Schnarchen & Schlafapnoe: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

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Wussten Sie, dass etwa jede vierte Frau und jeder zweite Mann ab einem gewissen Alter schnarcht? Meist sind davon Menschen ab dem mittleren Alter betroffen. Dieses geräuschvolle nächtliche Atmen kann sich als ohrenbetäubendes Abholzen von ganzen Wäldern oder als leiseres Rasseln äußern. Anders das Schlafapnoe-Syndrom. Es geht in der Regel mit starkem Schnarchen einher, dies muss jedoch nicht sein. Bei diesem Syndrom kommt es im Schlaf zu Atemaussetzern, die im schlimmsten Fall minutenlang anhalten. Das kann lebensbedrohlich sein! Was sind die Ursachen und Symptome des Schnarchens? Was kann getan werden? Wann liegt eine Schlafapnoe vor und wie kann diese behandelt werden? Diese Fragen wollen wir im Folgenden klären.

Button Matratzenschoner


Was genau ist Schnarchen überhaupt?

Genervte Frau mit schnarchendem Partner

Unter dem Schnarchen oder der geräuschvollen Mundatmung versteht man jene Geräusche eines Menschen, die ihn selbst, vor allem aber den Partner auf der anderen Seite des Bettes stark stören können.

Im Grunde handelt es sich dabei um eine ganz normale Körperreaktion. Wenn die Muskulatur im Schlaf erschlafft, flattern Gaumensegel und das Gaumenzäpfchen durch die ausgestoßene Atemluft. Je nach Ursache des Schnarchens oder Lage des Schlafenden können so bis zu 90 dB erreicht werden.

Welche Ursachen hat das Schnarchen?

Was man umgangssprachlich Schnarchen nennt, wird von den Medizinern als Rhonchopathie bezeichnet. Hierbei wird rein wissenschaftlich nach gewohnheitsmäßig, also primär, oder obstruktiv unterschieden. Das obstruktive Schnarchen kennt man allgemein hin unter dem Begriff Schlafapnoe.

Nicht immer ist für das geräuschvolle Atmen eine Erkrankung verantwortlich. Es kann unter anderem auch daran liegen, dass man zu hoch oder zu tief liegt.

Schlafender Mann mit offenem Mund

Mögliche Ursachen im Überblick:

  • Alter
  • Übergewicht
  • Hormone
  • Alkoholkonsum
  • verengte anatomische Strukturen im Bereich der oberen Luftwege
  • Körperlage, die anatomische Strukturen verengt

Wissenschaftlichen Studien zufolge sind Männer weitaus häufiger davon betroffen, als Frauen. Das Schnarchen als Erkrankung ist öfter bei Männern als bei Frauen anzutreffen. Auffällig ist, dass das primäre Schnarchen oftmals über viele Jahre vorrangig ist, bevor sich erst viel später eine Schlafapnoe herausbildet.

Mit diesem gewohnheitsmäßigen und damit primären Schnarchen ist gemeint, dass man in diesem Fall keine Atempausen nachweisen kann und die Schlafqualität sowie der Atemrhythmus nicht gestört sind.

Erkältungskrankheiten können Schnarchen verursachen

Erkältungskrankheiten können auch die Ursache für Schnarchen sein. Meist gehen diese Phasen mit einer verstopften Nase einher, so dass der Schlafende unbewusst den Mund offenhält.

Kinder

Es kann auch sein, dass Kinder hin und wieder schnarchen. Sofern sich dieses Schnarchen nach Abklingen der Erkältung wieder gibt, ist alles in Ordnung. Sollte aber das Schnarchen bei Kindern anhalten, ist es durchaus ratsam einen Arzt aufzusuchen, der die Ursachen genau erforscht und für Abhilfe sorgt. In diesem Fall liegt meist eine ernstzunehmende Erkrankung zugrunde.

Schnarch-Diagnose und Behandlung

Ob man selbst oder der Partner unter einem krankhaften Schnarchen leidet, kann in aller Regel nur ein Arzt einwandfrei feststellen. Der erste Anlaufpunkt ist hierfür der Hals-Nasen-Ohren-Arzt.

Eine eindeutige Diagnose fällt dieser, nachdem er die umfassende Anamnese, eine gründliche Untersuchung von Hals, Nase und Ohren, sowie ein ambulantes Schlafscreening durchgeführt hat.

Es wird unter anderem geklärt:

  • welche Vorerkrankungen es möglicherweise gibt
  • ob Atemaussetzer beobachtet wurden
  • in welcher Form und Stärke sich das Schnarchen äußert
  • welche Position beim Schlafen bevorzugt wird
  • welche Medikamente unter Umständen regelmäßig eingenommen werden müssen
  • in welcher körperlichen und geistigen Verfassung man sich unter Tags befindet

Bei den Untersuchungen von Hals, Nasen und Ohren schaut der Arzt nach eventuellen Auffälligkeiten wie sie bei Krankheiten auftreten können oder ob es bestimmte Engstellen in diesem Bereich gibt.

Ärztin beim Beratungsgespräch

Für das ambulante Schlafscreening wird dem Patienten ein kleines mobiles Gerät mit nach Hause gegeben, welches unterschiedliche Daten erfasst und aufzeichnet. So kann der Arzt bei der Auswertung sehen, wie Atemfluss, Atemgeräusche, Herzfrequenz, Körperlage oder auch die Sauerstoffsättigung des Blutes Auslöser für das Schnarchen sein können.

Erst wenn diese Voruntersuchungen beziehungsweise die Auswertungsergebnisse es notwendig machen, wird ein Aufenthalt im Schlaflabor angestrebt. Dazu werden in aller Regel in insgesamt zwei aufeinanderfolgenden Nächten verschiedene Messungen durchgeführt.

