Was ist das Besondere an einer Pflegematratze?

Was ist das Besondere an einer Pflegematratze?

Pflegematratzen werden in der häuslichen und der stationären Pflege verwendet. Da pflegebedürftige Menschen oft bettlägerig sind, sind Pflegematratzen hinsichtlich der Liegeeigenschaften ganz besonders auf die Bedürfnisse von Menschen ausgelegt, die viel und lange im Bett liegen müssen. Darüber hinaus bringen Pflegematratzen viele Eigenschaften mit, die den pflegenden Angehörigen oder dem Pflegepersonal die bei der Pflege anfallenden Aufgaben leichter machen.

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Die Risiken einer längeren Bettlägerigkeit

Pflegebedürftige Menschen verbringen oft notgedrungen viel Zeit im Bett, weil sie durch Alter oder Krankheit bettlägerig sind. Eine Pflegematratze muss daher besondere Eigenschaften aufweisen, vor allem um die Entstehung von Druckgeschwüren, dem sogenannten Dekubitus, zu vermeiden.

Die Druckgeschwüre, die zu großflächigen offenen Wunden mit abgestorbenem Gewebe führen können, entstehen durch eine Druckbelastung, die beim Liegen auftritt. Durch diesen Druck werden die Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff unterversorgt und es kommt zu oft irreparablen Schäden im Gewebe. Der gesunde Mensch reagiert auf diese Unterversorgung mit einem Reflex, doch bei alten und kranken Menschen ist dieser Reflex oft nicht mehr genügend ausgeprägt. Sie müssen daher regelmäßig umgelagert werden, doch auch die Wahl der richtigen Matratze kann viel dazu beitragen, das Dekubitusrisiko zu senken.

Besonders häufig treten die Druckgeschwüre an Körperteilen auf, die wenig Muskeln und Fettgewebe aufweisen:

  • Fersen
  • Kreuzbeinregion
  • Knöchel
  • Rollhügel der Oberschenkelknochen

 

Hinweis: Je mehr Druckentlastung durch die Matratze gewährleistet wird, desto besser ist sie daher als Pflegematratze geeignet!

Die Liegeeigenschaften der Pflegematratze

Um eine möglichst gute Druckentlastungg zu bieten, bestehen Pflegematratzen oft aus einem hochwertigen, punktelastischen Kaltschaum.

Er bietet für den ganzen Körper eine gute Druckentlastung, was durch spezielle Schnitte noch verstärkt wird. Durch einen Würfelschnitt wird beispielsweise das Körpergewicht sehr gleichmäßig verteilt und es wird eine gute Druckentlastung geschaffen.

In aller Regel ist die Pflegematratze außerdem mit sieben Zonen versehen, die den Körper besonders gut stützen. Die sieben Zonen stützen

  • den Kopf
  • die Schulter
  • das Becken
  • die Hüfte
  • das Gesäß
  • die Beine
  • die Füße

 

Bei den meisten Matratzen sind dabei die ersten und die letzten drei Liegezonen gespiegelt, so dass die Matratze nach Belieben gewendet und gedreht werden kann und immer eine optimale Stütze für den Körper gegeben ist. Erzeugt werden die unterschiedlichen Zonen durch spezielle Einschnitte und Fräsungen im Kern der Kaltschaummatratze. Durch die sieben Zonen wird der Körper besonders gut gestützt, ein regelmäßiges Umlagern der bettlägerigen Person ist aber trotzdem erforderlich.

So erleichtert eine Pflegmatratze den Pflegealltag

Neben den Liegeeigenschaften, die es der bettlägerigen Person so bequem wie möglich machen sollen, einen Großteil der Zeit im Bett zu verbringen, zeichnen sich Pflegematratzen auch dadurch aus, dass sie entscheidend dazu beitragen, die täglich zu verrichtenden Arbeiten für das Pflegepersonal oder die pflegenden Angehörigen zu erleichtern.

Diese Eigenschaften der Pflegematratze erleichtern sowohl im stationären als auch im häuslichen Umfeld die Pflege:

  • geringes Gewicht der Matratze
  • wasserdichter oder wasserabweisender Matratzenbezug

 

Durch das geringe Gewicht ist ein tägliches Handling der Matratze beispielsweise beim Wechseln der Bettwäsche und Laken oder der Matratzenauflage sehr einfach und auch der wasserfeste oder wasserabweisende Bezug kann schnell und leicht gewechselt werden.

