bett legen und schwitzen: Das wirkt Wunder.
  • Nutzen Sie die Möglichkeiten, um Krankengymnastik und Rückenschule durchzuführen, um den Ischiasnerv zu lösen und die Muskulatur gleichermaßen zu lockern und zu stärken. Im Fitnessstudio können hier auch Angebote zum Kiesertraining sinnvoll sein.

 

Hinweis: Achten Sie auch bei der Arbeit schon vorbeugend auf die richtigen Körperhaltungen. Das betrifft übrigens nicht nur das Heben und Tragen, sondern auch die richtige Sitzhaltung. So kann der schmerzende Ischias unter Umständen schon gut ausgeschlossen werden.

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