Frau beim EEG

Gemessen werden:

  • Gehirnaktivität
  • Herzrhythmus
  • Schnarchgeräusche
  • Atemfluss in Mund und Nase
  • Frequenz und Tiefe der Atmungsbewegungen
  • Blutdruck
  • Sauerstoffgehalt des Blutes
  • Augenbewegungen
  • Aktivität und Entspannung der Muskel
  • Körperbewegungen, insbesondere die der Beine
  • Körpertemperatur
  • Körperlage und –position

Für eine endgültige Diagnose werden unter Umständen noch andere Fachärzte hinzugezogen, damit eine individuelle Therapie abgesprochen und abgestimmt werden kann. So kann bei einer nachgewiesenen Schlafapnoe durchaus eine Überdruckbeatmung, das sogenannte CPAP-Verfahren, Abhilfe schaffen.

Auch ein Zungenschrittmacher kann gegen die Atemaussetzer helfen, denn er verhindert nach dem operativen Einsatz, dass die Zunge zurückfällt und so für einen Engpass im Mund- und Rachenbereich sorgt.

Andere Operationen bringen nur dann Erfolg, wenn es einen Engpass in den oberen Luftwegen gibt, die für das Schnarchen verantwortlich sind.

Was kann man selbst gegen das Schnarchen tun?

Sofern es sich um ein „normales“ Schnarchen handelt, ergo kein tiefgreifender ärztlicher Einsatz nötig ist, kann man das Schnarchen mit einigen einfachen Regeln eindämmen.

Zunächst sollte man auf die optimale Raumtemperatur und auf ein gut gelüftetes Zimmer achten, wenn man sich zum Schlafen niederlegt. Darüber hinaus sollte bei der Bettausstattung darauf geachtet werden, dass man schützende Auflagen für Matratzen benutzt, die Hausstaub- und Milbenbelastung minimieren.

Zudem kann eine spezielle Matratze für übergewichtige Menschen dafür sorgen, dass die Körperlage optimiert wird. Eine schonende Gewichtsabnahme kann bei den betroffenen Menschen für eine Verminderung des Schnarchens sorgen.

Weniger Alkohol vor dem Schlafen kann dazu führen, dass das harmlose Schnarchen nicht zu sehr eintritt. Benötigte Medikamente, die die Atmungsaktivität negativ beeinflussen können, sollten in Absprache mit dem Arzt unter Umständen gegen andere ausgetauscht werden.

Spezielle Übungen, welche die Rachen- und Gaumenmuskulatur stärken, können sich vorteilhaft auswirken. So kann man mit Gesangsübungen oder durch das regelmäßige Spielen von Blasinstrumenten die Muskulatur in diesem Bereich soweit stärken, dass diese selbst beim Schlafen nicht zu sehr entspannt.

Eine bewusste Lebensführung kann sich positiv auswirken

Schnarchen gehört ab einem gewissen Alter mehr oder weniger zu unserem Leben dazu. Gegen ein harmloses Schnarchen kann man nicht allzu viel ausrichten. Allerdings kann man mit einer bewusst gesunden Lebensweise positiv darauf einwirken, dass das geräuschvolle Atmen in der Nacht für einen selbst und für den Partner nicht mehr störend wird.

Bei krankhaftem Schnarchen, wie beispielsweise der Schlafapnoe, ist es dringend notwendig, sich einem Arzt anzuvertrauen. Dieser kann feststellen, ob es eventuell an verengten Stellen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich liegt, dass man des Nachts schnarcht. Hier gibt es verschiedene Therapieansätze, die schlussendlich immer mit der persönlichen Ausgangssituation zusammenhängen und angewendet werden.

Tipp: Gegen das Schnarchen helfen kann auch eine Verbesserung der Nasenatmung.

Schnarchen reduzieren: Nasenatmung verbessern!

Die menschliche Nase nimmt bei der Atmung eine ganz wichtige Rolle ein. So ist sie zunächst dafür zuständig, die Atemluft zu erwärmen, zu filtern und anzufeuchten. Darüber hinaus ist es die Nase mit ihrer Nasenschleimhaut, die uns Gerüche wahrnehmen lässt und zugleich an einem intakten Immunsystem beteiligt ist.

Sie ist ein Sinnesorgan, ohne dessen weitreichende Funktionen wir ziemlich aufgeschmissen wären. Um diese von der Natur vorgegebenen Funktionen aufrecht zu erhalten, sind die Nasenmuscheln mit Schleimhaut und Gewebe überzogen. Diese knöcherne Struktur ragt weit in die Nasenhaupthöhle hinein, so dass die Atmung gut gesteuert werden kann.

Insgesamt drei Nasenmuscheln pro Nasenhaupthöhle besitzt jeder Mensch, wobei die untere davon die größte ist. Sind diese Nasenmuscheln über einen längeren Zeitraum angeschwollen oder vergrößert, beeinträchtigt das nicht nur die Atmung, sondern auch den störungsfreien Schlaf.

Unter anderem können für angeschwollene oder vergrößerte Nasenmuscheln nachfolgende Ursachen verantwortlich sein:

  • die Nasenscheidewand ist verkrümmt
  • der Betroffene leidet an Polypen in der Nase
  • eine chronisch verlaufende Nasennebenhöhlenentzündung
  • eine Heuschnupfenerkrankung
  • eine Allergie, zum Beispiel durch Hausstaubmilben oder Schadstoffe hervorgerufen

Diese Ursachen können zur Folge haben, dass der Atemwiderstand stark ansteigt. Das äußert sich in einem erschwerten Ein- und Ausatmen. Betroffene neigen automatisch dazu, von der Nasenatmung auf Mundatmung umzustellen.