Da Inkontinenz bei Pflegefällen leider keine Seltenheit ist, sollte hier immer darauf geachtet werden, dass ein zweiter Bezug zur Hand ist, der verwendet werden kann, wenn ein Bezug in der Wäsche ist. Dank der wasserfesten oder wasserabweisenden Bezüge, die auch jederzeit nachgerüstet oder beispielsweise um eine wasserdichte Auflage ergänzt werden können, ist es kein Problem mehr, wenn ein Malheur passiert und auch hygienisch ist alles im grünen Bereich.

Die Hygiene

Generell spielt die Hygiene in der Pflege eine große Rolle, und dem kommt auch die Pflegematratze entgegen. Zum einen kann die Matratze schnell mit Flüssigkeiten wie Blut oder Urin in Berührung kommen und durch sie verunreinigt werden, und zum anderen ist es wichtig, dass der pflegebedürftige Mensch in einem sauberen und gesunden Umfeld lebt, das nicht durch Keime und Bakterien verunreinigt ist, denn gerade bettlägerige, kranke und alte Menschen sind besonders anfällig für Krankheitserreger.

Auch im Hinblick auf die Hygiene bietet die Pflegematratze daher einige Besonderheiten:

  • Bezüge, die resistent sind gegen Blut, Urin und Desinfektionsmittel
  • Bezüge, die in der Kochwäsche waschbar sind
  • schadstoffgeprüfte und unbedenkliche Materialien
  • atmungsaktives und hautfreundliches Material

Durch diese Eigenschaften ist eine optimale Matratzenhygiene gewährleistet und weder Keime und Bakterien noch Haustaubmilben oder andere Verunreinigungen haben eine Chance, dem bettlägerigen Patienten zuzusetzen.

Durch die Resistenz der Bezüge gegen Desinfektionsmittel kann zwischen den Wäschen für Sauberkeit und Keimfreiheit gesorgt werden und auch bei ansteckenden Krankheiten kann der Matratzenbezug keimfrei gehalten und regelmäßig desinfiziert werden.

Darauf müssen Sie beim Einsatz einer Pflegematratze achten

  • Passender Lattenrost: Wenn Sie eine Pflegematratze verwenden, sollten Sie dazu auch einen passenden Lattenrost verwenden, damit die positiven Liegeeigenschaften der Pflegematratze voll und ganz zur Geltung kommen.
  • Welcher Lattenrost ist am besten? Am besten geeignet ist ein Lattenrost, der möglichst kleine Abstände zwischen den Latten hat und eine gute Auflagefläche für die Matratze bietet. Bei einer Länge von zwei Metern sollte der Lattenrost 28 Latten mit einem Abstand von nicht mehr als drei Zentimetern aufweisen. Sind die Abstände größer, kann die Matratze geschädigt werden.
  • Richtiger Härtegrad: Auch Pflegematratzen werden in unterschiedlichen Härtegraden angeboten. Der Härtegrad sollte immer dem Gewicht der zu pflegenden Person entsprechen.
  • Matratzenlänge und Dicke: Dicke muss die Matratze an die Körpermaße der zu pflegenden Person angepasst werden.
  • Pflege zu Hause / im Heim: Matratzen werden sowohl für die häusliche als auch für die stationäre Pflege angeboten.
  • Richtiger Umgang mit dem Patienten: Auch mit einer guten Pflegematratze bleibt ein regelmäßiges Umlagern der bettlägerigen Patienten erforderlich.

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Wählen Sie eine Pflegematratze immer mit viel Umsicht aus

An eine Pflegematratze werden also noch höhere Anforderungen gestellt als eine Matratze für einen gesunden Menschen. Achten Sie beim Kauf einer Pflegematratze daher unbedingt auf:

  • einen hochwertigen Kaltschaumkern
  • eine gute Druckentlastung und Punktelastizität
  • eine Sieben-Zonen Liegefläche
  • Würfelschnitt zur optimalen Verteilung des Gewichts
  • wasserdichte oder wasserabweisende Bezüge
  • Kochfestigkeit der Bezüge
  • Resistenz gegen Blut, Urin, Fette und Desinfektionsmittel
  • nicht zu hohes Eigengewicht der Matratze
  • schadstofffreie und entsprechend zertifizierte Materialien
  • atmungsaktives und hautfreundliches Material
  • einen passenden Lattenrost
  • Anpassung des Härtegrads
  • Anpassung der Dicke und Länge der Matratze

 

Die Hygiene der Pflegematratze lässt sich durch entsprechende Matratzenbezüge oder Auflagen verbessern und zur längeren Haltbarkeit sollten Sie die Unterseite der Matratze mit einer strapazierfähigen Matratzenunterlage schützen.