Schlafender Mann mit offenem Mund

Diese Atmung bei geöffnetem Mund ist ungesund, denn:

  • die Atemluft wird nicht vorgewärmt, wodurch es schneller zu Atemwegsinfekten kommen kann
  • für den Körper bedeutet es Stress, was dazu führt, dass die Regeneration des Körpers nicht mehr einwandfrei funktioniert
  • es kommt zu einer geringeren Sauerstoffzufuhr für das Blut, welches die Organe versorgt
  • das über die Nasennebenhöhlen produzierte Stickstoffmonoxid kann nicht mehr automatisch in die Lungen transportiert werden, was eine Verengung der Blutgefäße nach sich zieht

Vor allem der letzte Punkt macht deutlich, weswegen wir Menschen bei der Atmung über den Mund zum Schnarchen neigen. Dieses Phänomen kennt im Übrigen jeder, der einen starken Schnupfen oder eine Erkältung hat und so schlecht Luft über die Nase bekommt.

So lässt sich die Nasenatmung verbessern

Damit die Nase immer frei bleibt und ein ungestörtes Ein- und Ausatmen während des Schlafes möglich ist, sollte man immer darauf achten, dass die Nase frei ist.

Die folgenden Hilfsmittel können sowohl kurzzeitig angewendet werden, etwa wegen einer Erkältung. Auch für die allgemeine Verbesserung der Nasenatmung können diese hilfreich sein.

  • Nasenspray: Verwenden Sie möglichst ein Nasenspray, welches den Wirkstoff Xylometazolin enthält. Dieser sorgt für ein Zusammenziehen der kleinen Blutgefäße, die sich in der Nasenschleimhaut befinden. So kann bewirkt werden, dass die Schleimhäute abschwellen und das Atmen durch die Nase leichter fällt.
  • Nasendusche: Verwenden Sie eine Nasendusche bei Schnupfen, damit lässt sich Nasensekret herausspülen. Benutzt man sie in Kombination mit salzhaltigem Wasser, sorgt es für ein Abschwellen der Nasenschleimhäute.
  • Nasenpflaster: Mit einem äußerlich angewendeten Nasenpflaster lassen sich die Eingänge der Nase beziehungsweise die Nasenflügel sanft weiten.
  • Nasendilatatoren oder Nasenspreizer: Bei diesem Hilfsmittel werden die Eingänge der Nase geweitet, allerdings von innen. Sie sind in verschiedenen Formen erhältlich. Allergiker sollten einen Nasenspreizer verwenden, der zusätzlich über einen Schaumstofffilter verfügt. Dadurch wird die Atemluft gereinigt und allergieauslösende Momente minimiert.
  • Stent: Vor allem bei vergrößerten Nasenmuscheln ist ein Stent für die Nase ein sinnvolles Hilfsmittel. Er spannt sich auf und weitet so die Atemwege, damit ein leichtes Ein- und Ausatmen wieder möglich wird.
  • Operativer Eingriff: Sofern beispielsweise eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Polypen daran schuld sind, dass es mit der Nasenatmung nicht einwandfrei klappt, ist ein operativer Eingriff durch den HNO-Arzt oder den Schönheitschirurgen nötig.

TIPP: Wer zu den Schnarchern gehört und unter wenig erholsamen Nächten leidet, sollte unbedingt mit seinem HNO-Arzt abklären, woran es liegt. Oftmals kann allein die Verbesserung der Nasenatmung dazu führen, dass das nächtliche Schnarchen minimiert werden kann.

Weitere Maßnahmen, die eine ruhigere Nacht mit sich bringen können

Natürlich ist es immer auch wichtig, auf die eigene Optimierung der Schlafumgebung und Schlafhygiene zu achten. So kann unter anderem eine eventuell nötige Gewichtsabnahme oder der Verzicht auf Alkohol hilfreich sein, um ungestörter und weitestgehend schnarchfrei durch die Nacht zu kommen.

TIPP: Besonders vorteilhaft für eine ungestörte Nasenatmung ist die Rückenlage. Denn hier kommt es nicht, wie bei der Seitenlage, zur anatomischen Verengung der Atemwege. Somit kann das bereits Erleichterung verschaffen und das Schnarchen minimiert werden. Besonders empfehlenswert ist die Kontrolle durch den Hausarzt. Nur auf diesem Wege lässt sich die gefährliche Schlafapnoe diagnostizieren und gegebenenfalls behandeln.

HINWEIS: Auf Präparate mit ätherischen Ölen sollte möglichst verzichtet werden. Diese Mittel helfen nur bedingt, wenn es um eine verbesserte Nasenatmung und die Verminderung des Schnarchens geht.

Schlafender junger Mann

Eine gestörte Nasenatmung ist einer der Auslöser für Schnarchen

Gerade Menschen mit einem Schnarchproblem leiden oft darunter, dass sie nicht ausgeruht aufstehen, an Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwächen leiden oder häufig an Infekten der oberen Luftwege erkranken.

Auch wenn eine gestörte Nasenatmung nicht in direktem Zusammenhang mit dem Schnarchen steht, ist sie dennoch Auslöser. Wer nicht störungsfrei durch die Nase ein- und ausatmen kann, stellt automatisch auf die Mundatmung um. Diese aber bestimmt, ob man stärker schnarcht oder auch an häufigen Infekten leidet.

Für die Verbesserung der Nasenatmung gibt es viele Hilfsmittel, die idealerweise erst nach der Rücksprache mit einem Arzt Anwendung finden sollten. Nur ein Mediziner kann die tatsächlichen Ursachen ergründen und diagnostizieren.

Darüber hinaus kann jeder Betroffene dafür sorgen, dass seine Schlafumgebung, seine Schlafhygiene und sein Schlafverhalten so optimiert sind, dass eine ungehinderte Nasenatmung möglich ist. Oftmals genügen diese Dinge schon, um eine Verbesserung des Schnarchens und somit des erholsamen Schlafes feststellen zu können.

Es sollte allerdings nicht übersehen werden, dass das Schnarchen nicht unbedingt harmlos sein muss. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an Schlafapnoe zu leiden.

Es wird angenommen, dass ca. 6% der erwachsenen Deutschen unter Schlafapnoe leiden. Dies ist den Betroffenen zumeist nicht bewusst. Bei einer Schlafapnoe sind die Atemwege so verengt, dass die Atmung über viele Sekunden komplett aussetzt.

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Was genau ist die Schlafapnoe?

Schlafapnoe

Per Definition handelt es sich bei einer Schlafapnoe um Atemstillstände, die der Betroffene, meist unbemerkt, in der Nacht erleidet. Die Dauer ist bei jedem Menschen unterschiedlich lang. So kann ein solcher Atemstillstand während des Schlafes zwischen zwei Sekunden und bis zu einer Minute variieren.

Geschätzt wird, dass rund zwei Prozent der Frauen und rund vier Prozent der Männer von diesem Schlafapnoe-Syndrom betroffen sind. Aufgrund einer Schlafapnoe oder eines gesundheitlich bedenklichen Atemstillstandes während des Schlafens kommt es zu einem kritischen Absenken des Sauerstoffgehaltes im Blut.

Frau mit Kopfschmerzen am Schreibtisch

Der Betroffene holt dann reflexartig tief Luft. Viele wachen von diesem tiefen Luftholen kurz auf, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dafür haben sie am nächsten Tagen mit unangenehmen Symptomen oder Nachwirkungen zu kämpfen, zu denen unter anderem folgende gehören:

  • Tagesmüdigkeit
  • Übermüdungserscheinungen
  • Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme
  • trockene Mundschleimhäute nach dem Aufstehen
  • Kopfschmerzen direkt nach dem Wachwerden

Aus medizinischer Sicht spricht man im Übrigen erst dann von einer Schlafapnoe, wenn es zu wenigstens zehn dieser Atemaussetzer pro Stunde kommt. Leider ist es vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sie darunter leiden. Ergo können die wenigsten etwas über die Häufigkeit oder die Dauer ihrer Atemstillstände beim Schlafen berichten.

Hinweis: Die Symptomatik zeigt sich bei Frauen und Männern unterschiedlich. Während es bei männlichen Betroffenen recht deutlich zutage tritt, dass sie unter einer Schlafapnoe leiden, sind die Symptome bei Frauen häufiger weniger deutlich erkennbar. Dadurch wird eine Schlafapnoe bei Frauen oftmals nicht früh genug erkannt.

Welche Ursachen sind für eine Schlafapnoe verantwortlich?

Wissenschaftler und Schlafmediziner haben herausgefunden, dass man die Schlafapnoe in zwei Unterscheidungsmerkmale einteilen kann.

obstruktive Schlafapnoe zentrale Schlafapnoe
obere Atemwege sind blockiert oder zumindest stark verengt Auslöser ist hier meist im Gehirn zu suchen, welches die Atmung plötzlich stoppt
beim Luftholen sind die Widerstände meist zu groß und die Atemmuskulatur zu schwach Erst bei Erreichung eines kritischen Punktes hinsichtlich des Sauerstoffgehaltes wird die Atmung wieder aktiviert
Hauptursache ist hier ein starkes Übergewicht sowie ein erhöhter BMI-Wert Hauptursache sind hier meist Kopfverletzungen oder auch ein Schlaganfall

Wie kann man die Schlafapnoe feststellen?

Wie bereits eingangs erwähnt, merkt der Betroffene meist selbst nichts davon, dass er unter Atemaussetzern leidet. Er bemerkt wohl die Abgespanntheit, die ständige Übermüdung und andere Symptome, doch häufig wird dies einem allgemeinen Unwohlsein oder Stress zugeschrieben.

Eventuell gesteht sich der eine oder andere noch ein, dass er unter Schlafstörungen leidet. Aber in vielen Fällen war es das auch schon. Es ist also nicht so leicht, den eigenen Atemstillstand festzustellen. Gibt es aber einen Partner, so fällt es bedeutend leichter.

In der Regel sollte ein Arzt aufgesucht werden, wobei viele Betroffene zunächst ihren Hausarzt aufsuchen. Durch ein gezieltes Gespräch mit diesem können sich Verdachtshinweise verdichten und dann wird der Betroffene meist zu einem Schlaflabor oder einem spezialisierten Schlafmediziner überwiesen.

Im Schlaflabor werden verschiedene Messungen und Untersuchungen vorgenommen. Hier sind vor allem während des Schlafes der Sauerstoffgehalt im Blut sowie der Herzrhythmus wichtige Faktoren.

Behandlungsmethoden der Atemstillstände

Wurde eine Schlafapnoe festgestellt, so richtet sich die Behandlungsmethode nach der auslösenden Ursache. Auch der Grad der Erkrankung spielt hier eine Rolle.

In sehr vielen Fällen werden sogenannte Atemmasken verschrieben, durch welche sich die CPAP-Therapie unkompliziert von dem Betroffenen selbst zu Hause aus durchführen lässt.

Diese speziell für die Schlafapnoe entwickelte Maske wird an ein Gerät angeschlossen, welches einen Überdruck erzeugt. Dadurch können die oberen Atemwege nicht blockiert werden, so dass genügend Luft eingeatmet werden kann.

Atemaussetzer gehören so der Vergangenheit an und der Betroffene kann wieder einen ungestörten und vor allem gesunden Schlaf genießen. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist das auch für die jeweiligen Partner, denn diese werden nicht mehr ungewollt daran gehindert, erholsam und gesund zu schlafen.

Hinweis: Sind vergrößerte Mandeln oder Polypen als Ursache für die abnormale Verengung der oberen Luftwege zu sehen, kommt ein operativer Eingriff in Frage.

Darüber hinaus ist es häufig ein ungesunder Lebensstil, welcher als Ursache für eine Schlafapnoe zu werten ist. In diesem Falle wird die Behandlung mit einer begleitenden Therapie zur Rauchentwöhnung, Alkoholentwöhnung oder einem gesunden Abnehmen angestrebt.

Tipp: Alkoholgenuss führt zu einer allgemeinen Erschlaffung der Atemmuskulatur, wodurch eine Schlafapnoe zusätzlich verstärkt wird.

Welche Auswirkungen bringt die Schlafapnoe mit sich?

Neben den Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsverlust oder auch häufigen Kopfschmerzen nach dem Aufstehen, können sich die nächtlichen Atemaussetzer auch anderweitig bemerkbar machen.

Wird eine Schlafapnoe nicht behandelt, kommt es durch die ständige Übermüdung häufiger zu gefährlichen Unfällen im Straßenverkehr oder beim Führen von Maschinen.

Wirklich problematisch sind die Auswirkungen, die durch eine Schlafapnoe direkt auf den Körper Einfluss nehmen. Die Atemstillstände beim Schlafen wirken genauso, wie eine dauerhafte Schlafstörung. Es kommt immer wieder zu einem Schlafentzug, den der Körper schnell spürt.

Folgen der Schlafapnoe können sein:

  • erhöhter Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Depressionen

Gähnender Mann am Steuer

So einfach lässt sich einer obstruktiven Schlafapnoe vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn man niemals unter den nächtlichen Atemaussetzern leiden muss. Wer aber hier auf Nummer sichergehen will, sollte besonders auf eine gesunde Lebensweise achten.

Gemüse und Gemüsesuppe

Vorbeugen lässt sich eine Schlafapnoe insbesondere durch:

  • eine Vermeidung von Übergewicht
  • einen Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • leichte Mahlzeiten vor dem Schlafen
  • nicht zu späte Mahlzeiten vor dem Zubettgehen
  • eine gesunde Schlafumgebung inklusive eines optimalen Raumklimas
  • eine den eigenen Ansprüchen und Bedürfnissen angepasste Bettausstattung
  • regelmäßige Schlafzeiten
  • ausreichende Schlafphasen
  • bevorzugte Seitenschläfer-Position, um die Atemwege möglichst blockadefrei zu halten
  • optimalen Schlafkomfort
  • eine hohe Schlafqualität

Wie weiter oben bereits angesprochen, ist eine der häufigsten Behandlungsmethoden einer Schlafapnoe die CPAP-Therapie, welche die Atmung dahingehend unterstützt, dass sie den Luftdruck erhöht und die Zunge nicht in den Rachenraum rutschen lässt. In der Regel ist diese Therapieform sehr hilfreich, denn die Schlafqualität verbessert sich nach der Eingewöhnungsphase schnell.

Geht es um die CPAP-Therapie und die CPAP-Beatmung, stellen sich Patienten viele Fragen. Wir erklären, was es mit der CPAP-Beatmung auf sich hat und worauf man als Patient zu Hause achten sollte.

Was versteht man unter einer CPAP-Beatmung?

Die Abkürzung CPAP steht für:

  • C = continuous
  • P = positive
  • A = airway
  • P = pressure

Damit ist eine technische Methode gemeint, mit welcher die Atmung mit Hilfe einer Maske unterstützt wird. Sie ist eine favorisierte Methode bei der Behandlung einer Schlafapnoe.

Über die Maske wird kontinuierlich ein leicht erhöhter Druck in den Atemwegen erzeugt, wodurch die Betroffenen leichter ein- und ausatmen können. Dadurch wird die Blockade in den Atemwegen verhindert, die schlussendlich die Atemaussetzer beim Schlafen forcieren.

Wobei wird diese spezielle Form der Beatmung angewendet?

Neben dem Einsatz auf der Intensivstation kommt die CPAP-Therapie hauptsächlich bei Patienten mit einer Schlafapnoe zum Einsatz. Da es bei dieser Erkrankung zu unkontrollierbaren Atemaussetzern kommt, zählen die Betroffenen zu Risikogruppen, bei denen das Schlaganfall-Risiko sowie das Herzinfarkt-Risiko stark erhöht ist.

Der Grund liegt in den nächtlichen Atemaussetzern, bei denen sich die Zunge durch die stark erschlaffte Muskulatur in den Rachenraum absenkt und somit die Atemwege verschließt.

Durch die verordnete Schlafmaske können diese Aussetzer oder gelegentliche Schnappatmung vermieden werden, sodass sich die Schlafqualität nahezu sofort wieder verbessert.

Hinweis: Die CPAP-Beatmung ist nicht in der Lage, die Atmung eines Menschen selbstständig auszulösen. Vielmehr ist sie dazu konzipiert, das Atmen zu unterstützen und gesundheitsgefährdende Atemaussetzer zu unterbinden. Das bedeutet, dass die Betroffenen in der Lage sein müssen, selbstständig zu atmen.

Mann mit Atemmaschine

Welche Risiken können durch die CPAP-Beatmung entstehen?

Die Risiken durch eine CPAP-Beatmung sind verhältnismäßig gering zu nennen. Natürlich wird es in jedem Fall einen Zeitraum der Gewöhnung geben müssen, wenn der behandelnde Arzt eine solche Atemmaske für die Nacht verordnet. Möglicherweise können dabei gerade zu Beginn der Therapie unangenehme Druckstellen um den Mund- und Nasenbereich entstehen.

Ebenso wird das Geräusch des Gerätes zunächst für ein wenig Irritation sorgen. Doch in der Regel werden diese anfänglich etwas störenden Begleiterscheinungen schon nach ein paar Tagen nicht mehr als nachteilig empfunden. Das ausgesprochen gute Schlafgefühl überwiegt bei den meisten Patienten.

Darüber hinaus kann es bei manchen Patienten zu einer Rötung der Augen sowie zu trockenen Schleimhäuten kommen. In diesem Fall ist Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Möglicherweise muss man auf einen anderen Typ dieser Atemmaske umsteigen.

Allgemein wird von einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt gewarnt, wenn es im Vorfeld zu ständigen Atemaussetzern kommt, weswegen oft die Schlafmaske verordnet wird.

Obwohl sich durch diese gängige Therapie die Atmung deutlich verbessert und Atemaussetzer schnell unterbunden werden können, bleibt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bestehen, wie eine Studie herausfand. Jedoch in weit geringerem Maße als ohne die Therapie.

Zudem wurde in dieser Studie auch nachgewiesen, dass durch das Schlafen mit einer CPAP-Maske der Blutdruck nachts deutlich absenkt werden kann. Das wiederum ist eine klare Verbesserung, denn Patienten, die unter Schlafapnoe leiden, haben in der Nacht meist einen stark steigenden Blutdruck.

Hinweis: Den Ergebnissen der Studie steht ein weiteres Ergebnis gegenüber. Es wurde festgestellt, dass die Betroffenen, die mit einer Atemmaske schlafen, weitaus weniger Tagesmüdigkeit aufweisen und somit die Zahl der Verkehrsunfälle in diesem Zusammenhang deutlich zurückgegangen ist.

Worauf sollte man achten?

Es ist immer wichtig, die CPAP-Maske entsprechend den Anordnungen des Arztes zu nutzen. Darüber hinaus gehört unbedingt die regelmäßige Pflege dazu, damit sich keine Bakterien in den einzelnen Teilen der Maske absetzen können.

Am Anfang wird der Arzt mit einem niedrigen Druck die Therapie beginnen. Dieser wird nach und nach so gesteigert, bis der individuell richtige Atemwegsdruck erreicht ist. Es kann also sein, dass dies nicht sofort nach der ersten Anpassung der Fall ist.

Mann mit Atemmaschine

Des Weiteren gibt es einige Dinge, die auftreten können, wenn man sich einer CPAP-Behandlung unterzieht. Dazu gehören unter anderem:

  • Sitz der Maske: Die passende Größe ist ausschlagegebend. Es gibt die Atemmasken in verschiedenen Ausführungen. Manche werden nur auf den Mund gesetzt, andere umfassen Mund und Nase. Andere wiederum sind sogenannte Nasenpolster, bei denen zwei Endstücke direkt in die Nasenlöcher eingeführt werden.
  • Undichte Maske: Wenn bei der Atemmaske Luft austreten kann, führt das häufig zu trockenen Augen. Der Luftdruck kann sich verändern, wodurch die CPAP-Therapie in dem Sinne gefährdet werden kann, dass die Wirkung stark minimiert wird. Häufig liegt das an einer schlecht sitzenden Maske, an ausgeleierten oder unpassenden Maskenbändern oder an einer veralteten Maske sowie einer größenmäßig unpassenden Atemmaske.

Darüber hinaus ist es immer wichtig zu beobachten, ob es zu einem trockenen Mund oder austrocknenden Nasenschleimhäuten kommt. Ein zusätzlicher Luftbefeuchter kann Abhilfe schaffen. Man kann diesen direkt an moderne Geräte anschließen.

Mitunter liegt es an einem falsch eingestellten Luftdruck, den man dann vom Arzt überprüfen lassen sollte.

Hinweis: Eine CPAP-Maske hat durchschnittlich eine Lebensdauer von ein bis zwei Jahren. Danach sollte es eine neue Maske sein, um die optimale Wirkungsweise jederzeit garantieren zu können.

Gerade in der Eingewöhnungszeit sollte auf eine optimale Schlafhygiene geachtet werden. So können ein richtig abgedunkelter und ruhiger Schlafplatz ebenso das Einschlafen unterstützen wie der abendliche Verzicht auf übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum sowie zu schweres und üppiges Essen kurz vor dem Zubettgehen.

Eine Alternative zur CPAP-Maske ist der Zungenschrittmacher. Rund 60% aller Patienten kann damit geholfen werden. Ein Zungenschrittmacher bei obstruktiver Schlafapnoe kann sehr gut helfen und die gesundheitsgefährdenden Symptome und Folgeerkrankungen durch die nächtlichen Atemaussetzer stark minimieren.

Was ist ein Zungenschrittmacher genau, was sind die Vor-und Nachteile und ist er für Sie geeignet?

Was versteht man unter einem Zungenschrittmacher?

Im Grunde kann man den Zungenschrittmacher mit einem Herzschrittmacher vergleichen. Nur, dass dieses spezielle Implantat nicht ständig aktiviert sein muss, sondern nach individuellem Bedarf eingeschaltet wird.

Mit individuellem Bedarf ist hier die persönliche Schlafenszeit gemeint, denn eben da braucht die Zunge bei Schlafapnoe-Patienten ein wenig Unterstützung.

In der Regel ist erschlaffendes Muskelgewebe dafür verantwortlich, dass die Zunge im Schlaf in den Rachen rutscht und so die Luftröhre verschließt, was zu den bekannten Atemaussetzern führt.

Bei einem Zungenschrittmacher handelt es sich um System, bei dem der Generator unterhalb des rechten Schlüsselbeines implantiert wird. Von dort gehen Kabel ab, die auf einer Seite mit einem kleinen Atemwegssensor und auf der anderen Seite mit einer Stimulationselektrode verbunden sind.

Während die kleine Sonde am Rippenbogen kontinuierlich die Atemfrequenz des Patienten misst, sorgt die Stimulationselektrode unterhalb der Zunge dafür, dass nötigenfalls ein Impuls gegeben wird, um ein Abrutschen der Zunge zu verhindern.

Wie hilft der Zungenschrittmacher bei einer Schlafapnoe?

Das Schnarchen ist bei Schlafapnoe-Patienten meist um ein Vielfaches stärker und lauter. Doch nicht nur das ist ein Grund, etwas dagegen zu tun. Denn meist haben die Betroffenen zusätzlich gefährliche Atemaussetzer, bei denen die Zunge durch die erschlaffte Muskulatur in den Rachenraum fällt und die Atmung regelrecht verhindert. Hierauf wurde bereits weiter oben ausführlich eingegangen.

Ein Zungenschrittmacher ist eine optimale Lösung, denn durch eine elektrische Stimulanz wird der Zungennerv aktiviert, damit dieser ein Abrutschen der Zunge verhindert. Somit können die negativen Auswirkungen der Schlafapnoe verringert werden.

Es kommt dann nicht mehr zu:

  • schlechter Schlafqualität
  • Atemaussetzern
  • Schlafstörungen
  • Tagesmüdigkeit
  • Leistungs- und Konzentrationsverlust

Zudem verringert sich ebenfalls das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu leiden. Selbst die Stresshormone im Blut steigen weitaus weniger an, wodurch das Schlaganfallrisiko ebenso sinkt, wie der ansonsten erhöhte Blutzuckerspiegel bei Schlafapnoe.

Hinweis: Da der Zungenschrittmacher via Fernbedingung immer vor dem Zubettgehen aktiviert und beim Aufstehen deaktiviert wird, ist eine individuelle Anwendung möglich.

Welche Vor- und Nachteile bringt diese Anwendung?

Wie bei anderen Dingen und Therapieformen gibt es beim Zungenschrittmacher ganz klar viele Vorteile, doch auch den einen oder anderen Nachteil.

Nachteilig wirkt sich aus, dass:

  • immer einer Operation unter Vollnarkose notwendig ist
  • es nur bis zu einem gewissen Körpergewicht des Patienten möglich ist
  • man selbst daran denken muss, dass System vor dem Schlaf zu aktivieren
  • es nur einsatzbar ist, wo die Engstelle oder der Hauptverschlussort auch im Bereich der Zunge liegt
  • es bisher nur wenige Spezialkliniken gibt, die diese Option anbieten, da es ein noch relativ neues System ist
  • bei besonders stark belastenden Aktivitäten immer erst der Arzt konsultiert werden sollte
  • nach etwa 8 bis 11 Jahren die Batterie des Zungenschrittmachers in einer kleinen Operation ausgetauscht werden muss

Zu den Vorteilen zählen:

  • die Symptome der Schlafapnoe werden deutlich minimiert
  • die Risiken für Folgeerkrankungen sinken
  • ein erholsamer Schlaf ist wieder möglich
  • das System ist leicht zu bedienen
  • die leichte Stimulanz kaum oder nur gering wahrgenommen wird, wobei man die Stärke über die Fernbedienung regulieren kann
  • die Lebensqualität ganz allgemein steigt wieder
  • Übergewicht kann unter Umständen abgebaut werden, denn die nächtliche Stimulierung der Zungenmuskulatur wirkt sich auch tagsüber aus, nämlich auf das Essverhalten

Für wen eignet sich ein Zungenschrittmacher?

Ein Zungenschrittmacher ist von seiner Funktions- und Wirkungsweise für jeden Schlafapnoe-Patienten geeignet, bei dem alle anderen Anwendungen und Therapien bei der obstruktiven Schlafapnoe nicht den gewünschten Erfolg bringen.

Es gibt allerdings Einschränkungen. So können Patienten ab einem gewissen Übergewicht nicht von dieser Therapieform profitieren. Ebenso wenig lässt es sich bei Patienten einsetzen, bei denen die Atem-Engstelle nicht im Zungenbereich liegt oder möglicherweise andere anatomische Auslöser für die Schlafapnoe verantwortlich sind.

Generell kommt ein Zungenschrittmacher nicht in Frage, wenn der Patient mit Schlafapnoe:

  • im Hals- und Kopfbereich einen Tumor hat
  • Fehlbildungen im Rachen, an der Zunge oder am Kehlkopf aufweist
  • einen sehr kleinen Kiefer hat
  • zusätzlich an schweren neuromuskulären Erkrankungen oder unter neurologischen Defiziten leidet
  • an der zentralen Schlafapnoe leidet, es aufgrund einer Fehlsteuerung im Gehirn zu den nächtlichen Atemaussetzern kommt
  • an sehr starkem Übergewicht leidet

Atemweg bei Schlafapnoe

Was man selbst tun kann

Der Zungenschrittmacher selbst ist bei einer obstruktiven Schlafapnoe die Alternative zu Schlafmaske und Co. Von daher wird dieses Implantat immer als letzte Möglichkeit angesehen, den Patienten zu einem erholsamen Schlaf und zu einer verbesserten Schlaf- und Lebensqualität zu verhelfen.

Allerdings kann jeder Betroffene auch selbst etwas gegen die nächtlichen Atemaussetzer tun. In erster Linie betreffen die Selbsthilfemaßnahmen den individuellen Lebensstil sowie die eigene Schlafhygiene.

Folgende Punkte helfen, die Symptome der Schlafapnoe zu reduzieren:

  1. Das Übergewicht zu reduzieren, denn die meisten Betroffenen sind übergewichtig, was schlussendlich die Schlafapnoe verstärkt.
  2. Die Schlafhygiene sollte nicht nur die optimale Bettausstattung und Schlafumgebung mit einbeziehen, sondern auch regelmäßige Zubettgehzeiten.
  3. Weder schwere Mahlzeiten noch übermäßiger Tabak- und Alkoholkonsum sollten direkt vor dem Schlafen genossen werden.
  4. Die Schlafposition sollte möglichst seitlich gewählt werden, da in der Rückenlage die Zunge noch schneller in den Rachen abfallen kann, wenn beim Schlafen die Muskulatur erschlafft.
  5. Die Nase sollte möglichst frei sein, damit die Atmung generell über diesen Weg vonstattengehen kann. Denn wer mit offenem Mund schlafen muss, weil die Nase verstopft ist, wird schneller und stärker schnarchen, als andere.

Immer öfter hört man auch, dass Marihuana bei Schlafapnoe hilfreich ist. Kann Marihuana tatsächlich dazu beitragen, besser zu schlafen und weniger von den gefährlichen Atemaussetzern betroffen zu sein? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Wie wirkt Marihuana bei Schlafapnoe?

Da es gegen die nächtlichen Atemaussetzer keinerlei medikamentöse Behandlung gibt, haben sich Forscher der Northwester Medicine Klinik und der University of Illinois in Chicago im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie damit beschäftigt, inwieweit Marihuana eingesetzt werden könnte.

Zunächst einmal wurde durch diese Studie bestätigt, dass die Schlafapnoe nicht allein ein physisches Problem darstellt, also aufgrund verengter Atemwege auftritt.

Offensichtlich liegen bei manchen Betroffenen die Ursachen auch im psychischen Bereich, also direkt im Gehirn. Bei den Probanden, denen im Rahmen der Studie Dronabinol, ein Wirkstoff der Hanfpflanze, verabreicht wurde, stellten die Forscher eine Wirkung im Gehirn fest.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass durch die Gehirntätigkeit die Atemwegsmuskulatur geregelt und gesteuert werde.

Dronabinol verbessert diese Kommunikation zwischen Gehirn und Atemwegsmuskulatur, wodurch es bei der Studie weitaus weniger Atemaussetzer gab.

Medizinisches Marihuana kann also durchaus positiv wirken!

Facharbeiter im Marihuana-Dschungel

Auch wenn noch längst nicht alle Studien in diesem Bereich abgeschlossen sind, steht jetzt schon fest, dass dieses Präparat die unmittelbaren Symptome einer Schlafapnoe lindern und minimieren kann.

Das bedeutet für den Konsum von Marihuana folgendes:

  • die Schlafqualität nimmt zu
  • die Schlafunterbrechungen werden geringer
  • die Probleme beim Einschlafen nach nächtlichen Aufwachphasen werden weniger
  • tagsüber eingenommen können zudem Stimmungsschwankungen weniger stark auftreten

Hinweis: Bei allen Studien und vorläufigen Forschungsergebnissen liegt immer die Einnahme von medizinischem Cannabis vor.

Kann man jedes Marihuana bzw. Cannabis verwenden?

Es wäre wohl zu simpel, wenn man einfach vor dem Schlafen Marihuana konsumiert, um vor Atemaussetzern geschützt zu sein. Aber es kann nicht jede Art von Marihuana verwenden. Das liegt in der unterschiedlichen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe begründet, welche die verschiedenen Arten von Cannabis aufweisen.

Hinweis: Bei dem in der Studie verwendeten Dronabinol handelt es sich um ein synthetisch hergestelltes THC.

Auch wenn die positive Wirkung im Falle von einer Behandlung von Schlafapnoe zunächst nachgewiesen werden konnte: Die Forschungen in dieser Hinsicht sind längst noch nicht abgeschlossen.

Erkannt hat man zumindest schon einmal, dass Marihuana die Wirkung von Serotonin einschränken kann.

Hauptsächlich jenes, welches im Vagusnerv nachweisbar ist. Dieser Nerv spielt eine nicht ganz unwesentliche Rolle bei der Atemempfindung. Somit könnte sich das auf die Atemmuskulatur auswirken, die bei einer Schlafapnoe besonders stark erschlafft ist.

Hinweis: Im Übrigen ist es nicht wirklich sinnvoll, ein entsprechendes Marihuana über einen Verdampfer zu inhalieren! Diese Vorgehensweise reizt die Atemwege noch mehr und ist deswegen denkbar ungeeignet, eine Schlafapnoe zu behandeln.

Marihuana

Laut einer Studie kann medizinisches Marihuana bei Schlafapnoe eine Behandlungsmöglichkeit sein

Auch wenn es sich zunächst ein wenig abstrus anhört, doch offensichtlich kann man mit einem medizinischen Marihuana eine Schlafapnoe tatsächlich behandeln. Allerdings sind die Forschungen dazu noch nicht abgeschlossen.

Ersten Anzeichen einer großen Studie zufolge können aber die Ursachen für die nächtlichen Atemaussetzer deutlich minimiert werden, nimmt man vor dem Schlafen verschreibungspflichtiges Cannabis zu sich.

Darüber hinaus können die offensichtlich zutage tretenden Symptome und Begleiterscheinungen der Erkrankung durch die Einnahme von Marihuana beseitigt oder zumindest eingedämmt werden.

Wichtig ist dennoch immer: Ohne ärztliche Kontrolle geht gar nichts. Das gilt nicht nur für die Schlafapnoe selbst, sondern auch für die Behandlung mit Marihuana.

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Der Autor:

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Oliver

„Schlaf ist für Menschen lebenswichtig. Im Schlaf entspannt und erholt sich der ganze Körper, das Immunsystem schöpft neue Kraft und die Seele verarbeitet Erlebtes. Wer nachts gut schläft, ist tagsüber fit und leistungsfähig."

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